Errungenschaft. Hypotheken. Mainzer LR. 195
allegirten Kommentars zum Mainzer Landrechte und
im Einklange mit seiner dortselbst S. 681 niedergelegten
Ansicht diese Frage wieder aufgenommen,
unp die Beiziehung der Ehefrauen zur Verpfändung
errungenschaftlicher Güter als nothwendig erklärt.
Wenn wir gleichwohl für die appellationsgerichtliche
und oberstrichterliche Anschauung eintreten,
so führt uns dazu die Erwägung, daß, wenn in
der That die Beiziehung der Ehefrauen zur Verpfändung
errungenschaftlicher Güter nothwendig wäre,
hiemit allen jenen bezüglichen Hypotheken, die in
gutem Glauben auf die bisherige Rechtsübung errichtet
wurden, die quaestio status movirt wäre.
Wir glauben uns dabei auf die zunächst liegenden
und wesentlichen Momente peschränken zu
düxfen.
Das Mainzer Landrecht enthält über die vorwürfige
Frage keine ausdrückliche Bestimmung, welche
als Entscheidung in terminis anzurufen wäre. Gleich
so vielen anderen deutschen Partikularrechten entbehrt
e eines abgeschlossenen Systemes, begnügt sich vielmehr
mit Erörterung einzelner Rechtsmaterien und
verweist im Uebrigen auf das gemeine Recht, wie
dies im mainzischen Einführungspatente vom 24. Juli
1755 Abs. 3 ausgesprochen ist.
Das Mainzer Landrecht folgt im Betreffe des
ehelichen Güterrechtes im Ganzen genommen dem
römischen Dotalsysteme; allein in der Lehre von der
dem römischen Rechte völlig fremden Errungenschaftsgemeinschaft,
wovon Tit. III §. 1, 3, 4, 5 des
Mainzer Landrechtes spricht, begegnet man einem
gus dem deutschen Rechte überkommenen Elemente.
Bei dessen Beurtheilung ist sohin subsidiär auf die
Lehren des deutschen Privgtrechtes zurückzugreifen.
Nach Mittermagier (deutsches Privatrecht
§. 382 S. 348, §F. 401 S. 407, S. 408 S. 441)
kommt gber hei der Gütergemeinschaft das deutlchr—