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französischen Hofe diese Souverainitäts-Fdee immer mehr geweckt.
Erst hatte sich Frankreich nur an die kurfürstlichen
Hoͤfe und an den Landgrafen von Hessen-Kassel gewandt; die
Uebrigen folgten aber bald nach, und unter den kurfürstlichen
Hôfen waren ohnedieß schon der Bayerische und Brandenburgische
gleichsam vorausgelaufen. Der ganze häusliche
Ton hat sich daher völlig geändert, und am unglücklichsten
schnell geändert, wenn unsere deutschen Fürsten Gemahlinnen
aus Frankreich geholt haben, oder deutsche Prinzessinnen dahin
abgegangen sind. Der deutsche Fürst hörte nun ganz auf,
lieber Ehegatte, Hausvater, Oekonom zu seyn. Die Titel,
die er von Einheimischen erhielt und von Auswärtigen prätendirte,
stiegen so schnell, als gewöhnlich Thorheiten zu steigen
pflegen. Hochgeboren war vor den Zeiten des dreißigjährigen
Krieges gewöhnlich der Titel der alten Fürsien,
und fürstliche Gnaden war damals noch ein ganz ehrenvoller
Name. Bald kam der Unterschied von Hoch fürstlich
dazu, und endlich wurde aus den hochfürsilichen Gnaden eine
Durchlaucht.“) Zuletzt wird auch noch der Durchlauchtigsie
Herzog, Herr von zwanzig Quadratmeilen, Potentissimus heißen.
Weil so viel vom goldenen Vließ, vom Hosenband-Orden
und Ludwigs-Zeichen gesprochen wurde, so wollte jeder
deutsche Fürst auch einen Orden in seinem Lande haben. Er
stiftete meist einen großen und einen kleinen Orden, deren
beide kein Fremder verlangte, und worauf Einheimische gern
gegen Vermehrung ihrer Besoldungen Verzicht gethan hätten.
Jeder kleine deutsche Fürst wollte nun auch sein Versailles
haben, war mit der-Burg seiner Vater nicht mehr zufrieden,
und wenn er vollends dem Schlosse einen französischen
*) 1626 erhielt Kurfürst Johann Georg von Sachsen vom Kaiser
zuerst den Titel Durchlauchtig.,