Full text : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1900. (27)

I

angriff  vomtändig  zurück  und  brachten  ihm
schwere  Verluste  bei.  Beim  Angriff  am  21.
August  erlitt  der  Feind  gewaltige  GBeuusee  Allein
  vor  einem  Teil  unserer  Gräben  zählten
wir  mehr  als  500  Tote.  Außerdem  nahmen
wir  einen  Offizier  und  eine  Anzahl  Soldaten
gefangen.  Vor  Ari  Burun  und  Seddil  Bahr
ereignete  sich  nichts  Wesenlliches.

De  5  Kriegslagung  des  Neichskags

Berlin,  23.  Aug.  Auch  die  heutige  Neich?-tagssitzung
  galt  nach  debatteloser  Erledigung
der  Vorlagen  zum  Schutz  der  Berufstrachten
und  wegen  Aenderung  des  Reichsmilitärgesetzes
aueschließlich  der  Ernährungsfrage.  Mas  Banern
  betrifft,  so  beschäftigte  sich  der  Zentrums
abgeordnete  Dr.
mit  der  Notlage  des  bayerischen  Hopsenbaues
und  befürwortete  einen  Antrag  des  Zentrums
auf  Festsetzung  von  Höchstpreisen  für  Braugerilte
  und  Braumalz.  Der  Reichstag  vertagte
die  Wciterberatung  auf  Dienstag.  Außer  der
Nortsetzung  der  Debatte  steht  der  Antrag  auf
Verlagung  des  NReichstages  bis  Ende  November
auf  der  Tager  ordnung.  Ob  allerdings  die  jetziye
Tagung,  wie  b:  abbichtigl.  schon  am  Mitlwoch
geschlossen  werden  kann,  erscheint  bei  der  Geschäftslage
  des  Hauses  noch  zweifelhaft;  er
bängt  u.  a.  davon  ab,  ob  die  von  der  Kom
mission  beschlossenen  Aenderungen  des  Vereine
gesetzes  noch  vor  das  Plenum  kommen:  ame
davon,  ob  die  Bemühnngen,  ein  K#mrum.
in  der  Frage  des  Stickstoffmonopols  noch  in
dieser  Tagung  zustande  zu  bringen,  Erfolg  haben
  werden.

Püchener  Nupteiten.

München.  23.  Aug.  Im  hiesigen  Viehhof
ist  neuerlich  der  Ausbruch  der  aul=  und.
Klauenseuche  konstatiert  worden,  nachdem  erst
am  Freitag  die  Deoinfizierung  der  Stallungen
beendet  mar.  Der  ganze  Marktbestand  mußte
daher  nach  Schluß  des  Marites  nach  dem
Schlachthaus  übergeführt  werden.

 

 

 

Noserne  A#chrichter.
Kürnberg,  23.  Ang.  Die  Gesamtzahl  der

Opfer  des  gestrigen  Eisenbahnunglücs  beträgt
5  Tote  und  12  Verletzte.  darunter  4  Schwerverletzte.
  Drei  Wagen  wurden  über  die  Böschung
  hinabgeworfen.  Unter  den  Toten  befin
den  sich  drei  Kinder  und  2  Menner.  Letztere
uurden  erst  späler  bei  den  Rettungs=  und  Aufräumuengsarbeiten
  unter  den  Trümmern  der
Lokomotive  aufgefunden.  Der  Materialschaden
ist  beträchtlich.

Würzburg,  23.  Aug.  Der  Verband  bayerischer
  Schreinermeister  tagte  gestern  in  Wür:-burg.
  Der  Verband  zählt  2000)  Mitglieder.
Der  Vorsitzende  der  unterfränlischen  Handwerkslammer
  überreichte  dem  Meister  Stephan  Lutz
in  Würzburg  den  goldenen  Meisterbrief.  Lus
bestand  vor  55  Jahren  die  Meisterprüfung.

