108 Die galatischen Kelten. Kap. XID.
Weiter erzählen Polybios XXII 21, 22 und Livius XX VIII
12—27 von dem schon erwähnten Konflikt zwischen den Römern
und Galatern des Jahres 189.
Während bis dahin von Gauheeren und ihren Führern die
Rede war, erscheinen jetzt Stammheere und treten Stammhäupter
in den Vordergrund.
Polybios und Livius unterscheiden, wie schon erwähnt, die
Stammheere der Tolistobogier und die für den Feldzug vereinigten
der Tektosagen und Trokmer, und hinsichtlich ihrer Führer re@ros
@vydpes und principes einerseits und höherstehende Fürsten, Baoılexz,
reguli, reges, duces andererseits. Die letzteren drei werden zunächst
als reguli in der Zahl der drei Stämme bezeichnet, (es
waren Orteogon, Kombolomarus und Gaulotus (der Erste speziell
noch als faollevs, regulus), und dann bei den Tektosagen und
Trokmern als reges oder duces. Bei den scheinbaren Friedensunterhandlungen
dieser beiden Stämme mit den Römern, von
jenen eingeleitet, um Zeit zu gewinnen, wurden zunächst die
Baouleig, reges erwartet, kamen aber nicht wegen ungünstiger Vorzeichen;
dann erschienen die nporoı &vdpes, principes, die wohl verhandeln,
aber nicht abschliessen konnten, und endlich sollten
wieder die Saoılel;, reges erscheinen. Aus dieser Darstellung
ergibt sich, dass die zewro: ärdpes oder principes die Tefrarchen
des Strabo sind, dass die Aacıke;, Teguli, Teges, duces mehrere
Ausdrücke für denselben Begriff, Stammhäupter königlichen Charakters
sind, und dass die Verfassung jedes Stammes im Königtum
besteht. (Bei den Juden hiess ein solches Stammhaupt
&9vapyns).
Die Ausdrucksweise des Strabo bedarf einer besonderen
Untersuchung : den Gaufürst nennt er bei den Germanen (so bei
den Cheruskern und Khatten $S. 85) yeuwv, bei den Galatern
teregpxng; den Stammkönig bei den Galatern zyeuov. In der
Einleitung zu obiger Stelle XII 5, 1 bezeichnet er zwei Hegemonen,
nach denen die Trokmer und Tolistobogier sich selbst
genannt haben, dvo rwv nyeuovov,; und auch die drei Hegemonen