I
angriff vomtändig zurück und brachten ihm
schwere Verluste bei. Beim Angriff am 21.
August erlitt der Feind gewaltige GBeuusee Allein
vor einem Teil unserer Gräben zählten
wir mehr als 500 Tote. Außerdem nahmen
wir einen Offizier und eine Anzahl Soldaten
gefangen. Vor Ari Burun und Seddil Bahr
ereignete sich nichts Wesenlliches.
De 5 Kriegslagung des Neichskags
Berlin, 23. Aug. Auch die heutige Neich?-tagssitzung
galt nach debatteloser Erledigung
der Vorlagen zum Schutz der Berufstrachten
und wegen Aenderung des Reichsmilitärgesetzes
aueschließlich der Ernährungsfrage. Mas Banern
betrifft, so beschäftigte sich der Zentrums
abgeordnete Dr.
mit der Notlage des bayerischen Hopsenbaues
und befürwortete einen Antrag des Zentrums
auf Festsetzung von Höchstpreisen für Braugerilte
und Braumalz. Der Reichstag vertagte
die Wciterberatung auf Dienstag. Außer der
Nortsetzung der Debatte steht der Antrag auf
Verlagung des NReichstages bis Ende November
auf der Tager ordnung. Ob allerdings die jetziye
Tagung, wie b: abbichtigl. schon am Mitlwoch
geschlossen werden kann, erscheint bei der Geschäftslage
des Hauses noch zweifelhaft; er
bängt u. a. davon ab, ob die von der Kom
mission beschlossenen Aenderungen des Vereine
gesetzes noch vor das Plenum kommen: ame
davon, ob die Bemühnngen, ein K#mrum.
in der Frage des Stickstoffmonopols noch in
dieser Tagung zustande zu bringen, Erfolg haben
werden.
Püchener Nupteiten.
München. 23. Aug. Im hiesigen Viehhof
ist neuerlich der Ausbruch der aul= und.
Klauenseuche konstatiert worden, nachdem erst
am Freitag die Deoinfizierung der Stallungen
beendet mar. Der ganze Marktbestand mußte
daher nach Schluß des Marites nach dem
Schlachthaus übergeführt werden.
Noserne A#chrichter.
Kürnberg, 23. Ang. Die Gesamtzahl der
Opfer des gestrigen Eisenbahnunglücs beträgt
5 Tote und 12 Verletzte. darunter 4 Schwerverletzte.
Drei Wagen wurden über die Böschung
hinabgeworfen. Unter den Toten befin
den sich drei Kinder und 2 Menner. Letztere
uurden erst späler bei den Rettungs= und Aufräumuengsarbeiten
unter den Trümmern der
Lokomotive aufgefunden. Der Materialschaden
ist beträchtlich.
Würzburg, 23. Aug. Der Verband bayerischer
Schreinermeister tagte gestern in Wür:-burg.
Der Verband zählt 2000) Mitglieder.
Der Vorsitzende der unterfränlischen Handwerkslammer
überreichte dem Meister Stephan Lutz
in Würzburg den goldenen Meisterbrief. Lus
bestand vor 55 Jahren die Meisterprüfung.
Bamberg, 23. Aug. Das vom Magistrat
erlassene Ausfuhrverbot für Frühtkartoffeln
wurde wieder aufgehoben, nachdem sich die Bamberger
Gärtner den Anordnungen gefügt haben.
Dabei bemerkie der Vertreter der Bamberger
Gärtnereien im Magistratslollegiuim, Magisiratsrat
Böhmer, daß das Auesuhrverbot den
Bamberger Gärtnern einen Aussall von 12 0/ „
bis 15 u#nn Marl gebracht habe; von den 400
bis 17 Gärtnern in Bamberg hätte jeder Gärtner
noch zir.à I17) Zentner Kartoffeln liegen,
die er nicht habe- rlauien bezw. nach ouswärls
liesern können. Dies.s Geständnis hat im Kollegium
allgemeine Ueterraschung hervorgerufen.
Man hat auf dem Marit um Kartoffeln fait
betteln dürfen, wie Rechtsra. e! hervor
hob, und gerade wegen der Karios:: mnot und
des Versands nach auswärts hat das Ausfuhr
verbot erlassen werden müssen, und jetzt auf
einmal muß man aus dem Munde eines Wärt
nermeisters hören, daß in Bamberg noch ungeheure
Kartoffelvorräte rorhanden sind.