Bamberg,  23.  Aug.  Das  vom  Magistrat
erlassene  Ausfuhrverbot  für  Frühtkartoffeln
wurde  wieder  aufgehoben,  nachdem  sich  die  Bamberger
  Gärtner  den  Anordnungen  gefügt  haben.
Dabei  bemerkie  der  Vertreter  der  Bamberger
Gärtnereien  im  Magistratslollegiuim,  Magisiratsrat
  Böhmer,  daß  das  Auesuhrverbot  den
Bamberger  Gärtnern  einen  Aussall  von  12  0/  „
bis  15  u#nn  Marl  gebracht  habe;  von  den  400
bis  17  Gärtnern  in  Bamberg  hätte  jeder  Gärtner
  noch  zir.à  I17)  Zentner  Kartoffeln  liegen,
die  er  nicht  habe-  rlauien  bezw.  nach  ouswärls
liesern  können.  Dies.s  Geständnis  hat  im  Kollegium
  allgemeine  Ueterraschung  hervorgerufen.
Man  hat  auf  dem  Marit  um  Kartoffeln  fait
betteln  dürfen,  wie  Rechtsra.  e!  hervor
hob,  und  gerade  wegen  der  Karios::  mnot  und
des  Versands  nach  auswärts  hat  das  Ausfuhr
verbot  erlassen  werden  müssen,  und  jetzt  auf
einmal  muß  man  aus  dem  Munde  eines  Wärt
nermeisters  hören,  daß  in  Bamberg  noch  ungeheure
  Kartoffelvorräte  rorhanden  sind.

Bapreuth,  24.  Aug.  Ein  wegen  seiner  Begleilumstände
  recht  „#idlicher  Fall  von  Pilzvergiftung
  ist  hier  vorgekommen.  Der  Herrschaftsgärtner
  Rölke  vom  Schloßgut  Fantasie.
der  zurzeit  im  Felde  steht,  hatle  seine  Eltern
zur  Unterstütgung  seiner  Frau  hierher  kommen
lassen.  Diese  haben  in  den  Wäldern  Pilze  gesammelt,
  welche  sie  aßen.  Bald  nach  dem  Genuß
  erkrankte  die  ganze  Familie,  die  beiden  Eltern,
  die  junge  Frau  und  zwei  Kinder.  Die
Muuter  ist  an  „der  Pilzvergiftung  bereits  gestorben.
  Die  Frau,  welche  ihrer  Entbindung
entgegensieht,  wurde  in  bedenklichem  Zustand
ins  Vayreuther  Kranlenhaus  verbracht.  Dem
Vater  und  den  beiden  Kindern  geht  es  leidlich
gut.  Die  Vergistung  wurde  durch  den  Knollenblätlerpilz
  verursacht.

Fischbach,  23.  Aug.  Wie  viele  harmonische
Töne  an  den  Hängen  des  reizvollen  Inntales
gebunden  sind,  hat  der  Musikverein  Flintöbach
in  erfinderischer  Weise  erlannt  und  gestern  —
zum  so  und  so  vielten  Male  —  einem  dankbaren
Pulbikum  in  einem  Kriegskonzert  im  Gasthaus
zur  Post  in  Fischbach  vorgeführt.  Der  Abend
bot  ein  prächtiges  Bild:  den  Untergrund  bil-Pfleger

