Full text : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1907. (34)

Nr.  72.  963

die  Stauhöhe  und  Stauweite  zu  begründen  und  ihr  Einfluß  auf  den  Verlauf  des  Hochwassers
  und  die  überstaute  Fläche  darzustellen  sind.  Hiebei  sind  die  den  Berechnungen  zu
Grunde  zu  legenden  Hochwassermengen  gegebenenfalls  durch  Anfrage  beim  Hydrotechnischen
Bureau  festzustellen;

b)  bei  Überfahrtsanstalten:

1.  ein  Üübersichtslageplan  mit  Angabe  der  Lage  der  Uberfuhr  (bei  Gierfähren  außerdem
Angabe  der  Länge  des  Gierseils  (Kette),  der  Anzahl  der  Gierkähne,  die  Lage  des  Ankers);

2  .  ein  Querprofilplan  über  den  ganzen  Fluß  an  der  Stelle,  an  welcher  die  Überfuhr
stattfindet;  darin  ist  bei  Seilfähren  die  Höhe  der  Standsäulen,  die  Bauart  derselben,  die
Art  der  Verankerung  und  die  Höhenlage  des  tiefsten  Punktes  des  Fährseils  über  Niederwasser
anzugeben;

3.  eine  Beschreibung,  welche  über  die  Tragfähigkeit  der  einzelnen  Bauteile,  die  Größe
und  Bauart  des  oder  der  Fahrzeuge,  deren  Ausrüstung,  Tragfähigkeit,  Tauchtiefe  bei  voller
Belastung,  die  Schwere  und  Bauart  des  Ankers  Aufschluß  zu  geben  hat;

4.  Angaben  über  die  in  Aussicht  genommenen  Fahrgebühren  und  zu  deren  Feststellung
ein  Anschlag  des  Aufwandes  für  Herstellung,  Unterhaltung  und  Betrieb  der  Anstalt  sowie
eine  Schätzung  des  durchschnittlichen  Verkehrs  an  Personen,  gegebenenfalls  auch  an  Vieh,
Fuhrwerken  und  Gütern;  v

5.  wenn  der  Antrag  von  einer  Gemeinde  gestellt  ist,  beglaubigte  Abschriften  der  gemeindlichen
  Beschlüsse.

I)  bei  Überführungen  (Wasser-,  Gas-,  Drahtleitungen  usw.):

1.  ein  Üübersichtslageplan  mit  Angabe  der  Stelle,  an  welcher  die  Uberführung  stattfinden  soll;

2.  ein  Querprofilplan,  in  der  Richtung  der  Überführung  zu  nehmen.  In  ihm  ist  ersichtlich
  zu  machen,  wie  die  Überführung  geplant  ist,  in  welche  Höhenlage  über  Nieder=  und
Hochwasser  sie  zu  liegen  kommt.  Sind  zur  Uberführung  Brücken  oder  Stege  nötig,  so  treten
hier  dieselben  Vorschriften  in  Wirksamkeit  wie  sie  für  Brücken  und  Stege  unter  Buchstabe  à
Ziff.  2  gegeben  sind.  Ebenso  sind  bei  Drahtleitungen  die  für  Uberfahrtsanstalten  gegebenen
Vorschriften  entsprechend  anzuwenden;

3.  eine  Beschreibung.  Hier  haben  im  allgemeinen  die  für  Brücken,  Stege  und  Überfahrtsanstalten
  gegebenen  Vorschriften  entsprechende  Anwendung  zu  finden;

d)  bei  Unterführungen  (Wasser-,  Gas-,  Drahtleitungen  rc.):

1.  ein  Übersichtslageplan  mit  Angabe  der  Stelle,  an  welcher  die  Überführung  stattfinden
  soll;

2.  ein  Querprofilplan  in  der  Richtung  der  Überführung.  Aus  demselben  muß  die
Tiefenlage  der  Fluß-(Bach-)  Sohle,  die  Lage  der  Leitung  unter  dieser  Sohle  und  der  Durchmesser

  der  Leitung  zu  ersehen  sein;
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