Metadata : Historische Untersuchungen. Heft V. (5)

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ob  die  Wirren  in  der  That  als  beendigt  zu  betrachten  seien.
Und  wer  konnte  sagen,  ob  nicht  die  Flammen  alsbald  wieder  an
irgend  einem  anderen  Orte  aus  dem  Boden  schlagen  würden  !)?
Und  auch  sonst  erschienen  die  Zustände  im  Reiche  nichts
weniger  als  gefestigt.  So  tobte  schon  seit  geraumer  Zeit  im  Herzen
des  Reichs,  in  Franken,  eine  verderbliche  Fehde.  Es  war  das
Rittertum,  welches  hier  sich  regte,  jenes  reichsunmittelbare  Rittertum,
  welches  an  die  neuen  kirchlichen  Lehren  für  sich  neue  Hoffnungen
  angeknüpft  hatte,  nach  deren  Vereitelung  es  in  verbissenem
Grimme  der  Herstellung  der  Ordnung  im  Innern  zu  widerstreben
nicht  aufhörte.  Lange  Jahre  hindurch  führte  Hans  Thomas  von
Absberg  Fehde  gegen  Nürnberg  und  den  Schwäbischen  Bund?);
akuter  noch  gestaltete  sich  der  Zwiespalt  zwischen  Adam  von
Thüngen  und  der  Stadt  Rotenburg,  von  welcher  der  Ritter  während
des  Bauernkrieges  geschädigt  zu  sein  behauptete®).  Zuerst  im
Herbste  1525  und  sodann  nochmals  im  folgenden  Mai  fiel  er  mit
einem  Haufen  seiner  adeligen  Spiefsgesellen,  insgeheim  auch,  wie
man  sagte,  von  seinem  Geschlechtsgenossen  Konrad  von  Thüngen,
dem  Würzburger  Bischof,  unterstützt,  plündernd  und  verheerend
in  die  Gemarkung  der  Stadt  ein,  welche  letztere  es  denn  freilich
an  Repressalien  nicht  fehlen  lies.  Auch  machten  andere  Städte
Miene,  für  Rotenburg  in  die  Schranken  zu  treten®).  Andererseits
erzählte  man  von  umfassenderen  Rüstungen  Bischof  Konrads,  welche
es  dann  wohl  waren,  die  den  Pfaffenfeind  Kasımir  von  Ansbach
herbeiriefen?),  sodafs  die  Sache  sich  eine  Zeitlang  sehr  bedrohlich

!)  So  schrieb  z.  B.  Landgraf  Philipp  im  oben,  S.  207,  4,  angeführten
Schreiben  vom  12.  Mai  1526,  bei  den  Bauern  im  Eichsfelde  scheine  sich  ein
neuer  Aufruhr  anzuspinnen;  Marburg  St.  A.,  Abt.  Schwäb.  Bund.  —  Unter
dem  6.  Juni  1526  setzte  der  Bund  einen  Anschlag  für  die  Hilfe  der  rheinischen
  Bundesstände,  im  Fall  einer  neuen  Empörung  der  Bauerschaft,  fest;
Klüpfel,  Urkk.  z.  Gesch.  des  Schwäb.  Bundes  II  S.  299  £.

?)  Vgl.  Baader,  Verhandlungen  über  Thomas  von  Absberg  und  seine
Fehden  gegen  den  Schwäbischen  Bund  1519  bis  1530  (Bibl.  des  lit.  Vereins
in  Stuttgart  CXIV).

2)  Bensen,  Geschichte  des  Bauernkriegs  in  Ostfranken,  bes.  S.  479  ff;
Baumann,  Quellen  zur  Gesch.  des  Bauernkriegs  aus  Rotenburg  a.  d.  Tauber
(Bibl.  des  lit.  Vereins  in  Stuttgart  CXXXIX).

4)  Vgl.  das  Schreiben  des  Erzherzogs  an  den  Kaiser,  d.  d.  Speier  25.  Mai
1526.  Wien,  Briefbuch.

5)  Vgl.  die  Berichte  des  Abgeordneten  der  Stadt  Memmingen  zum  Augsburger
  Bundestage  vom  20.  und  25.  Mai  1526  (Memmingen  St.  A.,  Orig.),