Contents : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1821. (16)

 

 

sein  will!  Daß  sie  am  liebsten  selbst  dem  Sohne  die
Waffen,  ihn  anfeuernd,  in  den  Kampf  nachtrüge.  —
Kber  er  bedarf  nicht  der  Anfeuerung,  und  das  ist  ihr
leuchtender  Stolz  geworden  .  .  Sie  hat  helden  geboren!
  Die  bis  dahin  in  der  Enge  klein  und  bänglich
ihren  Klltag  lebte,  nun,  durch  ihre  Helden  ist  ihr  königlicher
  Glanz  in  ihr  Dasein  gekommen.  Ich  sehe  ihn  auf
Stirnen  strahlen,  auf  denen  bisher  nie  etwas  anderes
eingegraben  war  als  schwere  Sorgenfalten;  er  umgibt
  gleich  Gloriolen  Häupter,  die  man  bisher  ob  ihrer
nüchternen  Schlichtheit  kaum  mit  einem  Blicke  streifte.
—  Und  wie  ein  heißer  K#tem  geht  die  Begier  zu  helfen
durch  die  Brust  der  §rauen;  sie  wollen  die  Wunden
der  Helden  heilen,  ihre  von  ihnen  verlassenen  bürgerlichen
  Pflichten  für  sie  erfüllen  und  überall  das  Ihre
tun,  damit  die  berde  —  die  heiligen  Stützen  und  Sinnbilder
  des  Daterlandes  —  nicht  in  sich  zusammensinken.
  —  Die  Geschichte  wird  es  dereinst  aufzeichnen,
daß  alle  Frauen  gleichen  Herzschlags  und  gleicher  Gebärde
  ihr  Werk  getan  haben.  —  lbeer  nicht  alles  in
unsern  herzen  ist  Liebe  und  kann  es  nicht  sein.  Wir
sind  nicht  nur  Wächterinnen,  hoffende,  Opfernde!

Gott  gab  uns  auch  ein  Richteramt  —
Und  ich  habe  eine  Dision:

Ich  sehe  eine  schwarze  Srauengestalt,  still  schreitet
sie  im  herbstlichen  Nebel  dahin  —  ein  zweite  kommt
und  gesellt  sich  ihr  schweigend  —  vom  Wegrain,  wo
sie  verarmt  und  weinend  saß,  erbebt  sich  die  dritte  und
geht  mit.  Don  allen  Straßen  wallen  Irauen  heran
—s  schon  sind  sie  eine  Gruppe  —  sie  werden  eine  Schar,

 

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