Full text : Unser Pommernland. 3. Jahrgang 1915/16. (3)

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Handgranaten  werden  verteilt.

Sturmgepäck  mitnehmen.

Mützen  werden  aufgesetzt.

Schon  kommt  der  Angriffsbefehl.

Hinaus  aus  dem  Graben.

Schon  rasseln  Maschinengewehre.

Kugeln  prasseln.

Handgranaten  spritzen  hellen
Verderben.

Feuerschein  und

Es  braust  die  Flut  der  Angreifer  und  die  Wogen
  prallen  an  den  Fels  der  Verteidigung.

Und  die  Brandung  wächst  und  rollt.

Zischt  und  schäumt.

Brüllt  in  wahnsinnigem  Getöse.

Bricht  sich  wieder  an  dem  blutigen  Fels.

Der  wankt.

Richtet  sich  wieder  hoch.

Stärker  prallen  die  Wogen  und  unheimlich  wütet
  der  Sturm.

Mehr  und  mehr  wankt  der  harte  Fels.

Und  stürzt  zusammen.

Die  Flut  ergießt  sich  darüber  hinweg  und  verliert
  sich  in  der  Ferme.

isc

Weiter  rennen  die  tapferen  Kerle  und  reißen
alles  mit  sich!

Der  Feind  flieht  und  schreit.

Brüllt  um  das  Leben.

Die  Großmut  des  Siegers  schenkt  es  ihm.

Die  wilden  Elemente  beruhigen  sich  und  die
Ruhe  bricht  sich  Bahn.

Auch  die  Besonnenheit  kehrt  zurück.

Das  Gewitter  ist  vorüber.

Die  Kompagnien  sammeln.

Manch'  treuer  Kamerad  fehlt.

Manch'  guter  Führer  kommt  nicht  mehr.

Kriegl

Mancher  wird  bitter  vermißt.

Um  manchen  Freund  getrauert.

Er  kam  nicht  durch.

—  ——  Anser  Dommerlaund—

Hermann  war  nicht  dabei.

Hatte  er  sich  verlaufen  oder  wo  blieb  er?

Da  meldet  sich  einer.

Er  hat  ihn  fallen  sehen.

Vielleicht  war  er  nur  gestrauchelt  und  lief
umher  zu  suchen.

Hermann  fehlte.

Der  Kompagnieführer  frägt
Mann.

Er  ist  nicht  mitgekommen.

Es  ist  Zeit,  man  kann  nach  ihm  suchen.

Sie  gehen,  die  Kameraden.  Den  Freund  zu
suchen.

Hallol

Es  hallt  durch  die  Nacht.

„Habt  ihr  ihn  gefunden?“

nun

nach  dem  tapferen

Hierher!

Hier  liegt  Hermann.

Mitten  in  dem  Drahtverhau,  das  er  durchbrochen.


Mitten  in  seinem  Werk.

Dort  hat  ihn  die  Kugel  erreicht.

Kopfschuß!

Er  starb  schnell.

Als  Held.

Die  Männer  nehmen  die  Helme  ab  und  manche
Zähre  rollt  zur  Erde.

Der  Kompagnieführer  spricht  ein  kurz'  Gebet.

„Ruhe  sanft  —  du  Heldl!“

Man  hat  ihn  dort  begraben.

„Hier  ruht  ein  deutscher  Held!“

So  steht  auf  seinem  Hügel.

m

„Trösten  Sie  sich,  gnädige  Frau,  er  starb  als
Held!“

So  las  die  Mutter  in  der  Todesnachricht.

Tröste  dich,  du  Mutter.

Tröste  dich  mit  den  vielen  anderen,  die  auch
Heldensöhne  hergegeben  für  ihr  Vaterland.

Vielleicht  gibt  es  ein  Wiedersehen  im  Jenseitsl!

Glaube  daran.

Leichter  wird  dir  der  Trost!