Full text : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1907. (34)

Petesche

len.  Gartenl.  14,  482a  c.).  Als  Bstw.  z.  B.:
P-n  =  Fische;  Kartoffeln;  =  Sauce,  mit  P.
zubereitet;  -Kraut;=  Wurzel  rc.  Zsstgn  zur
Best.  v.  Arten:  Kraut-  u.  Wurzel=  P.  2c.  u.  v.
mehr  od.  minder  ähnl.  Pckanzen:  Berg..,
Athamánta  cerräria  u.  oreoselina;  Aethüsa  montäna
  2c.;  Blut-(Hunde--,  Katzen-;  Kröten-;
Teufel-;  Toll-)  P.,  Schierling;  Bocks-.,
Pimpinélla  saxifraga;  Brasilken-P.,  Sison  amömum;
  Meer-P.,  Sesüvium  repens;  Milch-P.,
Selfnum  palu#stre;  Wasser=  P.,  Siam  latifölinm;
pium  gravẽolens  2c.  —  Petesche,  f.;  —n:  Perechie.
—  Petester  (türk.),  m.,  —;  uv.:  ein  türk.  Wein.
—  Petscula  (nlat.),  f.  [8  24,  11:  Petechie.  —
Petièren  (lat.,  s.  petere),  tr.,  auch  o.  Obj.:  um
Etwas  bittend  nachsuchen  (retitienieren).  —  Petillant
(frz.  —ilfäng),  a.:  petillierend.  —  Petille,  f.;  -n:
(in  Tirol)  ein  Ruͤsselkäfer,  Rhxnchites  betulsti.
Uatur  15,  48a  2c.  —  Detillièren  (frz.  —ill—),  intr.
(haben):  schäumen;  perlen  (v.  Getränken);  funkeln;
  sprühen  ꝛe.  —  Detinet:  s.  Ve##tinet.  —
Detinotheologie:  s.  Peteno  ꝛc.  —  DPettol-r,
Säris  (lat.),  a.:  zum  Blattstiel  gehörend,  daraus
entspringend  2c.  ätus,  a.:  mit  einem  Blattstiel
versehn,  gestielt.  =  us,  m.  [824,  2):  Blatisftiel.
—  Peliolisieren,  tr.:  die  Trauben  zur  Weinbereitung
  nach  einem  v.  Petiot  angegebnen,  dem  Gallifieren
  (s.  d.  2)  ähnlichen  Verfahren  behandeln.  —
Petit  (sfrz.  v'’1),  a.,  fem.:  p-e  lr'tirl:  klein,  z.  B.
zur  Bez.  v.  Papiersorten  nach  ihrem  Fermat  (Ggitz
grand)  —  s.  Karmarsch  M.  2,  868  ff.:  P.-a-la-Main
(lmengl,  13⅜  frz.  Zoll  breit,  10½  hoch;  P-e-Fleur-de-Lis
  (för-  de-lI.  24  breit,  19  hoch;  P.=Jésus
  ssheĩũs),  13¼  breit,  9½  hoch;  P.-Cornet
[-#l.  16  breit,  12  hoch;  P.-Nom-de-Jésus  inongde-sbesüsl,
  15  ½  breit,  11  hoch;  P.-Raisin  (räseng!
ed.  Cornet,  s.  o.;  P.-Royal  lroajäll,  20  breit,  16
hech  2c.;  ferner  auch  (Buchdr.)  im  Ggitz  zu  gros
zur  Bez.  v.  Schriftkegeln,  z.  B.  P.  canon  l-ongl,
s.  Kanon  1  2  2c.,  nam.  auch:  P.  texte  stert]  od.
bleß:  P.  (im  Deutschen  als  weibl.  Hw.),  eine
Schrift  v.  7½2—8  Punkten  (Jungferschrift)),  s.
Pretchtl  3,  264;  Nach  deutscher  P.  tbd.;  Die  geringste
Kegelstärke  wird  bei  den  deurschen  Buchdruckern:  Achtel-P.,
  bei  den  französischen:  Punkt  genannt.  Frankt  Kat.
38  2c.,  —  ferner:  p.,  als  liebkosende  Bez.  (s.  u.:
biche;  crevs  2c.).  Die  Bsp.  u.  besondern  Anwendungen
  im  Folgenden  (s.  o.)  ordnen  wir  alrphabetisch
  nach  dem  neben  p.  stehnden  Hw.:  Ma  p-e
biche  [s.  d.).  Schücking  Bronckh.  2,  184  ic.;  P.-Bourgogne
  lburgöns!],  leichter  Burgunderwein;
P—s-choux  (schnl,  Art  feines  Gebäck,  bestehnd  aus
2  hohlen  Halbkugeln,  mit  Füllung.  Scheible  Kochb.
459;  Seit  Kurzem  ist  in  Paris  die  Benennung  Demimonde
  in  Lap-e  Dame  stãm]  umgewandelt  worren.
Derl.  Moniagsz.  9,  25  tc.;  Pes  Ccoles  (Pwrir'sekoll,
Kleinkinderschulen  (ogl.  Ecoles  primaires);  Ma
pe  femme  (faml,  liebe  Frau!  sals  Anredel;  P-efilie
  (ü#lil  Enkelin;  P.-fs  (fis),  Enkel;  P—S  frères
lkrärl,  Brüder,  Mönche  eines  Ordens,  dessen  Haurtpflicht
  der  Unterricht  v.  Kindern  ist;  P.-grain

