— 17 —
gegen ihn unternehmen, und äußerte unter Anderem mit einem derben Bilde,
„er müsse jetzt mit den Wölfen heulen, und absichtlich Mancherlei ausstreuen,
den einen oder den andern zu befriedigen.“ Nichtsdestoweniger war er zum
völligen Bruch mit Schweden entschlossen, und bewarb sich, da Karl Gustav
von Sieg zu Siegen in Jütland eilte, über den gefrornen Belt ging, die Inseln
Fünen, Laaland, Falster eroberte, und zuletzt sogar auf Seeland landete, um
so eifriger um den Beistand fremder, den Schweden feindlicher Mächte, namentlich
bei den Generalstaaten und dem Zaren von Rußland Alerei. Auch mit
dem Nachfolger des Kaisers Ferdinand III. trat er in ein Bündniß auf zehn
Jahre, Kraft dessen er 3500, jener 6000 Mann zu gegenseitiger Unterstützung
stellen sollte; und in einem Nebenvertrage, an welchem auch Polen Theil nahm,
wurde diese Hülfe von Seiten des Kaisers auf 10,000, für Brandenburg auf
7000 Mann erhöht. Der König von Polen versprach eine gleiche Zahl. Bei
dieser Gelegenheit gab der Kaiser das bestimmte Versprechen, er würde im Fall
einer Eroberung Pommerns keine Ansprüche auf dieses Land erheben, sondern
es nur von Brandenburgern besetzen lassen (1658 den 9. Februar).
Trotz aller dieser Vorsichtsmaßregeln war die Lage des Kurfürsten nicht
ohne Gefahr, denn Karl Gustav zwang kurz darauf seinen Gegner Friedrich III.
von Dänemark zu dem nachtheiligen Frieden von Roschild; der mächtige Protektor
von England nebst dem schlauen Mazarin waren mit ihm im Bunde.
Daher hatte Friedrich Wilhelm mit richtigem Blick zu einem nachdrücklichen Angriff
gegen die Schweden in Holstein gedrungen, ein Rath, dessen Ausführung
jedoch an der Aengstlichkeit Leopolds scheiterte, welcher sich damals um die
deutsche Kaiserkrone bewarb, und deswegen das Reich in keinen so gefährlichen
Krieg verwickeln zu dürfen glaubte. Die schwedischen Gesandten verlangten
sogar, daß Leopold in seiner Wahlkapitulation Parteilosigkeit für den schwedischpolnischen
Krieg versprechen sollte. Obschon sie dies nicht durchsetzen konnten,
veranlaßten sie doch unverzüglich nach der Krönung ein Bündniß der hauptsächlichsten
rheinischen, westphälischen und niedersächsischen Stände zur Aufrechthaltung
des Friedens und zur Abwehr jeglichen Angriffes auf die schwedischen
Befitzungen im westphälischen und niedersächsischen Kreise.
Unter diesen Umständen waren dem Kaiser die Hände gebunden, und jede
Hoffnung, Karl Gustav an den Grenzen Holsteins aufzuhalten oder ihn gar
zu vernichten, schwand für den Kurfürsten dahin. Schon nahte sich ihm das
drohende Kriegsunwetter, schon lag in Kiel eine Flotte segelfertig, wie man
meinte, zum Angriff auf Preußen, da wendete sich plötzlich der nordische Held,
gereizt durch datz zweideutige Benehmen Dänemarks in Betreff der Friedensbedingungen,
wieder zurück gegen das Inselreich, und enthob den Kurfürsten
der schweren Besorgniß vor einem verderblichen Kampfe auf seinem eigenen
Grund und Boden. Nun konnte er auf Verwirklichung seines früheren Planes
denken. Während die Holländer die schwedische Flotte von dem offenen Meere
verjagten, drangen die Verbündeten, vom Kurfürsten a ngetrieben, in Holstein