Full text : Kriegsgeschichte von Bayern unter König Maximilian Joseph I. - Zeitraum vom Jahre 1810 bis zum Schluße der Belagerung von Thorn ( April 1813 ). (3)

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terhalten  mußte.  Seinen  ihm  untergeordneten  Feldherren
uͤberließ  er  es,  Muth  und  Ausdauer  der  Soldaten  durch
Beispiel  und  Hinweisen  auf  bessere  Zukunft  rege  zu  erhalten.
  Ausgezeichnet  thaͤtig  bewies  sich  auch  hier  Wrede,
der  Oberbefehlshaber  der  Bayern.  Es  ist  nie  vergessen
worden,  mit  wie  unermüdeter  Thätigkeit  er  das  Loos  seiner
  verwundeten  und  kranken  Krieger  zu  mildern  wußte,
wie  er  mit  rastloser  Anstrengung  für  den  nothdürftigen
Unterhalt  der  in  Reih  und  Glied  Stehenden  sorgte,  aus
den  entferntesten  Gegenden  Lebensmittel  herbeitreiben
ließ  ),  und  durch  sein  Beispiel  unerschütterlichen  Gleichmuthes
  so  manchen  vom  unerhörten  Elend  Gebeugten
mit  neuem  Muth  aufrichtete.  HOoch  vermochte  er  das
Unmdgliche  nicht,  nämlich  den  Fortschritten  allgemeiner
Jerstdrung  Einhalt  zu  thun.  Als  der  Donner  von  den
Wällen  der  Stadt  Polozk  (11.  September)  dem  Heer
den  an  den  Ufern  der  Moskwa  erfochtenen  Sieg  kund
that,  waren  die  Reihen  der  Bayern  so  gelichtet,  daß  sie
nicht  mehr  stark  genug  waren,  die  bisher  vertheidigten
Fahnen  in  offener  Feldschlacht  decken  zu  konnen.  Diese
mußten  daher  an  das  Kriegscomissariat  zur  weitern  Aufbewahrung
  geschickt  werden  (21.  September).  Eine  der
Divisionen  konnte  den  beschwerlichen  Vorpostendienst  nicht
mehr  allein  bestreiten,  beide  Divisionen  mußten  es  gemeinschaftlich
  thun.  Ganze  Haufen  verwundeter  und
kranker  Bayern  zogen,  theils  gänzlich  zum  Felddienst
unbrauchbar,  theils  unfähig  beim  Heere  Genesung  zu

 

*)  Es  war  der  Oberstlieutenant  Treuberg,  welcher  die  von
dem  General  Graf  Wrede  angeordneten  Maßregeln  zu
Verpflegung  der  Bayern  mit  seltener  Thätigkeit  und  Einsicht
in  Vollzug  setzte.