Nummer 75
Samstag, 8 7. Müärz 1912
selretär Dr. Helfferich, daß der U-Bootlrieg die
Wewähr gebe, daß auch die wirtschaftlichen Erwartungen
erfüllt würden. "„
Am 29. Märzl! s
Dos ist ein gam besonderer Tag, den wir uns,
und wahrscheinkich nicht wir allein, sorgsam ein-**r
„:
geprägt haben. Der Todestag des U. Bootkrieges!
Vorausgesagt von Lord Lytcons im
englischen Oberhause! Und zwar geschah dies mit
solcher Besiimmtheil, daß, wolite man nicht an
eine Flunkerei denken, die doch niemand einem
Engländer im Kriege zutrauen wird, man an.
nehmen munte, der Lord hätte schon seine Grün.
de dafür. Er sagte das nicht nur so leichthin,
sondern er gab es war in der eriten Fe
druarhälfte · die bestimmte Erliãrung ab, daß
England in secks Wochen, also genau am 29.
Mätz, des deutschen U-Bootlrieges vollsiändig
Herr sein werde. Wir mollten nicht die Unhöflichkeit
begehen, anzu weiseln, was ein Engländer.
in dem Parlament sagte, wo ja auch, neben aus.
gesuckten Freundlichkeiten gegen die Feinde, die
Minister nur zu lriftallenen Wabrheiten die
Lippen öffnuen, und haben unterdrücht, was da.
mals gleich das Kopenhagener „Ertrabladet“
schrieb: „Ein Ungluck isl nur. daß seit der Ertlärung
Churchiklls vor zwei Jahren, die Englän.
der würden die deutscke Flo2te aus dem Nieler
Hafen treiben, wie man eine Ratte aus dem
Loche treibt, von englischer und französischer Seite
so viele Verspreckungen und Voraussagungen
abgegeben wurden, die niemais eingelrofsen
sind, daß man allmählich eiwas sieptisch gewor,
den itt.“ Wir merkten und nur den 29. März
an, um Lord Lutcon zu fragen, wenn der Tag
da sein würde. Und da er nun da itt, so sind
meir so frei. Ist England des dentschen Bo#i-#rieges
Herr geworden? Der Lord wird begrei-4#en,
daß hiermlande Imeresse für Frage und
Antwort besteht. (M., A. A.). -
Ein englischer Jerstörer gesunken.
Berlin, 29. März. Eines umierer lürslich
zurückgrkehrten U Breoie sand vor einigen Wochen
wesilich Joner Gabbard Wrackteile, die
von einem lurz vorher gefsuntenen Schiffe
stammten. Eine Voje trug den Namen „Man-I0“.
Mank ist ein englischer, 1014 vom Sta.
pel gelassener Jeriörer von 10 0) Toannen.
Algemeines vom Keieg.
FFrinz Friedrich Karl von Preußen.
Basel, 29. Marz. Die „Basker Nachrichten“
verössentlichen eine Harvasmeldung aus
London nad der Prinz Friedricn Karl von
Preußen seinen Verletzungen erlegen sein joll.
Der Prinz war, mie der amtliche Tageobericht
vom 22. März meldete, von cinem Fluge über
die feindlichen Linien zwischen Arras und Peronne
nicht zrückgelehrt; nach späteren Meldun.
nen war er schu#r verwundet in englische Gesan
nensckaft geräten.
Eine französische Fälschung.
Berlin, 29. März. Der „Vorwärts“
schreibrt: Aus einem Parkamentobericht des
„Vorwärto“ wollen sran ösiscke Blätter, wie
5. B. „Croi"“ vom 20., „Matin“ vom 19. Mär;
solgern, daß Deutschland einen Gesamtverlust
von 6 Miliionen Mann an Toten, Verwundeten
und Vermißien im Welil#rieg zu verzeichnen
habe. „Lnon Republicain“ vom 20. März stei.
gert die Zahl sogar auf 20 Millionen. Es han.
delt sich um die Rede Adolf Hoffmanu= vom
15. März im Preubischen Akgeordnetenhaus,
worin dieser von den „6 Millionen Opsern des
Weltkrieges“ redet, die in Massengrüften mo,
dern. Der Zusammenhang ergibt Har, daß Hoff ·
mann nicht von den deutschen Verlusten, sondern
Die zweite Fran.
