Abriß der Ortsgeschichte. 647
Ohne Zweifel waren die Herren von Waldthurn eines Stammes mit
denen von Waldau, welche die Herrschaft Waldthurn im Jahre 1540 an
Willibald von Wirsberg verkauften, nachdem erst kurz zuvor Georg v. Waldau
(31. Jan. 1540) sich damit der Pfalz als Landsasse unterworfen hatte. Da
Waldthurn von der Krone Böhmen, das Halsgericht aber vom Reiche zu
Lehen rührten, suchte sich Georg Christoph von Wirsberg der pfälzischen Oberhoheit
zu entziehen, mußte aber auf Grund des berührten Waldau'schen Reverses
vom J. 1540 dem Kurfürsten Friedrich Landsassendienst und Oeffnung mit
Waldthurn und dem von ihm neuerbauten Georgenberg geloben, doch der
Krone Böhmen als Oberlehenherren ohne Schaden (1606). Nach dem Tode
des Hanns Ulrich von Wirsberg (J+ 1632) wurden Sabina von Gaißldorf
und Christoph Friedrich von Sazenhofen auf erlangten böhmischen Lehen-Consens
bis zu Austrag der Streitsache mit den Wirsbergern immittirtz dann
aber (1652) die Herrschaft als königlich böhmisches Lehen für apert erklärt
und 1654, 24. Dez. von den böhmischen Commissarien übernommen. Die Fürsten
von Lobkowitz erkauften Waldthurn (1656, 28. Mai) und traten es mit
Neustadt a./Wlonb. (1807) an Bayern ab.)
Albrecht mit vier Gewappneten und mit vier reisigen Pferden zu Dienst. Den
Hammer in Altentreswitz hatte 1387 Heinrich Naßmann inne. Zu Burgtreswitz,
ehedem Forstmeisterei, war (1304) Konrad von Paulstorf als Hauptmann.
In das vereinte Amt Tännesberg-Treswitz gehörten die Märkte Eßlarn,
Waidhaus und Mosbach. Erstere beiden sind im Salbuche von 1283 als die Sitze
kleiner Aemter verzeichnet; Eslarn (damals 12 Höfe, 1 Mühle, 11 Seldberbergen)
gelangte frühzeitig in ritterschaftliche Hände und um das Jahr 1400 von
den Punzingern an die Wahrberger, von denen Ulrich und seine Gemahlin diese
„veste Behausung und Hofmark“ dem Herzog Johann verkauften (1424, 20. Febr.).
Darauf erhielten Eslarn die Stöckel zu Lehen, von denen es 1570 heimsiel.
Den Hammer hatten in der ersten Hammereinigung (1387) Vellkes und Ott
Nortwein. Plünderung durch die Schweden, Hungersnoth (1634) 2c. vgl. Zimmermann
S. 277. In Waidhaus verschanzte sich 1621 Graf Mannsfeld „auf
dem Roßhaupt“ und verheerte von da aus die Umgegend. Hier war der Sitz
eines kurfürstlichen Mauthamtes. Ein Erchinger de Mosebach erscheint 1130 und
noch 1350 kommen in Urkunden Leonhart und Wernhard von Mosbach vor. Die
Kirche des 1848 fast ganz niedergebrannten Marktes Mosbach wurde i. J.
1299 der Pfarrei Böhmischbruck einverleibt. Das Kirchlein des gegeißelten Heilandes
von der Wies wurde 1746 erbaut. Die Kapelle in Böhmischbruck
besetzte das Kloster St. Haimmeram zu Regensburg (1323) mit K. Ludwigs
Genehmigung durch den Priester Ulrich von Vohendräze. Vordem hatte es daselbst
Herrn Albrecht den Smidmülner als Pfleger (1319).
1) Im vorigen Jahrhundert erscheinen auch vorübergehend die Freiherren von Pettendorf
in diesem Besitze, wovon Waldthurn (1772, 14. August) auf die Frhrn.
v. Stingekheim durch Erbschaft überging. Die obengenannten Waldauer besaßen