  besonders  eeingehend

———.—

deten  die  erusten  Feldgrauen  vom  Verwundetenheim
  des  Hrn.  Geh.  Rates  Stelnbeis  usw.
Die  heiteren  Töne  setzte  der  zumeist  aus  ländlichen
  Musilern  bestehende  Musikverein  Flintsbach
  auf  unter  der  Direktion  des  Musikakademi.
lers  und  Tonkünstlers  Fichtner,  zurzeit  im  Verwundetenheim,
  Inhaber  des  Eisernen  Kreuzes.
Herr  Fichtner  weiß  in  ebenso  vollendeter  Melfterschaft
  auf  Violine  und  Piston  in  das  Märchen-;
land  der  Töne  zu  führen,  wie  vor  dem  Feinde
aus  sprühendem  Kugelregen  und  brennenden
Häusern  Kameraden  dem  Vaterlande  und  den;
Familien  zurückzubringen.  Herrn  Wichtners
Glanzunmmen  an  diesem  Abend:  „Balletszene!
von  Veriyt“  (Violin-Solo)  und  „Traum  der:
Rose“  von  Marschall  erin  3  wurden  in
verständnisvoller  Weise  von  Hrn.  Haupilehrer.
Reininger  von  Flintsbach  begleitet.  Ebenso  berechtigten
  wie  reichen  Beisall  sanden  „die  beiden
  lleinen  Kinlen“  (Pikkolo-Duett,,  ausgeführt!
von  Rauscher  Emeran,  Börgermeisterssohn  von.
Flintsbach  und  Weiss  Hans,  Seilerssohn  von!
Flintsbach,  zwei  jugendlichen  vielversprechenden.
Flötisten.  Trotz  der  ungünstigen  Witterung  war
der  Andrang  des  Publikums  zu  den  bekannt
vorzüglichen  Leistungen  dieser  einhei  mischen  Mu--K
sillapelle  so  starlt,  daß  eine  zweimalige  Auffüh--,
rung  notwendig  wurde.

Hrien,  23.  Aug.  Die  am  10.  Aug.  aus
der  Gefangenen-Abteilung  Bernau  entslehenen.
vier  französischen  Kriegsgesangenen  wurden  bei
Jnnsbruck  ausgegriffen  und  in  die  hiesige  Gesangenen-Abteilung
  wieder  zurückgebracht.

Traunstein,  23.  Aug.  Wir  verweisen  die
bauhanduerllichen  Kreise  auf  die  im  heutigen
Inseratenteile  erschienene  Belanntmachung  der
städtischen  Miterschule  für  Bauhandwerker  in
Traunstein.  Eine  gediegenc,  in  sich  abgeschlossene
und  für  den  Beruf  des  Bauhandwerls  fertige
Vorbereitung  bieten  die  nach  dem  erprobten
Vorbilde  anderer  Staaten  vor  nunmehr  5  Jah-=ren
  auch  in  Vayern  eingeführten  Meisterschulen.
Sie  nehmen  hauptsächlich  auf  die  heimische  oder
bodenständige  Vauweise  Bedacht  und  beanspruchen
  den  Schüler  nur  für  2  Winter,  muten  ihm
also  keine  größeren  Opfer  an  Geld  oder  Zeit  zu.

#  .....
MASSIVEN-m
Rosenheim,  24.  August.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Joham  Posc,  Oekonomenssohn  von  Hilgen,
Uf.  Pfassing.  Landwehrmann  im  2.  Landwehr-Inf.-Reg.;
  Barth.  Löw,  Streihuber  bauerssalm
von  Erpertsham,  Pf.  Eiselsing,  Landsturmmann
im  2.  Res.  Ins.  Reg.

Auszeichnungen  im  Felde.  Wachtmeister
  Georg  Friedl  aus  Rosenheim,  welcher
als  Feldwebel  in  der  1.  Kompagnie  des  Landsturm-Bataillons
  Nosenheim  steht,  ist  mit  dem!
Eisernen  Kreuz  ausgezeichnet  worden.  Der  Ockonomenssohn
  Andreas  Reindl  aus  Nosenheim
(Klosterweg  Unteroffizier  im  1.  Res.  Inf.-Reg.,
erhielt  ebenfalls  das  Eiserne  Kreuz.

Ueber  dieletzte  Kriegsanleihe  veröffentlicht
  das  Reichsbankdirektorium  in  der  heutigen
  Nummer  des  „Rosenheimer  Anzeiger“  eine
Bekanntmachung.  Alle  Zeichner  der  Anleihe  machen
  wir  besonders  darauf  aufmerksam.

