Full text : Das Civil-Medizinal-Wesen im Königreiche Bayern. 3. Band. Die Medizinalpolizei (Fortsetzung). (3)

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Erkenntniß  der  zuständigen  Behörde  zu  veranlassen.  So  weit
in  einem  solchen  Falle  der  Kosten-Ersatz  nicht  aus  den  Mitteln
des  Kranken  oder  seiner  alimentationspflichtigen  Verwandten  bestritten
  werden  kann,  hat  die  Verwaltungsbehörde  für  die  Zusicherung
  und  Leistung  desselben  durch  die  Heimathsgemeinde
oder  die  öffentlichen  Kassen  besorgt  zu  sein.

§.  29.  Auch  außer  den  in  den  vorhergehenden  Paragraphen
bemerkten  Fällen  haben  die  Behörden  es  sich  zur  angelegentlichen
  Pflicht  zu  machen,  unbemittelten  inländischen  Geisteskranken,
  welche  nach  den  vorstehenden  Bestimmungen  zur  Theilnahme
  an  den  Wohlthaten  der  Anstalt  sich  eignen,  hierzu  durch
Ausmittelung  der  erforderlichen  Kosten-Beiträge  und  rechtzeitige
  Nachsuchung  der  Aufnahme  zu  verhelfen.  Die
kgl.  Cantonsärzte  haben  die  Verwaltungs-Behörden  von  Amtswegen
  auf  solche  Kranke  aufmerksam  zu  machen.  Sämmtliche
Behörden  und  Beamten  werden  angewiesen,  alle  das  Aufnahme-Gesuch
  eines  Geisteskranken  berührenden  Geschäfte  so  viel  als
immer  möglich  zu  beschleunigen  und  die  Angehörigen  solcher  unglücklicher
  Kranker,  so  viel  es  an  ihnen  ist,  zu  belehren,  daß
ein  methodisches  Heilverfahren  um  so  mehr  Aussicht  auf  einen
günstigen  Erfolg  gewährt,  je  zeitiger  dasselbe  nach  dem  Ausbruche
  der  Krankheit  eintritt  und  je  früher  der  Kranke  dem  Einflusse
  seiner  bisherigen  Verhältnisse  entzogen  und  einer  Anstalt
übergeben  wird.

V.  Verbringung  in  die  Kreis-Irrenan  stalt.

§.  30.  Die  Einlieferung  eines  Kranken  kann  geschehen,
sobald  vom  Vorstande  oder  durch  das  kgl.  Landcommissariat  die
erholte  Aufnahme=  Genehmigung  den  Vertretern  des  Kranken
mitgetheilt  oder  die  vorläufige  Ermächtigung  hiezu  ertheilt  ist.
Doch  muß  die  Zeit  der  Ankunft  wenigstens  24  Stunden  vorher,
wenn  nicht  die  Dringlichkeit  des  Falles  dem  entgegensteht,  angezeigt
  werden.  Der  Hausarzt,  beziehungsweise  der  Cantonsarzt,
  hat  die  nöthigen  Vorschriften  über  Transportmittel  und
Behandlung  während  der  Reise  zu  ertheilen.  Die  Reisekosten
werden  aus  dem  Vermögen  des  Kranken  bestritten.  Bei  Unvermöglichen
  werden  dieselben  der  Heimathsgemeinde  oder  Demjenigen
  zur  Last  fallen,  welcher  das  Verpflegungsgeld  zu  bezahlen
  hat.  Die  Anstalt  übernimmt  dieselben  in  keinem  Falle.

§.  31.  Immer  muß  dem  Kranken  ein  mit  seinen  Ver-