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sey, alles ernste Nachdenken unterlasse und nie mehr, wie in der
Reformationszeit, die Kirche oder die Regierung selbst zu kritisiren
anfange. Das allein war der Zweck der läppischen, kindischen,
an sich der Kirche unwürdigen, ganz unnöthigen, oft sogar unsinnigen
neuen Wunder, Feste, Andachten, Ceremonien und Spielereien,
wie sie vorher im verständigeren Mittelalter in solchem Uebermaaße
niemals vorgekommen waren und jetzt erst dem einfältigen Volke
octroyirt wurden.
Während aber das ultramontane oder romanische System
in Oesterreich allem germanischen Geist widerstrebte, denselben
verbannte und unterdrückte, wo er sich blicken ließ, daher auch
die Germanisirung seiner slavischen Kronländer nicht mehr fördert
und vor allen Dingen den Protestantismus bekämpfte und mittelst
der Jesuiten in den protestantischen Fürstenhäusern Proselyten zu
machen suchte und mehrfach auch wirklich machte, versäumte es
alles, was so dringend nothwendig gewesen wäre, gegenüber
der griechischen, vorzugsweise slavischen Kirche vorzukehren. Der
deutsche Kaiser hätte sich naturgemäß auf den Germanismus
stützen sollen, gegenüber dem Romanismus und Slavismus
zugleich. Statt dessen verschloß er sich dem Germanismus, ließ
den Romanismus in seine deutschen Erblande eindringen, sistirte
die Eroberungen germanischer Civilisation in den slavischen Grenzlanden
und ließ im Czaarenthum der Slaven eine Macht heranwachsen,
von der Oesterreich früher oder später geograyhisch
umfaßt und in seiner Existenz bedroht werden mußte.
Sich auf den Romanismus allein zu stützen, war für die
deutschen Habsburger um so bedenklicher, als sie sich gar nicht
im Besitz der Hegemonie im romanischen Europa befanden, diese
vielmehr zwischen Spanien und Frankreich getheilt war und Wien
nur die untergeordnete dritte Rolle spielte. Der aus Welschland
nach Oesterreich herübergezogene Adel, die welschen Musikmacher
und Komödianten, die sich in Wien etablirten, und die ganze
Menzel, Was bat Preußen für Deutschland geleistet? 12