Bapreuth, 24. Aug. Ein wegen seiner Begleilumstände
recht „#idlicher Fall von Pilzvergiftung
ist hier vorgekommen. Der Herrschaftsgärtner
Rölke vom Schloßgut Fantasie.
der zurzeit im Felde steht, hatle seine Eltern
zur Unterstütgung seiner Frau hierher kommen
lassen. Diese haben in den Wäldern Pilze gesammelt,
welche sie aßen. Bald nach dem Genuß
erkrankte die ganze Familie, die beiden Eltern,
die junge Frau und zwei Kinder. Die
Muuter ist an „der Pilzvergiftung bereits gestorben.
Die Frau, welche ihrer Entbindung
entgegensieht, wurde in bedenklichem Zustand
ins Vayreuther Kranlenhaus verbracht. Dem
Vater und den beiden Kindern geht es leidlich
gut. Die Vergistung wurde durch den Knollenblätlerpilz
verursacht.
Fischbach, 23. Aug. Wie viele harmonische
Töne an den Hängen des reizvollen Inntales
gebunden sind, hat der Musikverein Flintöbach
in erfinderischer Weise erlannt und gestern —
zum so und so vielten Male — einem dankbaren
Pulbikum in einem Kriegskonzert im Gasthaus
zur Post in Fischbach vorgeführt. Der Abend
bot ein prächtiges Bild: den Untergrund bil-Pfleger
besonders eeingehend
———.—
deten die erusten Feldgrauen vom Verwundetenheim
des Hrn. Geh. Rates Stelnbeis usw.
Die heiteren Töne setzte der zumeist aus ländlichen
Musilern bestehende Musikverein Flintsbach
auf unter der Direktion des Musikakademi.
lers und Tonkünstlers Fichtner, zurzeit im Verwundetenheim,
Inhaber des Eisernen Kreuzes.
Herr Fichtner weiß in ebenso vollendeter Melfterschaft
auf Violine und Piston in das Märchen-;
land der Töne zu führen, wie vor dem Feinde
aus sprühendem Kugelregen und brennenden
Häusern Kameraden dem Vaterlande und den;
Familien zurückzubringen. Herrn Wichtners
Glanzunmmen an diesem Abend: „Balletszene!
von Veriyt“ (Violin-Solo) und „Traum der:
Rose“ von Marschall erin 3 wurden in
verständnisvoller Weise von Hrn. Haupilehrer.
Reininger von Flintsbach begleitet. Ebenso berechtigten
wie reichen Beisall sanden „die beiden
lleinen Kinlen“ (Pikkolo-Duett,, ausgeführt!
von Rauscher Emeran, Börgermeisterssohn von.
Flintsbach und Weiss Hans, Seilerssohn von!
Flintsbach, zwei jugendlichen vielversprechenden.
Flötisten. Trotz der ungünstigen Witterung war
der Andrang des Publikums zu den bekannt
vorzüglichen Leistungen dieser einhei mischen Mu--K
sillapelle so starlt, daß eine zweimalige Auffüh--,
rung notwendig wurde.
Hrien, 23. Aug. Die am 10. Aug. aus
der Gefangenen-Abteilung Bernau entslehenen.
vier französischen Kriegsgesangenen wurden bei
Jnnsbruck ausgegriffen und in die hiesige Gesangenen-Abteilung
wieder zurückgebracht.
Traunstein, 23. Aug. Wir verweisen die
bauhanduerllichen Kreise auf die im heutigen
Inseratenteile erschienene Belanntmachung der
städtischen Miterschule für Bauhandwerker in
Traunstein. Eine gediegenc, in sich abgeschlossene
und für den Beruf des Bauhandwerls fertige
Vorbereitung bieten die nach dem erprobten
Vorbilde anderer Staaten vor nunmehr 5 Jah-=ren
auch in Vayern eingeführten Meisterschulen.
Sie nehmen hauptsächlich auf die heimische oder
bodenständige Vauweise Bedacht und beanspruchen
den Schüler nur für 2 Winter, muten ihm
also keine größeren Opfer an Geld oder Zeit zu.
# .....
MASSIVEN-m
Rosenheim, 24. August.
Auf dem Felde der Ehre gefallen:
Joham Posc, Oekonomenssohn von Hilgen,
Uf. Pfassing. Landwehrmann im 2. Landwehr-Inf.-Reg.;
Barth. Löw, Streihuber bauerssalm
von Erpertsham, Pf. Eiselsing, Landsturmmann
im 2. Res. Ins. Reg.
Auszeichnungen im Felde. Wachtmeister
Georg Friedl aus Rosenheim, welcher
als Feldwebel in der 1. Kompagnie des Landsturm-Bataillons
Nosenheim steht, ist mit dem!
Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. Der Ockonomenssohn
Andreas Reindl aus Nosenheim
(Klosterweg Unteroffizier im 1. Res. Inf.-Reg.,
erhielt ebenfalls das Eiserne Kreuz.
Ueber dieletzte Kriegsanleihe veröffentlicht
das Reichsbankdirektorium in der heutigen
Nummer des „Rosenheimer Anzeiger“ eine
Bekanntmachung. Alle Zeichner der Anleihe machen
wir besonders darauf aufmerksam.
Bahndienst. Der Bahnmeister Max Lauer
in Miesbach wurde in clatsmäßiger Weise zum
Oberbahnmeister besördert. Der Eisenbahnselrc
lär Eugen Bauschmid wurde in etatsmäßiger
Weise auf Ansuchen von Mußbach nach
Traunstein versetzt. In den dauernden Nuhesiand
versetzt wurde unter Anerkennung der
Dienstleistung der Weichensteller Johann Georg
Wolfgruber in Traunslein. Besördert wurde in
etatsmäßiger Weise zum Wagenwärter der Wagenwärter
Ulrich Wald in Nosenheim.
Eine Inbelfeie r. Am 10. Juli des
Kriegsjahres 1870 knieten 2) junge Priestertumskandidaten
an den Stusen des Hochaltares
im Dom zu Freising, um von ihrem Bischof
Weihe und Sendung zu erhalten. 45 Jahre sind
darüber hin##ggegangen „die jugendlichen Priester
von damals sind ergraut im Dienste des
Herrn, ja mehr als die Hälfte von ihnen sind
bereits aus biesem Leben geschieden. Nur sieben
iener Glücklichen von damals konnten heute in
unserer Stadipsarrlirche die dankbare Erinnerung
an ihren Weihetag begehen. Es waren das
die Herren: Benefiziat Bernlochner von München,
fr. Stadtpfarrer und Geistl. Rat Brandl
von Tölz, Spiritual Höck bei den Barmh.
Schwestern in München, fr. Pfarrer König und
Horstmann in Nosenheim, Geistl. Rat und Inspeltot
Stähuber in Miesb bach und Prälat
Volluhals in München; nur einer, der hier gu##
bekannte Kapnuzinerpater kudwig Mahnhche r
konnte infolge Unpäßlichleit an der Jubelfeier
nicht teilnehmen. — Gewiß! Es war ein seltenes
Jubelfesl; nicht ein silbernes und nicht
ein goldenes, ein eisernes möchte man es neunen.
Denn die Kriegszeit von einst und jetyzt
hat diesem dbjährigen Jubiläum eine besondere
Berechtigung gegeben. Auch darin lag wohl
ein besonderer Reiz dieses rein kirchlichen Festes,
daß die Festmesse, die zur Aufführung lam,
Werk eines der Jubilare, de: H. H. Pfardas
Konig war, die auch bei der musterguliigen
Aufführung durch unseren Kirchenchor zu erhebender
Festesstimmung das ihrige beitrug. Den
Herren Jubilaren, die noch eine becht erfreuliche
Rüstigkeit zeigten, wünschen wir noch fünf Jahren
ein recht glückliches goldenes Jubiläum, aber
dann in goldener Friedenszeit! Heute Mittag
versammelte ein gemeinsamee Mittagsmahl die
Jubilare im Hotel utsches Haus“. Auch
eine Ehotohgraphüsche #bce wird sie im Bild
vereinigen.
Realschüler, die infolge Einberufung des
Vaters zum Heeresdienst ohne Aufsicht u. Führung
sind, können sich zur gelegentlichen Ueberwachung
von Schularbeiten sowie zu gemeinsamen
Wanderungen am Samstag, den 28. ds.
Mts., vormittags 9 Uhr, zu einer Vorbesprechung
vor dem Realschulgebäude einfinden.
Beim Traindepot 1. A.-K., Dachauerstraße
118 in München, stehen 19 Brücken= bzw.
Bauernwägen zum freihändigen Ankauf für
Vandwirte bereit. Kaufliebhaber werden veranlaßt,
bis längstens Samstag, 26. Auguft,
beim Depot sich einzufinden.
Vom Ertrinken gerettet. Gestern siel
ein etwa 10jähriger Knabe in den Bach in der
Nikolaistraße. Der Praktikant Ulrich der hiesigen
Filiale der Bayer. Handelsbank zog ihn noch
rechtzeitig aus dem Wasser.
