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Hier und da deutete eine fahle Färbung des Laubes die beginnende
Reife an.
„Ohue Fleiß kein Preis!“ sagte der Lehrer. „Alle, die
unsere Felder durchwandern, freuen sich des Segens, aber die
wenigsten ahnen, wieviel Mühe und Arbeit darinsteckt. Man
kann getrost sagen, daß die #cker auch mit dem Schweiße der
Bauern gedüngt sind.“ „Sie wollten mir die Arbeit näher erklären",
drängte ich.
„Recht gern“, erwiderte mein Begleiter; „ich kenne den Rübenbau
aus eigener Anschauung und habe auch manch gutes Buch
darüber gelesen. Also die wichtigste Vorbedingung für einen erfolgreichen
Rübenbau ist eine tiefe, den Boden lockernde Ackerbestellung.
Sie wird im Herbst vorgenommen. Gleich nach dem Abernten
ber Halmfrüchte wird der Acker gepflügt. In diesem rauhen
Zustande bleibt er den Winter über liegen, damit er der auflockernden
Kraft des Frostes ausgesetzt ist. Mit der ersten Frühjahrsbearbeitung
wird die Düngung verbunden und durch die Egge
mit der Krume vermischt. Die Zuckerrübe ist eine sehr anspruchsvolle
Pflanze, sie entzieht dem Boden viel Nährstoff; diesen muß sie
in leichtlöslicher Form vorfinden. Wenn der Boden nun feinkrümelig
geworden und mit der Walze festgedrückt ist, dann erfolgt
die Reihensaat mit der Drillmaschine. An Samen gebraucht man
etwa 35 bis 40 kg auf das Hektar. Nach der Saat wird der
Boden noch einmal geeggt und gewalzt.“ „Und wie lange liegt
der Same in der Erde?" „Das hängt von der Feuchtigkeit des
Bodens und der Wärme ab. Manchmal erscheinen die jungen
Pflänzchen schon nach zehn bis zwölf Tagen. Mit ihnen zugleich
zeigt sich das Unkraut. Dieses muß so schnell wie möglich mit der
Handhacke entfernt werden. Alsdann beginnt das „Vereinzeln“.
Von den Pflanzenbüscheln sollen nur die kräftigsten stehenbleiben,
damit sie sich zu guten Rüben auswachsen. In einer Entfernung von
20 bis 30 cm werden Lücken in die Reihen gehackt. Der Vorarbeiter
beginnt in der Mitte des Ackers. Ihm folgen im Kranichzuge
rechts und links die übrigen Arbeiter. Bald darauf wandern
Scharen von Frauen und Kindern auf das Feld und ziehen die
überzähligen Pflanzen aus, so daß nur eine, die größte und stärkste,
zwischen den Lücken stehenbleibt.“
Der Lehrer schwieg. „Ja.“ sagte ich, „Sie haben recht, es steckt
eine Unsumme von Arbeit dahinter.“ „Wenn Sie noch einige
Wochen hierbleiben, können Sie sich an der Ernte beteiligen",
meinte mein Begleiter lächelnd. „Auch die Ernte erfordert Kraft
und Ausdauer. Die Rüben werden mit spatenförmigen Geräten