Bahndienst.  Der  Bahnmeister  Max  Lauer
in  Miesbach  wurde  in  clatsmäßiger  Weise  zum
Oberbahnmeister  besördert.  Der  Eisenbahnselrc
lär  Eugen  Bauschmid  wurde  in  etatsmäßiger
  Weise  auf  Ansuchen  von  Mußbach  nach
Traunstein  versetzt.  In  den  dauernden  Nuhesiand
  versetzt  wurde  unter  Anerkennung  der
Dienstleistung  der  Weichensteller  Johann  Georg
Wolfgruber  in  Traunslein.  Besördert  wurde  in
etatsmäßiger  Weise  zum  Wagenwärter  der  Wagenwärter
  Ulrich  Wald  in  Nosenheim.

Eine  Inbelfeie  r.  Am  10.  Juli  des
Kriegsjahres  1870  knieten  2)  junge  Priestertumskandidaten
  an  den  Stusen  des  Hochaltares
im  Dom  zu  Freising,  um  von  ihrem  Bischof
Weihe  und  Sendung  zu  erhalten.  45  Jahre  sind
darüber  hin##ggegangen  „die  jugendlichen  Priester
  von  damals  sind  ergraut  im  Dienste  des
Herrn,  ja  mehr  als  die  Hälfte  von  ihnen  sind
bereits  aus  biesem  Leben  geschieden.  Nur  sieben
iener  Glücklichen  von  damals  konnten  heute  in
unserer  Stadipsarrlirche  die  dankbare  Erinnerung
  an  ihren  Weihetag  begehen.  Es  waren  das
die  Herren:  Benefiziat  Bernlochner  von  München,
  fr.  Stadtpfarrer  und  Geistl.  Rat  Brandl
von  Tölz,  Spiritual  Höck  bei  den  Barmh.
Schwestern  in  München,  fr.  Pfarrer  König  und
Horstmann  in  Nosenheim,  Geistl.  Rat  und  Inspeltot
  Stähuber  in  Miesb  bach  und  Prälat
Volluhals  in  München;  nur  einer,  der  hier  gu##
bekannte  Kapnuzinerpater  kudwig  Mahnhche  r
konnte  infolge  Unpäßlichleit  an  der  Jubelfeier
nicht  teilnehmen.  —  Gewiß!  Es  war  ein  seltenes
  Jubelfesl;  nicht  ein  silbernes  und  nicht

ein  goldenes,  ein  eisernes  möchte  man  es  neunen.
  Denn  die  Kriegszeit  von  einst  und  jetyzt
hat  diesem  dbjährigen  Jubiläum  eine  besondere
Berechtigung  gegeben.  Auch  darin  lag  wohl
ein  besonderer  Reiz  dieses  rein  kirchlichen  Festes,
daß  die  Festmesse,  die  zur  Aufführung  lam,

Werk  eines  der  Jubilare,  de:  H.  H.  Pfardas
  Konig  war,  die  auch  bei  der  musterguliigen
Aufführung  durch  unseren  Kirchenchor  zu  erhebender
  Festesstimmung  das  ihrige  beitrug.  Den
Herren  Jubilaren,  die  noch  eine  becht  erfreuliche

 

 

 

Rüstigkeit  zeigten,  wünschen  wir  noch  fünf  Jahren

  ein  recht  glückliches  goldenes  Jubiläum,  aber
dann  in  goldener  Friedenszeit!  Heute  Mittag
versammelte  ein  gemeinsamee  Mittagsmahl  die
Jubilare  im  Hotel  utsches  Haus“.  Auch
eine  Ehotohgraphüsche  #bce  wird  sie  im  Bild
vereinigen.

Realschüler,  die  infolge  Einberufung  des
Vaters  zum  Heeresdienst  ohne  Aufsicht  u.  Führung
  sind,  können  sich  zur  gelegentlichen  Ueberwachung
  von  Schularbeiten  sowie  zu  gemeinsamen
  Wanderungen  am  Samstag,  den  28.  ds.
Mts.,  vormittags  9  Uhr,  zu  einer  Vorbesprechung
  vor  dem  Realschulgebäude  einfinden.