Petitorisch  239

larengl,  eine  Art  Gros  de  Tours;  ferner:  Essence
(l.  d.)  de  p—s  grains,  vgl.  Neroli;  P.  gris  Igril.
Grauwerk;  P-e  guerre  (gärl,  kleiner  Krieg  (s.
Guerilla);  P.  erevẽ  (s.  d.);  P.-lait  Iläl,  Molke;
P.-loup  (s.  L.  2);  P-es-Maisons  Imäsöngs.  Irrenbaus;
  P.-maitre  lmärr,  Stutzer,  Modeherr  2c.,  s.
Elegant  2c.,  vgl.:  Eine  P-e-Maitresse  mähtres,  Zier-,
Modedame  ꝛc.]  bätte  sich  freilich  anders  benommen.
W.  32,  303  .;  P-e  misere  (s.  d.  31;  P.-neveu
Ti.  d.):  P—e-npibce  lebd.  ):  P—e-oie  loäl,  Gänseklein
(ogl.  Abatis  3),  danach  bilrl.,  im  Munde  v.
Roués:  kleinere  Gunübezeigungen  u.  Freibeiten,
die  eine  Dame  einem  Herrn  gewährt,  als  Vorbereitung
  zu  ihrer  völligen  Preisgebung  angesehn:
Des  p—s-pätés,  s.  Pastete  1b;  Im  P.-point-  lre#ng
od.  Gobelin=  [dorrelten  P.-Point-]  Srich.  Uar3.  21,
495,  Stickerei  je  über  einen  Faden,  im  Ggit  zu
Kreuzstich,  Gros-point  2c.;  P.  Tournois  sturnoãl,
alte  frz.  Silbermünzen;  P.velours  lw  jfür),  Sammtmanchefier;
  P.  verre  [Schnaps,  s.  Abũntb];  Uber
diese  wichtigen  Erfahrungen  am  weibl.  Geschlecht  ist  er
denn  zum  p.  volage  [—üb',  kleinen  Flattrer,  Schmetterling
  2c.]  geworten.  G.  32,  33.  —  Petit-io
(lat.),  f.  [8  24,  3.  jönis):  das  Streben  nach  Erreichung
  eines  Ziels,  das  Losgehn  auf  dasselbe  u.
die  zu  diesem  Zweck  gethanen  Schritte  und  Bemühungen,
  s.  Perition;  ferner  nam.:  P.  prineipü#,
ein  feblerhafter  Schluß,  indem  man  etwas  erst  zu
Beweisendes  schon  als  erwiesene  Voraussetzung  im
Beweis  braucht  (s.  Circulus):  IEs  wirr]  durch  eine
p.  principii  Etwas  in  die  Erklärung  ausgenommen,  was
keineswegs  in  den  Worten  des  Dichters  liegt.  Jacobs
Verm.  5,  170.  -iön,  f.;  —#n  ;  —-:  (s.  Peritio)  ein
an  eine  Siaatsgewalt  gerichteter  Antrag,  worin
man  als  Petent  um  Eiwas  nachsucht;  solches  Gesuch;
  die  es  enthaltende  Schrift:  Eine  r.  Tausenden
unterzeichnete  P.  beim  Parlament  einreichen  2c.;  Eine
Monster-ss.  d.  )  P.;  Die  Sturm-Ven  des  März.
Gartenl.  16,  263b;  67  Sa;  Riesl  NN.  166  2c.;  Von
derartigen  P#-Bewegungen.  Uat3.  21,  128;
Das  P—s-Recht  2c.;  auch  (frz.)  P.  (retißjöngl,  f.;
—  u.  (engl.):  P.  lritischenl,  f.;  —s,  z.  B.:  Die  zur
Einreichung  v.  P-en  u.  Melrung  v.  Anträgen  bestimmte
sogen.  P-time  steim,  im  Unterhaus].  Solon  2,
151  2c.  U.  bes.:  Die  P.  of  rights  löww  reits],  P.
um  Herstellung  der  Rechte,  —  die  1628  vom  Parlament
  dem  König  Karl  I.  überreichte  Schrift,
worin  die  Grundgesetze  u.  Rechte  des  engl.  Volks
aufgeführt  u.  gegen  die  Verletzung  derselben  Beschwerde
  geführt  u.  Abhilfe  gefordert  wurde;  Right
treit  of  p.,  P—-s-Recht.  ionär,  m.,  —8;  —,  —#:
Jemand,  der  —  u.  sofern  er  —  eine  Petition  einreicht,
  vgl.  Petent.  ioner  (engl.  pitischöner),  m.,
—8;  —8:  Petitionär,  —  bes.  Einer  v.  der  auf  die
petition  (s.  d.)  of  rights  bestehnden  Partei  im
Ggstz  zu  den  sie  verwerfenden  Abhorrers  (s.  d.)  od.
der  Regierungspartei.  ionferen,  intr.  (haben);
tr.:  eine  Petition  einreichen:  (Um)  Etwas  p.  -or,
m.,  —6;  zören  [8  24,  3,  Hris)]:  Bittsteller;  Bewerber
  um  ein  Amt;  Kläger  im  Civilrrece.
örisch,  a.:  zu  einem  Petitorium  gehörig,  es  be-