Volltext : Geschichte der Hohenzollern.

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Krifis  erhielte.  Auch  sendete  er  ihm  zwei  von  ihm  sehr  hochgeschätzte  Generale,
nämlich  den  G.-L.  von  Finck,  dessen  wir  schon  mehrmals  rühmlichst  gedacht,
und  G.-L.  von  Wunsch,  welcher  sich  seit  einiger  Zeit  als  Führer  eines  Freicorps
einen  ehrenvollen  Namen  erworben  hatte,  sofort  zur  Unterstützung.  Allein  es
war  eine  Zeit  des  Unglücks  für  Friedrich  hereingebrochen,  in  welcher  er  nur
auf  nachtheilige,  nicht  glückliche  Wendungen  des  Geschickes  rechnen  durfte.
Wunsch  hatte  vom  24.  August  bis  zum  13.  September  Wittenberg,  Torgau
und  Leipzig  wiedergenommen,  während  Finck  mit  9  Bataillonen,  32  Schwadronen
  und  1200  Husaren  von  der  Oder  her  aufgebrochen  und  Haddik  zur
Seite  geblieben  war.

Inzwischen  jedoch  war  Dresdens  Schicksal  leider  zum  Nachtheil  Friedrichs
entschieden,  denn  Graf  Schmettau  hatte  schon  am  Abend  des  4.  Septembers
die  Capitulation  mit  dem  Feldherrn  der  Reichsarmee,  dem  Herzog  von  Zweibrücken,
  abgeschlossen.  Freilich  war  noch  nicht  alle  Hoffnung  verloren,  da  die
Oestreicher  gegen  den  Laut  des  abgeschlossenen  Vertrages  weder  die  versprochenen
Vorspannwagen  geliefert,  noch  die  königlichen  Schiffbrücken  mitzunehmen  erlauben
wollten.  Ueberdies  hatte  Finck  noch  vor  dem  Ausmarsch  der  Besatzung  dem
Grafen  Kenntniß  von  seiner  Nähe  gegeben,  und  ihn  aufgefordert,  den  Marsch
möglichst  zu  verzögern,  um  dadurch  den  Platz  für  den  König  zu  retten,  was
auf  Grund  des  Vertragbruches  von  den  Oestreichern  nicht  unmöglich  gewesen
wäre;  doch  Schmettau  sah  die  Sache  von  einer  andern  Seite  an  und  übergab
die  wichtige  Stadt  dem  Feinde.

Noch  in  dem  Augenblick  des  Abzugs  schien  eine  Rettung  des  Platzes
ausführbar,  da  der  Vicecommandant  Hoffmann  die  Stadt  nicht  verlassen,  ja
im  Gegentheil  die  feindlichen  Posten  von  der  Brücke  vertreiben  wollte;  er  fand
jedoch  keinen  Gehorsam,  sondern  wurde  von  seinen  eigenen  Leuten  erschossen,
und  Schmettau  berichtete  dem  König,  Oberst  Hoffmann  sei  betrunken  gewesen,
worauf  Friedrich  II.,  im  Schmerze  über  den  neuen  schweren  Verlust,  dem  Grafen
antwortete:  „Ich  meine,  wenn  Hoffmann  betrunken  war,  so  wäre  zu  wünschen
gewesen,  daß  der  Befehlshaber  und  die  ganze  Besatzung  es  auch  gewesen  wären,
damit  sie  ebenso  gedacht  hätten.“  Der  König  nahm  die  Sache  sehr  ernst.  Die
Leute,  welche  auf  den  Obersten  Hoffmann  Feuer  gegeben  hatten,  wurden  vor
ein  Kriegsgericht  gestellt.  Den  Grafen  Schmettau  traf  in  vollem  Maße  seine
Ungnade;  er  wurde  für  immer  aus  dem  Dienste  entlassen.

Friedrich  hatte  nichtsdestoweniger  seine  ganze  Geistesstärke  wieder  gewonnen,
  denn  er  trug  diesen  sowie  die  noch  folgenden  harten  Schläge  der  verhängnißvollsten
  Periode  seines  Lebens  mit  der  Fassung  eines  vollendeten  Stoikers.
Am  15.  September  schreibt  er  an  den  Minister  Finckenstein:  „Wenn  Sie  glauben,
daß  meine  Verlegenheiten  zu  Ende  sind,  so  irren  Sie  Sich  gewaltig.  Indessen
muß  man  sich  mit  Festigkeit  waffnen,  und  da  ich  für  jeden  Fall  meinen  Entschluß
  gefaßt  habe,  erwarte  ich  die  Begebenheiten,  welche  der  Zufall  noch

etwa  bringen  wird.“
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