Behelfsflugabwehrkanonen 33
wieder. Wiederholt verbessert, wurde nur ein Sockel für Feldkanone
96 n./A. (Schnetzler-Sockel, hergestellt in der Belagerungswerkstatt
Longuyon), während des ganzen Krieges für behelfsmäßig zur Flugabwehr
eingesetzte Feldkanonen 96 n./A. und ein Sockel für 9 cm-Kanonen
(Miett), für ortsfeste Verwendung von 0 cm-Kanonen im Heimatluftschutz
beibehalten.
Im Laufe des Krieges entstand noch eine große Zahl von
Flugabwehrkanonen, die nur als Behelfskonstruktionen betrachtet werden
können und größtenteils aus erbeuteten Geschützen hergestellt worden
sind. Soweit es Mittel und Zeit erlaubten, wurden die Erfahrungen
bei diesen Konstruktionen verwertet. Von den zahlreichen Konstruktionen
— die große Zahl erklärt sich daraus, daß die verschiedensten
Beutegeschütze verwendet werden mußten — seien genannt:
7,7 em leicht transportable und ortsfeste Flak der Rh. M. F.,
von Krupp, von denen die beiden erstge-7,62
cm-Flak 00 nannten Aushilfskonstruktionen einfachster
7,62 cm-Flakb0 2 Art waren, um dem schlimmsten Mangel an
7,62 cm-S.-Flak 02 Flak zu steuern, bis bessere Konstruktionen,
7,62 cm-O.-Flak Kr. Zu denen die 7,62 cm-S.-Flak 02 zu zählen
. war, fertiggestellt werden konnten,
7,62 cm-K.-Flak 17 von Hentschel, ferner eine ortsfeste Flk. einfachster
Art aus der italienischen Feldkanone.
Auch der Versuch wurde gemacht, die Feldkanone durch Benutzung
der Protze als Sockel und Drehgestell zur behelfsmäßigen Bekämpfung
von Luftzielen zu befähigen. Eine derartige Protze (Köbeprotze) wurde
im Jahre 1916 hergestellt. Über Versuche ist es nicht hinausgekommen.
Alle bisher genannten Kriegskonstruktionen von Flak waren aus
der Not geboren und trugen zur Weiterentwickelung der Flugabwehrkanonen
nur insofern bei, als umfangreiche Erfahrungen damit gewonnen
worden sind. Ihr Wert bestand darin, daß durch sie eine beträchtliche
Verstärkung des Luftschutzes beim Feldheer und in der Heimat
in kurzer Zeit und unter geringem Aufwend von Material und Arbeitskräften
erzielt worden ist.
Die konstruktive Weiterentwickelung der Flugabwehrkanonen baute
sich auf den 7,7 cm-Kraftwagengeschützen und Sockelgeschützen, den
einzigen durchgebildeten Friedenskonstruktionen, auf. Bei den Besprechungen
im Januar 1915 im Gr. H. Qu. wurde auch die Frage der
Wrisberg, Wehr und Waffen 3