Beim  Traindepot  1.  A.-K.,  Dachauerstraße
  118  in  München,  stehen  19  Brücken=  bzw.
Bauernwägen  zum  freihändigen  Ankauf  für
Vandwirte  bereit.  Kaufliebhaber  werden  veranlaßt,
  bis  längstens  Samstag,  26.  Auguft,
beim  Depot  sich  einzufinden.

Vom  Ertrinken  gerettet.  Gestern  siel
ein  etwa  10jähriger  Knabe  in  den  Bach  in  der
Nikolaistraße.  Der  Praktikant  Ulrich  der  hiesigen
Filiale  der  Bayer.  Handelsbank  zog  ihn  noch
rechtzeitig  aus  dem  Wasser.

Gefunde  nn.  Eine  Jacke  und  ein  Strohtäschchen
  wurden  gefunden;  abzuholen  im  magistralischen
  Geschästszinemer  Nr.  2.

Ein  Ehering  wurde  gefunden;  abzuholen
im  magistratischen  Geschäftszimmer  Nr.  2

Musik  und  Thealer.

Standmusik  am  Mittwoch,  25.  August,  von
11  bis  12  Uhr,  an  der  Prinzregentenstraße.
.  König-Ludwig-Marsch.

"*.  Fest-Ouvertüre  von  Walter.

i.  „Largo“  von  Händel.

:.  „Erinnerungen  aus  großer  Zeit“  von  Kruse.
„Amors  Liebespfeil“,  Gavotte,  v.  Schneider.
:.  Königs-Hymne.

Der  Weltkrieg.

Die  Heiegslage.

„M  robes  5%  utor  ier.  den
1.  August,  vormitlags.  Amtli
Westlicher  ———

Während  des  gestrigen  Besuches  vor  Zecbrügge
  gab  die  englische  Flotle  eiwa  60.  70
Schüsse  auf  unsere  Küstenstellungen  ab.  Wir
hatten  durch  diese  Beschießung  einen  Verlust
von  einem  Toten  und  6  Verwundeten  zu  be
llagen;  außerdem  wurden  durch  zu  weit  gehende
Geschosse  drei  belgische  Einwohner  verletzt.  Sach
schaden  ist  nicht  angerichtet.

 

 

In  den  Vogesen  nördlich  von  Münster  ruh

len  tagsüber  die  Kämpfe.  Abends  griffen  oie
Franzosen  abermals  unsere  Stellungen  am  Barrenlopf
  und  nördlich  davon  an.  Die  Angrifse
sind  zurückgeschlagen.  Eingedrungene  schwache

Teile  des  Feindes  wurden  aus  unseren  Stellun.

gen  geworfen,  einige  Alpenjäger  gefangen  ge
nommen.  Bei  den  gestern  gemeldeten  Kämpfen
ist  ein  Grabenstück  am  Varrenkopf  in  Feindes.
hand  geblieben.

Bei  Loo  südwestlich  von  Dirmuiden  wurdvorgestern

  ein  französischer  Doppcldecker  von  ei

nem  unserer  Flugzeuge  abgeschoffen.
Oestlicher  Kriegsschauplag.
Beeresgruppe  des  Generalfelômarschallvon
  Hinsenburg.

Vördlich  des  Njiemen  keine  Veränderung.  Auf
der  übrigen  Front  der  Heceresgruppe  wurden
Forlschritle  gemacht.  Bei  den  Kämpfen  ösllich
und  südlich  von  Kowmno  nahmen  unsere  Trup.:

pen  9  Offiziere  und  2601,  Mann  gefangen  und
brbeutete)  8  Maschinengewehre.
Beeresgruppe  des  Generalfelmarschalle
Prinaen  Ceovold  von  VBakern.