Gefunde nn. Eine Jacke und ein Strohtäschchen
wurden gefunden; abzuholen im magistralischen
Geschästszinemer Nr. 2.
Ein Ehering wurde gefunden; abzuholen
im magistratischen Geschäftszimmer Nr. 2
Musik und Thealer.
Standmusik am Mittwoch, 25. August, von
11 bis 12 Uhr, an der Prinzregentenstraße.
. König-Ludwig-Marsch.
"*. Fest-Ouvertüre von Walter.
i. „Largo“ von Händel.
:. „Erinnerungen aus großer Zeit“ von Kruse.
„Amors Liebespfeil“, Gavotte, v. Schneider.
:. Königs-Hymne.
Der Weltkrieg.
Die Heiegslage.
„M robes 5% utor ier. den
1. August, vormitlags. Amtli
Westlicher ———
Während des gestrigen Besuches vor Zecbrügge
gab die englische Flotle eiwa 60. 70
Schüsse auf unsere Küstenstellungen ab. Wir
hatten durch diese Beschießung einen Verlust
von einem Toten und 6 Verwundeten zu be
llagen; außerdem wurden durch zu weit gehende
Geschosse drei belgische Einwohner verletzt. Sach
schaden ist nicht angerichtet.
In den Vogesen nördlich von Münster ruh
len tagsüber die Kämpfe. Abends griffen oie
Franzosen abermals unsere Stellungen am Barrenlopf
und nördlich davon an. Die Angrifse
sind zurückgeschlagen. Eingedrungene schwache
Teile des Feindes wurden aus unseren Stellun.
gen geworfen, einige Alpenjäger gefangen ge
nommen. Bei den gestern gemeldeten Kämpfen
ist ein Grabenstück am Varrenkopf in Feindes.
hand geblieben.
Bei Loo südwestlich von Dirmuiden wurdvorgestern
ein französischer Doppcldecker von ei
nem unserer Flugzeuge abgeschoffen.
Oestlicher Kriegsschauplag.
Beeresgruppe des Generalfelômarschallvon
Hinsenburg.
Vördlich des Njiemen keine Veränderung. Auf
der übrigen Front der Heceresgruppe wurden
Forlschritle gemacht. Bei den Kämpfen ösllich
und südlich von Kowmno nahmen unsere Trup.:
pen 9 Offiziere und 2601, Mann gefangen und
brbeutete) 8 Maschinengewehre.
Beeresgruppe des Generalfelmarschalle
Prinaen Ceovold von VBakern.
Auf den Höhen nordöstlich Kleszezele und
im Waldgebiete südöstlich dieses Ortes wurde
der Gegner gestern von unseren Truppen erneut!
geworfen. Die Verfolgung nähert sich dem Bialowieska
Forst. Der Feind verlor über 4500
Mann an Gefangenen und 9 Maschinengewehre.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls
von Mackensen.
Vor dem Angriff der über die Pulwa und
den Bug östllich der Pulwamündung vorgehenden
deutschen und österrcichisch-ungarischen Trurpen
räumte der Feind seine Stellungen.
Versolgung ill im Gange.
Auf der Südwestsront
wurden die Höhen bei Kopytow gestürmi. Un-#r#
sere durch das Sumpfgebiet vorgehenden Truppen
verfolgen den gestern geworfenen Feind.
Oberste Heeresleitung.
Reiche Beute der Armee Gallwitz.
Berlin, 24. August. Die „B. Z.“ meldet:
Die Armee des Generalobersten von CSall
witz hatte seit den Tagen des Durchbruches von
Praszuysz am 13. ZTuli bis 21. August. hunderttause
mnd Gefangene, darunter 354 Ossfiziere.
Die Beute in bieser Zeit beträgt 21 Geschatze
und 271 Masckinengewehe. #
Die
von Brest-Litowsl
ittwoch, 26. Angust 1918
Aus der Internierung entwichen.
ris, 24. Aug. Der franz. Flieger Gilbert,
spelcher, am 27. Juni, von den Deutschen
gezwungen, in der Schweiz landen mußte, ist
jetzt troß seines Ehrenwortes aus seiner Iniss
entwichen und in Paris eingetrof.
en
Zum Tode derurteilt.