Roman von Anna Seyffert-Klinger.
6 (Nachdruck verdoten.)
„Dunderttaufeno,“ wiederholte ole junge
Frau, und ihre schönen Augen funkelten begehrlich,
„das Geld gehört Lord Moory, deinem
zukünftigen Schwiegersohn, nicht wahr?
old nickte und ließ sich vor seinem
Schreibtisch nleder. „Der Lord bewirbt sich
angelegentlich um Irmgards Gunst.“
„Dann ist es doch aber ausgeschlossen, daß
er sein Depot zurückverlangt — gib mir doch
ein paar Tauscde von dem Gelde, du kannst
die Summe ja in den nächsten Tagen ergänzen!“
„Unmöglich, Julie, es wäre Diebstahl, denn
weder heut noch morgen könnte ich den fehlenden
Betrag ersetzen.“ Er öffnete ein Fa
selnes Schreibtisches, entnahm demselben mit
zitternder Hand ein Päckchen Banknoten und
reichte sie seiner Frau.
Hier hast du vorläufig tausend Mark,
Julie. Richte dich domit ein, so bald wie möglich
erhältst du mehr.“
Freilich, die schmale, weiße Hand, die nichts
anderes verstand, als Geld auszugeben, grilf
gierig nach den Scheinen, aber ein hohnvolles
Lachen begleitete die Bewegung. „Unm mich
mit Almosen abfinden zu lassen, gab ich meinen
adligen Namen, meine Freibeit dahln, o, es ist
emporend! Aber die Welt soll erfahren, welch
ein scheinbeiliger kulckeriger Mensch du bisft,
und die Welt wird mich aus den lästigen
von den Toten aller kriegführenden Länder
sprach. . -
Notseisenscgncmxj
KIln,29.Mätz.Dic»«5köln.Ztg.«-meld·å
aussah-visi-EinaugdckcnglifchenGefangenschaft
entflohener Bulgare erzählte nach der
„Camkana“, daß die Wierverbandsarmer jetzt
auf den Tag und Kopf 1000 Gramm Zwieback
und jeden dritten Tag ein Viertel Brot erhält,
Fleisch sei eine große Seltenheit. Bestenfalls
belomme man Knochensuppe und einmal wöchentdrei
Oliven. Ein in der Dobrudscha gefangener
und entflohener Bulgare erzählt, daß dort Hunger
und Unzufriedenheit unter den Russen herrsch#,
nicht besser sei es in Bessarabien. Die Sol
daten dächten nur noch an einen baldigen Frie
Jen.
"“[' “9 4 „ * — —
VBelagerungszustand in Spanien.
Madrid, 29. März. Amtlich wird gemes.
det: Eine Verordnung helt die verfassungsmäßi.
ge, Verte in allen Provinzen des Königreichs
auf. !sI
–4-— – 12. ·r% ". m 4 Au# 1.
lallen
Straßenkundgebungen in »
Mailand.
Rotterdam, 29. Män. Aus Lugano wird
berichtet, daß die Strastenkundgebungen in Mai.
land gegen den Krieg noch immer fortdauern.
Besonders zahlreich waren sie am 24. und 25.
März. An diesem Tage mußten die Militärlehörden
zahlreiche Verhaftungen vornehmen.
Die rassische Nevolnslon.
Spaltung im russischen
Arbeiterausschuß.