Auf  den  Höhen  nordöstlich  Kleszezele  und
im  Waldgebiete  südöstlich  dieses  Ortes  wurde
der  Gegner  gestern  von  unseren  Truppen  erneut!
geworfen.  Die  Verfolgung  nähert  sich  dem  Bialowieska
  Forst.  Der  Feind  verlor  über  4500

Mann  an  Gefangenen  und  9  Maschinengewehre.

Heeresgruppe  des  Generalfeldmarschalls
von  Mackensen.

Vor  dem  Angriff  der  über  die  Pulwa  und

den  Bug  östllich  der  Pulwamündung  vorgehenden
  deutschen  und  österrcichisch-ungarischen  Trurpen
  räumte  der  Feind  seine  Stellungen.
Versolgung  ill  im  Gange.

Auf  der  Südwestsront
wurden  die  Höhen  bei  Kopytow  gestürmi.  Un-#r#
sere  durch  das  Sumpfgebiet  vorgehenden  Truppen
  verfolgen  den  gestern  geworfenen  Feind.

Oberste  Heeresleitung.
Reiche  Beute  der  Armee  Gallwitz.
Berlin,  24.  August.  Die  „B.  Z.“  meldet:
  Die  Armee  des  Generalobersten  von  CSall
witz  hatte  seit  den  Tagen  des  Durchbruches  von
Praszuysz  am  13.  ZTuli  bis  21.  August.  hunderttause

  mnd  Gefangene,  darunter  354  Ossfiziere.

Die  Beute  in  bieser  Zeit  beträgt  21  Geschatze
und  271  Masckinengewehe.  #

Die

von  Brest-Litowsl

 

ittwoch,  26.  Angust  1918

 

Aus  der  Internierung  entwichen.

ris,  24.  Aug.  Der  franz.  Flieger  Gilbert,
  spelcher,  am  27.  Juni,  von  den  Deutschen
gezwungen,  in  der  Schweiz  landen  mußte,  ist
jetzt  troß  seines  Ehrenwortes  aus  seiner  Iniss
  entwichen  und  in  Paris  eingetrof.
en

Zum  Tode  derurteilt.

Wien,  24.  Aug.  Nach  mehrwöchiger  Dauer
wurde  der  Prozeß  gegen  den  Reichstagsabgeordten
  Dimlitri  Marlow,  Oberlandesgerichtsrat

Wladimir  Kurylowicz,  ferner  gegen  die
Mu#ckcar  Dr.  Cyrill  Czerlunczakiewiecz  aus
Przemysl  und  Dr.  Johann  von  Drohontlleckt
aus  Jloczow,  einen  Grundbesitzer,  einen  Schlossermeister
  und  endlich  gegen  den  Vertreter  der
„Nowose  Wremja“,  Dimiltri  Jantschewecki,  sämtliche
  Ungehörige  der  kussischen  nationalen  Partei,
  beendet.  Die  Angeklagten  wurden  wegen
Hochverrats  und  Verbrechen  gegen  die  Kriegsmacht
  eines  Staates  zum  Tode  durch  den
Strang  Berurteilt.  (3.)

Um  Brest-Litowsk.

Wien,  24.  August.  Aus  dem  Kriegspressequartier
  wird  gemeldel:  Noch  immer  leisten  die
Russen  vor  Brest-Litowsk  energischen  Widerstand,
  um  das  vollständige  Einkreisen  der  Festung
  möglichst  hinauszuschieben.  Dieser  Widerstand
  vermag  aber  nicht,  das  stetige,  wenn  auch
langsame  Fortschreiten  des  Angrifses  zu  hindern.
  Die  starken  Kräfte,  wolche  die  Festung
hartnäckig  verteidigen,  werden  immer  mehr  bedrängt.
  Bedeutend  sind  die  Fortschritte  nördlich
  der  Festung.  (ä—.)

Vor  dem  Falle  von  Brest-Litowsk.

Zürich,  24.  August.  Der  bevorstehende  Fall
von  Breslt-Litowaek  wird  nunmehr  auch  von  der
franz.  Presse  in  voller  Würdigung  eingeschätzt.
Oberst  Rousset  bezeichnet  die  Lage  des  ruflischen
  Heeres  nach  dem  Falle  von  Kowno  als
sehr  ernst.  (3.)

