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Koͤnig Friebrich Il. von Preußen interessirte sich eifrig
für Alles, was die Successions-Hoffnungen der Söhne seiner
Nichte, der Gemahlin des Prinzen Friedrich, verdunkeln zu
können schien. Der kursächsische Hof, der sich aus Religions-Eifer
oder anderer Verbindungen wegen, in welchen die Gräfin
von Beichlingen stehen mochte, der Sache hätte annehmen
moͤgen, konnte es nicht geradehin thun, ohne seine eigenen bis,
ber feierlich hehaupteten Prinzipien in Ansehung der Mißbeirathen
aufzugeben, da die bekannte Stelle in der Wahlkapitulation
namentlich auf sächsische Erinnerungen eingerückt
worden war. Prinz Ludwig war also bei dem starken, schnellen
Andringen seines jüngeren Bruders von aller größeren
politischen Hülfe verlassen, und je leichter man sich den Fall
denken konnte, daß der aͤlteste Bruder, der regierende Herzog
— damals ein Herr von fünfunddreißig Jahren — vielleicht
mit seiner Gemahlin sich wieder aussöhne, oder in einer zweiten
Ehe männliche Descendenz gewinne, je weniger schien es
der Mühe werth zu seyn, einen großen Hauszwist über dieser
Sache anzufangen. Prinz Ludwig erklärte sich also wahrscheinlich
schon 1762, wie sein juͤngerer Bruder, Prinz Friedrich,
verlangte.
Letzterer scheint aber dabei noch nicht voͤllig beruhigt gewesen
zu seyn, und unstreitig feblte auch noch der ganzen
Erklaͤrung eine gewisse Feierlichkeit, so lange sie nicht selbst
auch gegen den älteren Bruder, den Chef und Repräsentanten
des Hauses, geschah, und so denn auch dieser feierlich dieselbe
annahm. ·
Dieß erfolgte nun also endlich in beiliegenden beiden Urkunden,
und wie sicher schon Alles vorher durch Privat-Negociationen
abgemacht gewesen sey, erhellt auch allein schon
aus den einander so nahen chronologischen Daten derselben.