Full text : Geschichte der Hohenzollern.

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gegen  ihn  unternehmen,  und  äußerte  unter  Anderem  mit  einem  derben  Bilde,
„er  müsse  jetzt  mit  den  Wölfen  heulen,  und  absichtlich  Mancherlei  ausstreuen,
den  einen  oder  den  andern  zu  befriedigen.“  Nichtsdestoweniger  war  er  zum
völligen  Bruch  mit  Schweden  entschlossen,  und  bewarb  sich,  da  Karl  Gustav
von  Sieg  zu  Siegen  in  Jütland  eilte,  über  den  gefrornen  Belt  ging,  die  Inseln
Fünen,  Laaland,  Falster  eroberte,  und  zuletzt  sogar  auf  Seeland  landete,  um
so  eifriger  um  den  Beistand  fremder,  den  Schweden  feindlicher  Mächte,  namentlich
  bei  den  Generalstaaten  und  dem  Zaren  von  Rußland  Alerei.  Auch  mit
dem  Nachfolger  des  Kaisers  Ferdinand  III.  trat  er  in  ein  Bündniß  auf  zehn
Jahre,  Kraft  dessen  er  3500,  jener  6000  Mann  zu  gegenseitiger  Unterstützung
stellen  sollte;  und  in  einem  Nebenvertrage,  an  welchem  auch  Polen  Theil  nahm,
wurde  diese  Hülfe  von  Seiten  des  Kaisers  auf  10,000,  für  Brandenburg  auf
7000  Mann  erhöht.  Der  König  von  Polen  versprach  eine  gleiche  Zahl.  Bei
dieser  Gelegenheit  gab  der  Kaiser  das  bestimmte  Versprechen,  er  würde  im  Fall
einer  Eroberung  Pommerns  keine  Ansprüche  auf  dieses  Land  erheben,  sondern
es  nur  von  Brandenburgern  besetzen  lassen  (1658  den  9.  Februar).

Trotz  aller  dieser  Vorsichtsmaßregeln  war  die  Lage  des  Kurfürsten  nicht
ohne  Gefahr,  denn  Karl  Gustav  zwang  kurz  darauf  seinen  Gegner  Friedrich  III.
von  Dänemark  zu  dem  nachtheiligen  Frieden  von  Roschild;  der  mächtige  Protektor
  von  England  nebst  dem  schlauen  Mazarin  waren  mit  ihm  im  Bunde.
Daher  hatte  Friedrich  Wilhelm  mit  richtigem  Blick  zu  einem  nachdrücklichen  Angriff
  gegen  die  Schweden  in  Holstein  gedrungen,  ein  Rath,  dessen  Ausführung
jedoch  an  der  Aengstlichkeit  Leopolds  scheiterte,  welcher  sich  damals  um  die
deutsche  Kaiserkrone  bewarb,  und  deswegen  das  Reich  in  keinen  so  gefährlichen
Krieg  verwickeln  zu  dürfen  glaubte.  Die  schwedischen  Gesandten  verlangten
sogar,  daß  Leopold  in  seiner  Wahlkapitulation  Parteilosigkeit  für  den  schwedischpolnischen
  Krieg  versprechen  sollte.  Obschon  sie  dies  nicht  durchsetzen  konnten,
veranlaßten  sie  doch  unverzüglich  nach  der  Krönung  ein  Bündniß  der  hauptsächlichsten
  rheinischen,  westphälischen  und  niedersächsischen  Stände  zur  Aufrechthaltung
  des  Friedens  und  zur  Abwehr  jeglichen  Angriffes  auf  die  schwedischen
Befitzungen  im  westphälischen  und  niedersächsischen  Kreise.

Unter  diesen  Umständen  waren  dem  Kaiser  die  Hände  gebunden,  und  jede
Hoffnung,  Karl  Gustav  an  den  Grenzen  Holsteins  aufzuhalten  oder  ihn  gar
zu  vernichten,  schwand  für  den  Kurfürsten  dahin.  Schon  nahte  sich  ihm  das
drohende  Kriegsunwetter,  schon  lag  in  Kiel  eine  Flotte  segelfertig,  wie  man
meinte,  zum  Angriff  auf  Preußen,  da  wendete  sich  plötzlich  der  nordische  Held,
gereizt  durch  datz  zweideutige  Benehmen  Dänemarks  in  Betreff  der  Friedensbedingungen,
  wieder  zurück  gegen  das  Inselreich,  und  enthob  den  Kurfürsten
der  schweren  Besorgniß  vor  einem  verderblichen  Kampfe  auf  seinem  eigenen
Grund  und  Boden.  Nun  konnte  er  auf  Verwirklichung  seines  früheren  Planes
denken.  Während  die  Holländer  die  schwedische  Flotte  von  dem  offenen  Meere
verjagten,  drangen  die  Verbündeten,  vom  Kurfürsten  a  ngetrieben,  in  Holstein