Stockholm, 29. März. Nachdem ein Teil
des Petersburger Arbeiterausschusses sich für
die Fortsetzung des Krieges ausgesprochen hatte,
trat eine Spaltung der Versammlung ein. Die
Arkeiterschkaft wählte einen neuen Ausschuß, das
„SVentrallomitee der Arbeiterschaft“ heißt und
das sich jetzt als den eigentlichen Vertreter der
Arbeiteischaft ertlärte. Es war sofort Herr der
Lage. hm schlossen sich die Telegraphen., Eisenladn
und Postbeamten an. Ebenso sämtliche in
Petersburg stehenden Regimenter. Die radikale
Arbeiterpartei übernahm das neue Sozialistenklatt
„Pramda“, in dem an leitender Stelle
solgende Entschließung ver neuen Partei veröfsentlicht
ist: „Es wurde beschkossen, sofort in
Verbindung mit dem Proletariat der Revolnlionsfreunde
aller kriegführenden Länder zu
treten und den unmittelbaren Schluß des verbreckerischen
Krieges herbeizuführen, der den
Völlern aufgenwungen uird. Wir fordern die
souemarische Verbrüderung der Soldaten der
kriegfüßrenden Völker in den Schützengräben.“
Gegen die neuc russische Reglerung.
Stockholm, 29. März Einen bedeurenden
Machtzumachs geunnn der Petersburger Arbeilerrat
neuerdings infolge des Anschlusses
sämtlicher Eisenbahn., Post und Telegraphenbeamten,
welche der jetzigen proofsorischen Negierung
den OCehorfam verweigern.
Der Aufruhr in Archangelsk.
Stoaholm, 29. Mäzz. Der Kriegeminister
Gutschkow erhielt Telegramme aus Wladiwostiok
und Archangelsk, w##rin mitgeteilt wird,
daß die dorligen Kriegshäfen mit ihren Garnisonen,
die Flotte und die Eismeer-Flottille sich
der jetzigen Regierung angescklossen hätten. In
beiden Hafenstädten sind diesem Anschluß schwere
Kämofe der Truppen mit der Bevölkerung und
der Truppen untereinander vorangegangen.
auf den Lirxpen. „Tu' es nicht, meiner Tochter
lwegen schweige, bringe mich nicht un den
Pranger der öffentlichen Meinung,“ wollte er
sagen, aber er wußte sa, daß solche Worte nur
Zulies Widerspruchsgeist wecken würden. Er
hatte oft genug Proben ihrer Bosbeit und
Schadenfreude erhallen; die Gewißheit, daß
er das Ceschwätz böser Zungen fürchte, würde
ausschlaggebend für Julie gewesen sein, sie
hät:e die Geschichte dieser heimlichen Ehe
phierend der Welt verkündet.
Er war klug genug, zu schweigen, während
er den schweren Sammet um die üppigen
Schultern der grollenden Schönen legte.
ne ihn noch eines Blickes zu würdigen,
rauschte sie hinaus, erbittert und rachsüchtig
wie nie zuvor.
Wann auch ließe es sich eine gefallfüchligc,
verwöhnte und bestrickend schöne Frau unge-Ktraft
gefallen, wenn jemand es wagt, ihr ein
Spiegelbild ihres Charakters vorzuhalten!
Und Peßold mit seinem schlichten Sinn
konnte nicht ahnen, welch ein Abgrund sich im
Innern seiner zweiten Frau barg, trotzdem er
hie fürchtete und verachlete.
3. Kapitek.
Wleder begaonn der Bankiter seine ruhelose
Wanderung über den welchen, aren Teppich,
der deas Geräusch seiner Schritte se vollkommen
ömpste.
as nun? In dlesem einen Gedanken
felten alle anderen; was sollte er 1 um
emgard vor dem Unhell zu schützen, das sich
über ihrem a#nungslosen jangen Haupte zusammenzog?
Lange sann und grübellte er vergeblich, aber
-
trium·
Fesseln, die mich an dich ketten, befreien.“
* Schon schwebte dem Bankier eine Bltte
L##em schien löm doch ein rektender Gedanke
lict. Fleischlonseroen. Als Frühstück dienten
Die nede den Reichskanzlem.
