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ob die Wirren in der That als beendigt zu betrachten seien.
Und wer konnte sagen, ob nicht die Flammen alsbald wieder an
irgend einem anderen Orte aus dem Boden schlagen würden !)?
Und auch sonst erschienen die Zustände im Reiche nichts
weniger als gefestigt. So tobte schon seit geraumer Zeit im Herzen
des Reichs, in Franken, eine verderbliche Fehde. Es war das
Rittertum, welches hier sich regte, jenes reichsunmittelbare Rittertum,
welches an die neuen kirchlichen Lehren für sich neue Hoffnungen
angeknüpft hatte, nach deren Vereitelung es in verbissenem
Grimme der Herstellung der Ordnung im Innern zu widerstreben
nicht aufhörte. Lange Jahre hindurch führte Hans Thomas von
Absberg Fehde gegen Nürnberg und den Schwäbischen Bund?);
akuter noch gestaltete sich der Zwiespalt zwischen Adam von
Thüngen und der Stadt Rotenburg, von welcher der Ritter während
des Bauernkrieges geschädigt zu sein behauptete®). Zuerst im
Herbste 1525 und sodann nochmals im folgenden Mai fiel er mit
einem Haufen seiner adeligen Spiefsgesellen, insgeheim auch, wie
man sagte, von seinem Geschlechtsgenossen Konrad von Thüngen,
dem Würzburger Bischof, unterstützt, plündernd und verheerend
in die Gemarkung der Stadt ein, welche letztere es denn freilich
an Repressalien nicht fehlen lies. Auch machten andere Städte
Miene, für Rotenburg in die Schranken zu treten®). Andererseits
erzählte man von umfassenderen Rüstungen Bischof Konrads, welche
es dann wohl waren, die den Pfaffenfeind Kasımir von Ansbach
herbeiriefen?), sodafs die Sache sich eine Zeitlang sehr bedrohlich
!) So schrieb z. B. Landgraf Philipp im oben, S. 207, 4, angeführten
Schreiben vom 12. Mai 1526, bei den Bauern im Eichsfelde scheine sich ein
neuer Aufruhr anzuspinnen; Marburg St. A., Abt. Schwäb. Bund. — Unter
dem 6. Juni 1526 setzte der Bund einen Anschlag für die Hilfe der rheinischen
Bundesstände, im Fall einer neuen Empörung der Bauerschaft, fest;
Klüpfel, Urkk. z. Gesch. des Schwäb. Bundes II S. 299 £.
?) Vgl. Baader, Verhandlungen über Thomas von Absberg und seine
Fehden gegen den Schwäbischen Bund 1519 bis 1530 (Bibl. des lit. Vereins
in Stuttgart CXIV).
2) Bensen, Geschichte des Bauernkriegs in Ostfranken, bes. S. 479 ff;
Baumann, Quellen zur Gesch. des Bauernkriegs aus Rotenburg a. d. Tauber
(Bibl. des lit. Vereins in Stuttgart CXXXIX).
4) Vgl. das Schreiben des Erzherzogs an den Kaiser, d. d. Speier 25. Mai
1526. Wien, Briefbuch.
5) Vgl. die Berichte des Abgeordneten der Stadt Memmingen zum Augsburger
Bundestage vom 20. und 25. Mai 1526 (Memmingen St. A., Orig.),