Full text : Anekdoten und Charakterzüge aus dem Leben König Alberts von Sachsen.

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die  Schulter  nach  dem  Königlichen  Sündenbock,  der  vergnügt  lächelnd
auf  der  Bank  neben  dem  Kochherd  saß.  Nun  brachen  die  hohen  Herren
in  ein  stürmisches  Gelächter  aus,  über  das  Annamirl  baß  verwundert
war.  „Ja,  Sennerin,“  meinte  der  Kaiser,  „das  Rahmmusmachen  ist
eben  auch  eine  Kunst,  ebenso  wie  das  Regieren.  Schau  Dir  'mal  den
alten  Patzer  an,  das  ist  ja  Se.  Majestät  der  König  Albert  von  Sachsen.“
„Herr  Jesses  Mariandel“  —  schrie  die  Sennerin  entsetzt  auf.  „Da
hab'  i  ja  a  Majestätsverbrechen  begangen.  Ich  wollt'  ihn  schon  aussi
schmeißen  vor  Gift  und  Gall.“  „Na,  i  bin  Dir  dankbar,  daß  Du  es
nicht  getan  hast,“  entgegnete  der  König,  der  ganz  Untröstlichen  begütigend
die  Hand  auf  die  Schulter  legend.  „Aber  grob  bist  Du  gewesen,  un—
menschlich  grob.“  —  Und  nun  erzählte  Albert  seinem  Kaiserlichen  Jagdfreund,
  wie  die  schöne  Annamirl  gegen  ihn  losgezogen,  und  wohl  noch
nie  hatten  sich  die  hohen  Jäger  so  vor  Lachen  geschüttelt,  wie  damals.
Schön  Annamirl  hat  ihr  Verbrechen  aber  wieder  gut  gemacht,  indem
sie  ein  frisches,  tadelloses  Rahmmus  bereitete,  daß  den  Königlichen  Gästen.
vortrefflich  schmeckte  und  von  ihnen  auch  wahrhaft  königlich  bezahlt

wurde.