Berlin, 29. Marz
Innere umd außere Politik beherrschten am
Donmerslag den Reichstag. Die Linke verkangte
eine beschleunigte Durchführung der Neuerten.
tierung in der imeren Politik im Reühe und in
Preuben. Der Reichskanzler blieb aber dabei,
daß Resormen wohl kommen werden, aber nicht
jebt, sondern erit nach dem Krieg. Er konmte sich
für diese Stellungnahme darauf berusen, daß
die literalen Parteien, die jetzt eine Beschleunigung
der Reformen verlangen, bis vor kur-##mit
ihm auf dem gleichen Standpunkt der
Vertagung bis nach Friedensschluß standen. In.
sofern Krachte also die neue Rede des Reichs.
kanzlers der Linken eine Erttäuschung, umsomehr
als der Reichskanzler auf mehrere in der
Delatte angeschnittenen Fragen überhaupt nicht
einging. Den breiteren Raum in feinen Busführungen
nahm die auswärtige Polstik ein. Wir
lassen diesen Teil seiner Rede hier solgen. Der
Reichskanzler sagte:
Deutsc,land und die Umwälzung in
ußland.
Der weltgeschichtliche Vorgang in Rußland
stebt an der Spitze der Ereignisse. Soweit uir
hier erkennen können, ist Zar Nikolaus das
Opser eigener tragischer Schulo geworden. Seit
alter langer Zeit waren Preusten und Rußland
durch eine maditionell gewordene Freundschaft
rerlunden. Aber im russischen Herrscherhaus
war der letzte Träger der akten guten Beziehungen
eigemlich schon mit Alerander II. ins Grab
geunken. Uneingedent der Bande, die die benack
barten Reiche durch ein Jahrhundert ver.
kirüpft hatten, uneingedent der Tatsache, daß
leine vitalen Interessengegensätge beide Län.
der freunen, glitt der Zar mehr und mehr
in das Fahrwasser der Entente und geriet
schließlich in rine so starte Abhängigkeit von der
in dem antokratischen Regime herrschenden
Kriegspartei, daß er in den Schidsalstagen des
Juli 1914 den Appekl des Kaisers an die lang.
jährige Freundschaft ungehört verhallen ließ.
Eine bei unseren Gegnern von jeher beliebte
Legende war es, daß die deutsche Regierung
es gewesen sei, die das realtionäre autofratische
Negime in Rußland gegen jede freiheitliche Bewegung
unterstützt habe. Schon vor einem Jahre
habe ich hier im Reichstag erklärt, dass dies
eine den Tatsacken direkt widersprechende Behauptung
ist. Als Rußtand im Jahre 1905
durch den japaniscken Krieg und die darauffol.
gende Revolntien in eruste Note gestürzt war,
war es der Kaiser, der dem Zaren Nikolaus
auf Grund seines perfönlichen Freundschaftererhällnisses
dringend geraten hat, sich den betechtigten
Reformwünschen seines Volkes nicht
länger zu widersetzen, also das genaue Gegenteil
von dem, was auch heute wieder zu sehr
durchsichtigen Zwecken behauptet wird. Zar Nilolaus
ült andere Wege gegangen, Wege, die
weder den Interessen seines eigenen, noch un
seres Landes entsprachen.
Wie die Dinge sich jetzt weiter entwickeln wer.
den, lann wohl niemand vorhersagen. Uns ist
die Stellung zu den russischen Vorgängen klar
rorgezeichnet. Wir werden auch weiterhin den
Grundsag lefolgen, uns in die inneren Verhält.
nisse fremder Länder nicht einzumischen. (Bei.
sall.) Von mis wollender Seite werden jetzt mit
allen erdenllichen Mitteln in der Welt Nachrich
rungene Freiheit des russischen Volkes vernichlen,
der Kaiser wolle die Herrschaft des Jaren
über die geknechteten Untertanen wieder herstellen.
Diese Ausktreuungen sind eitel Lüge und
Verleumdung, was ich hiermit mit allem Nachdruck
seireile. Wie sich das russische Volk sein
zu kommen. Seine vergrämten Züge erhellten
sich ein wenig, ein Senkzer der Erleichterung
stahl sich aus der gequälien Brust empor.
