Metadata : Das große königlich preußische Wappen.

daß  das  dritte  Feld  in  der  obersten  Reihe  als  das  erste,  das  vierte  Feld  als  das  zweite,
das  zweite  Feld  als  das  dritte,  das  fünfte  Feld  als  das  vierte,  das  erste  Feld  als  das
fünfte,  das  sechste  Feld  als  das  sechste;  in  der  zweiten  Reihe  das  dritte  Feld  als  das

siebente,  das  vierte  als  das  achte  u.  s.  w.  zählt.

Die  achtundvierzig  Felder  des  Hauptschildes  sind  nach  der  Folgeordung  des
Modells  folgende:

1A.  Wegen  des  souveränen  Perzogthums  Schlesien.
In  goldenem  Felde  ein  schwarzer,  goldbewehrter,  rothgezungter,  mit  einer  Herzogskrone
  bedeckter  Adler.  Auf  der  Brust  liegt  ein  silberner  Halbmond,  zwischen  dessen  aufwärts
  gekehrten  Spitzen  ein  silbernes  Krenz  hervorwächst.

Erläuterung.  Einen  Theil  von  Schlesien  besass  Brandenburg  schon  seit  1482  im
Herzogthum  Krossen.  Jägerndorf  fiel  1603  an  Brandenburg,  wurde  aber  vom  Kaiser  eingezogen,
  als  der  protestantische  Fürst  Jsohann  Georg  1621  in  die  Acht  erklärt  wurde.
starb  das  Haus  Liegnitz  (mit  Brieg  und  Vohlau)  aus,  mit  dem  Joachim  II.  1537
einen  Erbvertrag  geschlossen  hatte.  Der  Kaiser  trat  für  diese  Erbansprüche  1686  den
Schwiebuser  Kreis  an  Brandenburg  ab,  der  aber  1694  zurück  gegeben  wurde.  Friedrich  II.
machte  sein  Anrecht  auf  die  vier  Fürstenthümer  geltend  und  erhielt  durch  die  beiden.
schlesischen  und  den  siebenjährigen  Krieg  ganz  Schlesien  (ausser  Troppau,  Jfägerndorf  und
Teschen)  nebst  der  Grafschaft  Glatz.  Nach  dem  ersten  schlesischen  Kriege  wurde  durch
den  Frieden  zu  Berlin  am  18.  Juli  1742  Schlesien  als  souveränes,  von  Böhmen  unabhängiges
  Herzogthum  erworben  und  Friedrich  der  Grosse  nahm  den  Titel  eines  Herzogs
von  Schlesien  an,  chne  aber  das  schlesische  Wappenschild  in  das  preussische  Wappen  zu
setzen.  Wunderbarer  Weise  wurde  erst  im  gahre  1803  auffällig  bemerkt,  dass  eigentlich
bis  dahin  Schlesien  im  Wappen  nicht  vertreten  sei,  während  sogar  das  kleine  Jägerndorf
darin  eine  Stelle  gefunden  hatte.  Erst  seit  3.  Juli  1804  findet  sich  Schlesien  im

Preussischen  Wappen.

5.  Wegen  des  Großherzogthums  Mieder-Bhein.

Im  silbernen  Felde  der  preußische  Reichsadler,  auf  dessen  Brust  ein  grünes,  mit
einem  silbernen  wellenweis  gezogenen  Schrägerechtbalken  belegtes,  mit  einer  Krone  bedecktes
Herzschildlein  ruht.

Erläuterung.  Dieses  Grossherzogthum  wurde  nach  S.  25  der  Wiener  Congressacte

vom  9.  Juni  1815  aus  den  am  linken  Ufer  des  Rheins  gelegenen,  zuletzt  zum  französischen
Reiche  gehörigen  Landestheilen  gebildet.  Das  Wappen  für  diesen  aus  den  verschiedensten
Theilen  bestehenden  Landescomplex  musste  vollständig  neu  gebildet  werden.  Man  wählte
den  preussischen  Adler  mit  einem  besonderen  Brustschild,  —  für  welches  ein  grünes  Feld,

durch  das  ein  Silberstrom  sich  windet,  als  das  Zweckmässigste  erachtet  wurde.

•5

—

)
E