Wien, 24. Aug. Nach mehrwöchiger Dauer
wurde der Prozeß gegen den Reichstagsabgeordten
Dimlitri Marlow, Oberlandesgerichtsrat
Wladimir Kurylowicz, ferner gegen die
Mu#ckcar Dr. Cyrill Czerlunczakiewiecz aus
Przemysl und Dr. Johann von Drohontlleckt
aus Jloczow, einen Grundbesitzer, einen Schlossermeister
und endlich gegen den Vertreter der
„Nowose Wremja“, Dimiltri Jantschewecki, sämtliche
Ungehörige der kussischen nationalen Partei,
beendet. Die Angeklagten wurden wegen
Hochverrats und Verbrechen gegen die Kriegsmacht
eines Staates zum Tode durch den
Strang Berurteilt. (3.)
Um Brest-Litowsk.
Wien, 24. August. Aus dem Kriegspressequartier
wird gemeldel: Noch immer leisten die
Russen vor Brest-Litowsk energischen Widerstand,
um das vollständige Einkreisen der Festung
möglichst hinauszuschieben. Dieser Widerstand
vermag aber nicht, das stetige, wenn auch
langsame Fortschreiten des Angrifses zu hindern.
Die starken Kräfte, wolche die Festung
hartnäckig verteidigen, werden immer mehr bedrängt.
Bedeutend sind die Fortschritte nördlich
der Festung. (ä—.)
Vor dem Falle von Brest-Litowsk.
Zürich, 24. August. Der bevorstehende Fall
von Breslt-Litowaek wird nunmehr auch von der
franz. Presse in voller Würdigung eingeschätzt.
Oberst Rousset bezeichnet die Lage des ruflischen
Heeres nach dem Falle von Kowno als
sehr ernst. (3.)
Die russischen Flüchtlinge.
hn kon, 24. Aug. Der Vertreter des
6
1
3
Daily Chronicle“ meldet aus Petersburg: Die
Möglichreit der Näumung von Petersburg wird
offen erörtert. Die Frage, was man mit den
Flüchtlingen anfangen wolle, hat einen beunruhigenden
Umfang angenommen. Das Vororingen
der deutschen Heere hatte zur Folge,
dab die Bevöllerung der westlichen Prooinzen
in stets wachsendem Strome nach dem Landesinnern
kommt. Di- Hilssquellen der Unterstützungsaussomise
tind auf?s äußerste erschöpft.
Man sucht die „nn##inge so viel wie möglich
über das ganze Land zu verteilen. (J.)
Das türkisch-bulgarische
Abkommen.
Sofia, 24. Aug. Die türkisch- bulgarischen
Verhandlungen sind Obgeschlossen. Die Verein.
barungen wurden in Konstantinopel unterzeichnet.
Darnach versichtet Bulgarien auf Kirkilisse,
erhält dafür aber Karagatsch und von
einem gewissen Punkte ab beide Maritza-Ufer.
Die neue türkisch bulgarische Grenze läuft also
" länge des Tuduschaflusses bis ##u bessen Einmündung
in die Maritza, sodann längs der Maritza
und hierauf etwa von Külele, Burgas oder
Dimitlika ungejähr 5 10 Kilometer östlich der
Maita. (.)
Serbien gegen die Entente.
Sofia, 24. August. Hiesige russophile Blätter
melden aus Nisch: Die Geheimsitzung der
Skupschtina hat mit Sicherheit beschlossen, daß
Serbien der Entente eine besriedigende Antwort
nicht erteilen wird. Das russenfreundliche Vlatt
„Duma“ erllärt die Aktion der Entente als gescheltert.
(Z.)
Nach der Rückkehr Venizelos.
Athen, 24. August. Es sleht fest, daß die
Rückkehr Venizelos zur Regierung nicht die Wiederaufnahme
der alten Politik bedeutet, die zu
seinem Sturz geführt hat. Auch Venizelos s
heute auf dem Stan puntt der Krone, die sich
egen die Aufgabe der Neutralität und gegen
sgr Politik von Gebietsabtretung ausgesprochen
hat. Trotz dieser Uebereinstimmung in der
Auffassung bleiben die alten Gegensätze zwischen
Venizelos und der Krone bestehen. Die Krone
glaubt nach wie vor an den Endorfolg der
Zentralmächte, Venizelos an die Unbesiegbarkeit
Englands. Der Vierverband wird sich, wie es
scheint, benrühen, eine neue Lage zu schaffen,
die Griechenland zu einem gemeinsamen Vor)
gehen mit dem Vierverband bringen soll unauch
die Krone zu einer schnellen Entscheidung
nötigen soll. Dageen besagt eine andere Weeldung,
dab Griechenland alle V#rschläge des
Bierv#des au Cebie sabtretungen abgeint
hat und aus den Plänen der Mächtr aus-#elchteden
is.. (3) Z%
•[