Full text : Deutschland und der Weltkrieg.

Vorwort.

Der  durch  die  Mordtat  von  Serajevo  hervorgerufene  Weltkrieg  un—
terscheidet  sich  äußerlich  von  allen  früheren  Kriegen  dadurch,  daß  er  gewaltige
  Millionenheere,  wie  nie  zuvor,  auf  Fronten  von  Hunderten  von
Kilometern  in  ununterbrochenem  Kampfe  einander  gegenübergestellt  hat.
Vielleicht  ist  er  aber  noch  bemerkenswerter  dadurch,  daß  er  von  Germanen,
  Romanen,  Slawen,  Magyaren  und  Türken  nicht  nur  mit  cinem
früher  unbekannten,  erst  durch  die  neuzeitliche  Wissenschaft  und  Technik
ersonnenen  Aufgebot  von  Angriffs=  und  Verteidigungswaffen  geführt
wird,  sondern  zugleich  aus  dem  Militärischen  und  Politischen  hineingetragen
  wird  in  das  friedliche  Gebiet  der  Kultur.  Die  Angriffe  ringsum
richten  sich  nicht  nur  gegen  die  junge,  kraftvoll  emporgekommene  Macht,
die  das  Deutsche  Reich  in  der  politischen  Welt  darstellt,  sondern  auch
gegen  Geltung  und  Bedeutung  von  deutscher  Art,  Kultur  und  Wissenschaft.
  Skrupellos  und  hartnäckig  wird  dieser  „Kulturkampf“  in  der  ganzen
  Welt,  mit  allen,  auch  den  niedrigsten  Mitteln,  in  Zeitungen  und
Zeitschriften,  Broschüren  und  Büchern  gegen  uns  geführt.  Das  ganz
seiner  Arbeit  hingegebene  deutsche  Volk,  sosehr  es  auch  in  richtiger  Erkenntnis
  seiner  gefährdeten  Lage  auf  einen  Uberfall  mit  Waffengewalt
sich  gerüstet  hatte,  ist  durch  diese  literarischen  Angriffe  fast  unvorbereitet
überrascht  worden.  Abgeschnitten  vom  Kabelverkehr,  vielfach  behindert
auch  im  internationalen  Postwesen  und  ohne  nennenswerten  Einfluß  auf
die  fremde  Presse,  war  es  mit  seinen  Verbündeten  vielfach  wehrlos
diesem  unerwarteten  und  verschlagenen  Angriffsturm  preisgegeben.  Es
ist  sich  freilich  auch  bewußt,  inu  seinen  Fähigkeiten  hier  hinter  den  Feinden
  zurückzustehen,  und  trachtet  in  der  Hauptsache  nicht  danach,  in  dlese
traurige  Arena  wüsten  Geisteskampfes  herabzusteigen,  obwohl  es  sieht,
wie  dedurch  manche  Erfolge  erzielt  werden,  wo  die  Bildung  ein  selbständiges
  Urteil  nicht  ermöglicht.  Es  glaubt  vielmehr  auch  hler  seiner  in  strenger
Arbeit  ausgebildeten  Eigenart,  allen  Vorurteilen  und  Verleumdungen
zum  Trotz,  treu  bleiben  zu  sollen.

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