120 Sozialgesetzgebung I. Gemeindeordnung 8. 3.
Rechtsfrage, noch schließt dieselbe aus, daß von
den zuständigen Gerichten oder Richtirpersonen
unter den prozeßordnungsmäßigen Voraussetzungen
eine andere Vorsichtsverfügung erlassen
wird. In letzterer Hinsicht ist insbesondere
hervorzuheben, daß die Gelneindeordnung im
Art. 37 Abs. 2 das Recht, eine andere Vorsichtsverfügung
zu treffen, nicht blos für das
Prozeßgericht, sondern für die. Gerichte überhaupt
vorbehält 96). Es bleibt daher in diefem
Punkte ganz bei den jeweilig geltenden
Bestimmungen des Civilprozeßrechtes 57).
Sobald eine andere gerichtliche vorsorgliche.
Verfügung getroffen ist, oder eine rechtskräftige
gerichtliche Entscheidung über die Besitz-
oder Rechtsfrage vorliegt, tritt die administrative
Provisionalanordnung kraft des Gesetzes
außer Geltung.
[UV. Ueber die hiehe einschlägige! Bestimmung
des Art. 37 Abs. 3 der Gemeindeordnung s. später
im F. 6 dieses Aufsatzes.
V. Die bisherigen Erörterungen unter lit. C
finden analoge Anwendung auf die sog. Ortsgemeinden
hinsichtlich des ihnen nach Art. 5 der Gem.=Ordn.
vorbehaltenen Sondervermögens.
(Fortsetzung des 8. 3 folgt.)
so kann dies doch hinsichtlich der Zulässigkeit der
possesorischen. und petitorischen Klagen und der. Parteirollen
bei denselben nichts zum Nachtheile der einen
oder anderen Partei verändern (vgl. Art. 641
der Civilprozehordnung). Ebenso kann auch das administrative
Provisorium die Veweislast nicht verändern,
und insbesondere kein Präjudiz in Bezug auf
den Beweis des Eigenthume schaffen.
½6)) r— Verh. des Soz.-Gg.-Aussch. der II. K. 1
87) Vgl. ivilprozeßordnung v. 1869 Art. 605—641,
insbesondere Art. 605, 606, 618—621.