10 Neuere oberstrichterliche Erkenntnisse.
um noch weiter zu erklären, warum dem zwischen
dem F. und S. eingegangenen Vertrag eine die
Schuld des D. und H. aufhebende Wirkung
beizulegen sei. In Bezug auf dieses letzterwähnte
Schuld-Verhältniß hat der zwischen F. und S. abgeschlossene
Vertrag allerdings eine auflösende
Wirkung gehabt; allein der Grund hiefür liegt darin,
daß F. mittels dieses Vertrags über den ihm aus
einem verwertheten Vermögenstheile des Schuldners
D. angebotenen Zahlungsgegenstand unbeschränkte
Verfügung traf und daß auf solche Weise die rechtliche
Wirkung einer Zahlung herbeigeführt wurde.
Von keinem Belang ist daher für die vorliegende
Streitsache die Frage, ob der zwischen F. und S.
zu Stande gekommene Vertrag den Einfluß einer
Novation auf jene Verträge gehabt habe, welche
ursprünglich die Schuldverbindlichkeit des D. und H.
begründeten. Urth. v. 13. Okt. Reg. 1 58/1881.
Familienrecht. Voraußbestimmung und
Einkindschaftung nach Bamberger Land-=recht;
Einfluß des Irrthums über den Vermögensbestand
hiebei. Als die Bauerswittwe
W. mit B. zu einer zweiten Ehe schreiten wollte,
wurde unter der Herrschaft des Bamberger Provinzlalrechts
notariell ein Ehe= und Einkindschaftsvertrag
abgeschlossen, durch welchen die ersteheliche Tochter
der W. unter Auswerfung eines Vorauésvermögens
von 500 fl. vereinkindschaftet, und eine von
der W. im Wittwenstande außerehelich geborne Tochter
durch Aussetzung eines Erbtheils von 800 fl.
abgefunden wurde. Hiebei war angenommen worden,
nach Abzug der Hypothek= und anderer Schulden
bringe die W. ein reines Vermögen von 2620 fl.
in die Ehe, und B. besitze ein Vermögen von 4200 fl.
Weil nun nach vollgogener Ehe angeblich sich
herausstellte, daß bei jenem VertragSabschluß die