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lich die Zusammensetzung der Mehrheit, welche dem Antrag Hoverbeck
den Sieg verschaffte, keineswegs als so harmlos und gleichgültig auf,
wie es in Parlament und Presse im ersten Augenblick geschah.
Schon bei dem ersten Auftauchen der Frage mußte es befremden,
daß dieselben Männer, welche kurz zuvor das agitatorische Wirken der
Ultramontanen in der schärften Weise gebrandmarkt hatten, sich jetzt,
wo es sich um die Strafhaft eines der schlimmsten Agitatoren wegen
Beleidigung des Kaisers, des Kanzlers u. s. w. handelte, sich über die
Behandlung der Sache vom Standpunkt der Würde des Parlaments
nicht vertraulich auch mit der Regierung, sondern lieber mit Windthorst
und Genossen ins Vernehmen setzten. Es war ferner mehr als befremdlich,
daß in der ganzen fünfstündigen zweiten Beratung der Angelegenheit
wiederum nicht ein Wort von seiten der regierungsfreundlichen
Parteien fiel, aus welchem für weitere Kreise die Zurückweisung
jedes Interesses für Majunke selbst klar ersichtlich wurde.
Der Reichskanzler hielt es nicht für möglich, seinerseits die Verantwortung
für die Reichspolitik weiter zu tragen, wenn er nicht entschiedenere
Bürgschaften für die Mitwirkung einer zuverlässigen Reichstags-Mehrheit
erhielt, — und sah sich veraulaßt, die Frage wegen der
weiteren Führung der Reichsregierung zur Erwägung und Entscheidung
Sr. Majestät des Kaisers zu stellen.
Kaiser Wilhelm wies, wie es nicht anders sein konnte, den Gedanken,
die Leitung der Reichspolitik in andere Hände zu legen, weit
von sich, würdigte aber vollkommen die Erwägungen, welche den Fürsten
Bismarck zu seinem Schritte bestimmt hatten. Während aber im Rat
des Kaisers die Mittel und Wege, um den Bedenken des Kanzlers Abhülfe
zu schaffen, ernst erwogen wurden, erfolgte von seiten des Reichstages
bereits eine feierliche Kundgebung, welche jene Bedenken zunächst
zurücktreten ließ.
Die Gelegenheit dazu wurde im Reichstage selbst ungeahnterweise
durch den Abgeordneten Windthorst geboten, welcher die letzte Beratung
über den Etat des Auswärtigen Amtes zu einem neuen Angriff gegen
den Fürsten Bismarck benutzte und die Verweigerung des sogenannten
Vertrauensfonds beantragte.
Dies benutzte einer der angesehensten Führer der nationalliberalen
Partei, der Abgeordnete von Bennigsen, um in mächtig wirkender Rede
den Reichstag gerade zu neuer Bekundung des unbedingten Vertrauens
zu dem Reichskanzler aufzufordern.
Er beantragte, durch die Bewilligung des erwähnten Fonds dem
Reichskanzler ein ausdrückliches Vertrauensvotum zu geben, — und die