thumbs : Bismarck. Sein Leben und sein Werk.

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Laskers  Antrag  auf  den  Eintritt  Badens  in  den  Norddeutschen  Bund  315

zu  arbeiten,  meist  auf  dem  Lande  feierte,  wie  das  auch  sonst
manchem  deutschen  Diplomaten  eigen  zu  sein  pflegt,  und  Pflichtwidrigkeit
  über  Pflichtwidrigkeit  beging.  Bismarck  wünschte
die  Entfernung,  da  seine  „dienstliche  Last  durch  Unbrauchbarkeit
  dieses  Mitarbeiters  erhöht  werde“.  Der  König  konnte  sich
nicht  dazu  entschließen.  Gerade  in  der  Zeit,  als  diese  Frage
schwebte,  hatte  man  wegen  einer  Geldzahlung  an  die  Stadt
Frankfurt  eingehend  verhandelt  und  in  langen  Sitzungen  eine
Vorlage  ausgearbeitet,  die  an  den  Landtag  kommen  sollte.
Zwischendurch  hatte  der  König  aus  freien  Stücken  eine  größere
Summe  versprochen.  Man  mußte  nun  von  neuem  an  langwierige
  Arbeiten  gehen.  Das  wurde  Bismarck  zuviel;  er  bat
um  seine  Entlassung;  er  konnte  sein  Amt  unter  unnötigen  Erschwerungen
  nicht  mehr  führen.  Der  König  lehnte  das  Gesuch
ab  in  einem  Briefe,  der  für  alle  Zeiten  charakteristisch  ist  für
Bismarck  und  seinen  königlichen  Herrn:  „Wie  können  Sie  nur
daran  denken,  daß  ich  auf  Ihren  Gedanken  eingehen  könnte!
Mein  größtes  Glück  ist  es  ja  (diese  Worte  hatte  der
König  zweifach  unterstrichen),  mit  Ihnen  zu  leben  und  immer
fest  einverstanden  zu  sein  .  .  .  Ihr  Name  stehet  in  Preußens
Geschichte  höher  als  der  irgend  eines  preußischen  Staatsmanns.
  Den  soll  ich  lassen?  Niemals.  Ruhe  und  Gebeth
wird  Alles  ausgleichen.  Ihr  treuester  Freund  W.“  Usedom
wurde  entlassen,  Bismarck  blieb.

Es  war  ein  Glück  für  Deutschland.  Das  Jahr  1870  kam
heran  und  mit  ihm  der  große  Krieg.  Gleichsam  als  eine  Ouvertüre
  zu  dem  Wirbeln  der  Trommeln  und  dem  Klange  der
Kanonen  haben  wir  aus  dem  Februar  eine  Rede  Bismarcks,  wie
ste  kaum  schöner  grade  am  Anfange  dieses  Jahres  stehen  könnte.
Der  Abgeordnete  Lasker  hatte  beantragt,  Baden  an  den  Bund
anzuschließen.  Bismarck  erklärte  darauf,  warum  ihm  dieser
Antrag  überraschend  und  im  höchsten  Grade  unerwünscht  sei,
und  daß  er  ihn  für  einen  politischen  Fehler  halte.  Es  sei
nicht  wohlgetan,  dasjenige  Element,  das  der  nationalen  Entwicklung
  im  Süden  am  günstigsten  sei,  auszuscheiden  und  mit
einer  Barriere  abzuschließen;  „gewissermaßen  den  Milchtopf