„Irmgard muß fort,“ murmelie er, „so
schwer ich meinen Liebling auch entbehre, will
ich vorläufig doch ohne sie fertig zu werden
suchen. Ich schicke sie zu Beate, dort ist sie
gut ausgehoben.“
Er begab sich ins Ebzlmmer, wo das Diner
schon für ihn aufgetragen war. Die kräftige
Bouillon belebte seine Nerven, der Wein rann
wie flüssiges Feuer durch seine Adern. Heute
vermißle er seine Tochter nicht, denn während
der Mahlzeit dachte er angestrengt über seine
Frekäre Lage nach.
Nach dem Essen schrieb er stundenlang in
seinem Zimmer. Dann ließ er den Buchhalter
Howald zu sich bilten.
Ein schlanker, junger Mann mit elnem
ernsten, edlen, schon etwas verarbeiteten Gesicht
erschien. Unauffällig betrachtete er sorgenvoll
die bleichen, vergrämten Züge seines
„Ich F heute nicht ins Geschäft kommen,“
sagte Petzold, nachdem er seinem ersten
Beamten höflich einen Platz geboten, „londern
meine aisattorresponbenen erledigen. Ist
etwas Besonderes vorgefallen ?“
„Ni deringste von Bedeutung, Herr
old, ich werde schon allein damit serilg,
und Sie tun gut, auch morgen auszuspannen.
rx ien aus.
E“———
and jie in noch einen von der
Arbeil zurs enderv, da ich miuch ja undsoms.
¶
2 ui0 vettufsen kann, sieb
Treffen Sle alle ofitionen nach elgenem
Ermessen. Es bederf bel ungewshnlichen Fadllen
ten verbreitet, Deutschland wolle die kaum er
* feiner Fräge an mich,
Haus einricktet, ist augenblicklich selne eigen
Angelegenheit, in die wir uns nicht elnmenge
(Beifall.) Eir#ige, m#s wir wünschen, is
daß sich in Nabland Zuschnde entwickeim mör
den, bie es zu einem sesten und gesichert. u Boi
wert des Friedens machen. (Lephafter Beifall.
Tragt die Neuordnung der Dinge dazu
die Wiederannön#ung. der beiden, auf gute
Nackbarschaft angewiesenen Völker zu erleichierr
so begrüßen wir das mit Freundschast. (Beifall.,
Wir haben unter den Sunden des alien Ruf,
lands, das Serbiens Mordanschlag gegen Oesier,
reich-Ungarn gedect, im Juli 1914 gegen uns
mobil gemacht, das im Dezember 1916 als erster
unserer Feinde unser Friedensangebot höhnisch
abgelehnt hat, selbst gemig gelilten. Das ruf.
sische Bolk, das diefen Krieg gewiß nicht ger
wollt hat, kann ohne Sorge vor irgendwelcher
Einmischung von unserer Seile sein. Wir begeh
#den nichts anderes, als möglichst bald wieder in
Frieden mit ihm zu leb . (Lebliaster Beisall)
in einem Frieden, der auf einer für alle Teile
Lebrenvollen Grundlage ausgebaut in.
717 1½ Amerika.
In den nätllisten Tagen versammeln sich die
Vertreter des amerilanischen Volkes, die vom
Präsidenten Wilson zu einer außerordentlichen
Sitzung des Kongresses zusammenberufen sind,
um über die Frage, ob Krieg oder Frieden, zwischen
dem amerilanischen und deutschen Volk,
zu entscheiden. Deutschland hat niemals die geringste
Aksicht gehabt. Amerlla anzugreisen, und
hat diese Absicht auch heute nicht. Es hat niemals
einen Krieg mit Amerika gewünscht, eben.
sowenig wie es dies heute tut. Wie ist denn
der Lergang gewesen? Wir haben den Ver
einigten Staaten mehr als eimnal gesogt, daß
wir auf die unbeschränkte Anu##endung der 11.