Die  russischen  Flüchtlinge.

hn  kon,  24.  Aug.  Der  Vertreter  des

6
1

3

Daily  Chronicle“  meldet  aus  Petersburg:  Die

Möglichreit  der  Näumung  von  Petersburg  wird
offen  erörtert.  Die  Frage,  was  man  mit  den
Flüchtlingen  anfangen  wolle,  hat  einen  beunruhigenden
  Umfang  angenommen.  Das  Vororingen
  der  deutschen  Heere  hatte  zur  Folge,
dab  die  Bevöllerung  der  westlichen  Prooinzen
in  stets  wachsendem  Strome  nach  dem  Landesinnern
  kommt.  Di-  Hilssquellen  der  Unterstützungsaussomise
  tind  auf?s  äußerste  erschöpft.
Man  sucht  die  „nn##inge  so  viel  wie  möglich
über  das  ganze  Land  zu  verteilen.  (J.)

Das  türkisch-bulgarische
Abkommen.

Sofia,  24.  Aug.  Die  türkisch-  bulgarischen
Verhandlungen  sind  Obgeschlossen.  Die  Verein.
barungen  wurden  in  Konstantinopel  unterzeichnet.
  Darnach  versichtet  Bulgarien  auf  Kirkilisse,
  erhält  dafür  aber  Karagatsch  und  von
einem  gewissen  Punkte  ab  beide  Maritza-Ufer.

Die  neue  türkisch  bulgarische  Grenze  läuft  also

"  länge  des  Tuduschaflusses  bis  ##u  bessen  Einmündung

  in  die  Maritza,  sodann  längs  der  Maritza

und  hierauf  etwa  von  Külele,  Burgas  oder
Dimitlika  ungejähr  5  10  Kilometer  östlich  der

Maita.  (.)

Serbien  gegen  die  Entente.

Sofia,  24.  August.  Hiesige  russophile  Blätter
  melden  aus  Nisch:  Die  Geheimsitzung  der
Skupschtina  hat  mit  Sicherheit  beschlossen,  daß
Serbien  der  Entente  eine  besriedigende  Antwort
nicht  erteilen  wird.  Das  russenfreundliche  Vlatt
„Duma“  erllärt  die  Aktion  der  Entente  als  gescheltert.
  (Z.)

Nach  der  Rückkehr  Venizelos.

Athen,  24.  August.  Es  sleht  fest,  daß  die
Rückkehr  Venizelos  zur  Regierung  nicht  die  Wiederaufnahme
  der  alten  Politik  bedeutet,  die  zu
seinem  Sturz  geführt  hat.  Auch  Venizelos  s
heute  auf  dem  Stan  puntt  der  Krone,  die  sich
egen  die  Aufgabe  der  Neutralität  und  gegen
sgr  Politik  von  Gebietsabtretung  ausgesprochen
  hat.  Trotz  dieser  Uebereinstimmung  in  der
Auffassung  bleiben  die  alten  Gegensätze  zwischen
Venizelos  und  der  Krone  bestehen.  Die  Krone
glaubt  nach  wie  vor  an  den  Endorfolg  der
Zentralmächte,  Venizelos  an  die  Unbesiegbarkeit
Englands.  Der  Vierverband  wird  sich,  wie  es
scheint,  benrühen,  eine  neue  Lage  zu  schaffen,

die  Griechenland  zu  einem  gemeinsamen  Vor)

gehen  mit  dem  Vierverband  bringen  soll  unauch
  die  Krone  zu  einer  schnellen  Entscheidung
nötigen  soll.  Dageen  besagt  eine  andere  Weeldung,
  dab  Griechenland  alle  V#rschläge  des
Bierv#des  au  Cebie  sabtretungen  abgeint
  hat  und  aus  den  Plänen  der  Mächtr  aus-#elchteden
  is..  (3)  Z%

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