Metadata : Dr. J. Milbiller's kurzgefasste Geschichte des Königreichs Bayern.

von  Schwaben,  einem  Sohne  jenes  Ludolfs,  der  wider  seinen  Vater,
  Otto  I.,  sich  empört  hatte.
S.  11.

Der  neue  Herzog  Otto  unternahm  sogleich  einen  Feldzug  nach
Böhmen  gegen  Heinrich.  Allein  das  bayerische  Heer  wurde  nicht
nur  hier  von  Pilsen  bis  nach  Cham  zurückgeschlagen,  sondern  als
Kaiser  Otto  mit  den  Bayern  und  Schwaben  gegen  die  Slaven  in
Sachsen  zu  Felde  zog,  benützte  Heinrich  diese  Gelegenheit,  und  siel
aus  Böhmen  in  Bapern  ein.  Hezilo  rüchte  aus  Kärnthen  heran,
und  that  gleichfalls  einen  Einfall  in  Bapern.  In  kurzer  Zeit  eroberten
  sie  die  Stadt  Passau.  Also  sah  sich  der  Kaiser  genöthigt,
die  Slaven  in  Sachsen  indessen  in  Ruhe  zu  lassen,  und  mit  seinem
Heere  nach  Bapern  zu  ziehen.  Der  erste  Angriff  auf  Passau  hatte
keinen  erwünschten  Erfolg;  aber  der  Kaiser  wiederbolte  den  Versuch,
  und  nun  wurde  dieser  Ort  bezwungen.  Heinrich  und  Hezilo
mußten  sich  als  Kriegsgefangene  ergeben,  und  wurden  nach  Utrecht
  abgeführt.  Dem  letztern  entzog  der  Kaiser  das  Herzogthum
Kärnthen,  und  verlieh  es  an  Burchard,  Sohn  des  Herzogs  Conrad
  von  Lothringen.

6.  12.

Darvach  begleitete  Herzog  Otto  den  König  auf  einem  Feldzuge
  gegen  die  Saracenen  nach  Italien.  Von  diesem  Feldzuge
kamen  wenige  zurück.  Auch  Herzog  Otto  starb  auf  dem  Rückwege
  an  seinen  Wunden  zu  Lucca,  082.  Da  begehrten  die  Bayern
  Hezilo  zum  Herzog.  Der  König  entließ  ihn  aus  der  Gefangenschaft,
  und  verlieh  ihm  das  Herzogthum.  An  ihm  erdielt  Bayern
  wieder  einen  Herzog  aus  seiner  Mitte.  Er  wird  in  der  Reihe
der  baperischen  Herzoge  auch  Heinrich  III.  genannt.  Doch  blieb
Bapern  noch  immer  ein  UAmtslehen,  welches  der  deutsche  König
nach  seiner  Willkühr  vergab.

S.  15.

Aber  Hezilo,  oder  Heinrich  III.,  bekleidete  sein  herzogliches
Amt  nicht  lange.  Als  Otto  II.  im  Jahre  084  starb,  und  dessen
dreijähriger  Sohn,  Otto  III.,  den  er  schon  bei  seinen  Lebzeiten  zu
seinem  Nachfolger  auf  dem  deutschen  Königsthrone  hatte  wählen
lassen,  auf  ihn  solgen  sollte,  befreite  Heinrich  II.  sich  selbst  aus  der