Bootswasse in der Erwartung verzichtet haben,
das England dazu gelracht werden würde, bei
seiner Rlockadepolitik die Gesetze der Menschlich
teit und die internationalen Abmachungen Zu
beachten. Diese Blackadepo##ik, daran möchte ich,
ausdrücklich in diesem Augenklick erinnern, iist
vom Präsidenten Wilson seltst und dem Staatssekretir
Lansing als ungesetzlich und nicht zu
verleidigend (Sehr richtig) bezeichnet worden.
(Hörl! hört!) Unsere Erwartungen, die wir
acht Monate lang aufrechterhalten haben, mur.
den völlig enttäuscht. England hat seine ungesetzliche
und nicht zu nerteidigende Blodadepolitil
nicht nur nicht aufgegeben, sondern andauernd
verschärst. Es hat in Gemeinschaft mit
seinen Verlündeten unser Friedensangebot hoch
mülig a#gewiesen und Kriegsziele aufgestelll, die
auf unsere und unserer Verbündeten Vernichlung
DLinauslaufen. Da haben wir zum unbe.
schrankten U. Bootkrieg gegriffen, da mußlen wir
zu ihm greifen. Sieht hierin das amerikanische
Volk einen Grund, dem deutschen Volf, mir
*!s es über hundert Jahre in Frieden gelebt
hat, den Krieg zu erklären? Will cs damit das
Blutvergießen vermehren? Wir sind es nichl,
die die Verantwortung dafür tragen. Das deut.
sche Volk, das weder Haß noch Frindschaft gegenüber
Amerika empfindet, wird auch dies zu
eriragen und zu überwinden wissen. (Brano!)
China.
Die chinesische Regierung al ihre Veziehungen
zu uns abgebrochen. Der chinesische Gesandte hat
seine Pässe verlangt. Unsere Beziehungen zu
Cl ina sind stels sreundschaftlicher Nal#ur genesen
und wenn die Beziehungen jetzt ein Ende
cgesunden haben, so brauche ich nicht zu sagen,
daß hier, nicht ein freier Entschlus der chinesischen
Regierung vorliegt, sondern daß sie nur
unter dem Druck unserer Gegner gehandelt hat.
DAuch) dürften finanzielle Schwierigleiten dabei
eine Rolle gespielt haben, deren China während
des Rrieges nicht Herr werden komte. Für un.
"„ F ch heie Iyhre umschließungen
im voraus gut.“
Alfred Howald verneigte sich. Ihr Vertrauen
ehrt mich, Herr Pehold, und es soll
mein ernstes Bemühen sein, mir dasselbe Ju
verdienen." ·
»Q,IchfiihlemichslmcnfehkocrpsiichärhI
mein junger Freund. Wenn ich einen Sohn
Därtte, der so tüchtig und gewissenhaft wäre wle
Sie, würde ich Kanz auf ihn sein.“
! Howalds blasses Gesicht rötcte sich vor
Freude. „Ich danke Ihnen aufs wärmste für
diese gütigen Worte, Herr Petzold, vielleicht
finde ich Gelegenhelt, Ihnen meine tiese Er.
gebenheit zu beweisen.“ ·
Das würe nicht unmögli
schlüsse sind so wunderbar. #4
kunft einmal nötig sein sollte,
sich meiner Tochter als treuer
Sie mir das versprechen, Herr Howald?“
„Mit tausend Freuden.) Doch mag der
Himmel Sle noch lange Ihrem Fräulein Tochte
erhalten, denn in ihrem Vater belitzt sie den
besten, treuesten Freund“
letzold entsegnette nichts darauf. Er relchte
dem jungen Manne die Hand, und Howald
l les-treu bie #inige hinen . war wie ein stummer
. aneeaeuu· ·
Euchs *2“ - ruhigt, verlieh der
in Korridor kam ihm J rd entgegen.
lichtgraue, mit ot verkgechelt.
Schultern
tel
tal , ———— * aber den
hre Wongen
lühlen noch, ihre ##en leuchteten in f###
Seie relchte Horvald die W
lersi an deren Velent toltbare Steinẽ
unkesten.
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