Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

 

Uummer  116

—–—.

Deonnerslag,  20.  Mai  1016

 

Nes.  t  Rat  Nr.“  23:  Inf.  Oubwig  Schoõn
gernbach,  gefallen;  Inf.  Joseph  Bin—
.  Lbckdollinzk  schwer  verwundet.
Res.-JZäger-Bal.  Nr.  1:  Jäger  Franz  Par
zinger,  Niederseeon,  leicht  verwundet;
Andreas  Schul#,  Faistenhaar,  insolge  Kranlheit
  gest.  18.  2.  15;  Zäg.  Georg  Huber.  Hal
fing,  Kefallen:  Jäg.  Georg  Heiß.  Tol:  ge
allen;  Zäg.  Jollann  Mooseder,  Augustenseld,
inf.  Krantheit  gest.  24.  11.  13;  JZäg.  LPaspar
Kronseter,  Pillofen,  gejallen:  Inf.  Joseph
Staurhammer,  Holzhausen,  gejallen;  Jus.  Albert
  Wimmer,  St.  Georgen,  schwer  verwundet;

Inf.  Johann  Ilsanler,  Schönau,  schwer  verwundet;:
  Jäg.  Ignaz  Löcherer,  Hurlach,  gefallen;
  Zäg.  Hermann  Böemiller,  Eitting

schwer  rerwundet:  Oljäg.  Franz  Taver  Ester.
Brand,  gefallen;  San.-Utffs  Ludwig  Grandegger,
  Kirchdors,  schwer  verwundet.

 

Mäncheuert  Be#xieilen

münchen.  18.  Mai.  Die  Vorftandschaf!  der
unung  der  Metzgermeiner  Münchens  der  vbjjent
ucht  eine  Ertlarung,  in  der  sie  auf  die  Gründe
des  Emporschnellene  der  Fleis.hpreise  Binweist
und  belont,  daf  üur  die  jenigen  holen  Fleiseh
preise  das  Metgernewerie  nicht  verantwortiich
gemacht  werden  lann.

 

*  m  1
Ereszianse.
Salhurg,  13.  Mai.
von  S:  zu:  butg  etläßi  solgende  una,
die  sosort  in  Kraft  ltritt:  Der  Nerlaus  von
Fleisch.  rol,  oder  zubereitet.  sowie  die  gewerbe
mästige  Verak  reid.ung  von  Speisen,  die  ganz
pder  teilmeise  aus  Fleilch  beflehen,  ist  im  Her
zogtum  Salzburg  am  Dienslag  und  Freilag
jeder  Woche  nerboten.  Uebertretungen  dieser
Verbols  werden  mit  einer  Geldstrase  bis  zu
2060)  Kr.  oder  mit  Arrest  bis  zu  3  Monaten.
bei  ersckwerenden  Umsländen  mit  einer  Geld
strase  bis  zu  diun)  Kr.  oder  mit  Arrest  bis
zu  6  Monaien  bestraft.

Die  Lande##egieruna
Belannin

 

 

*  f  fpk  &
Bad  Aibling,  18.  Mai.  In  verhöltnismäsig

  guier  efundl#il  lann  am  23.  Mai  die
Witwe  des  seil  mehreren  Lahren  lier  rer
stortenen  Schmiedmeisters  Paul  Schuster  in
der  Münchneritraß:,  Frau  Magdalena  Schunter,
Privatiere,  ihren  #u.  Geburtstag  feiern.  Ste  ist
die  älteste  Person  in  unierem  Marile  und  verlebt
  ihren  Lebensalend,  ohne  ven  der  Last
des  Allers  alliusehr  bedrückt  zu  sein.

Inzell,  18.  Mai.  Der  Bauer  Holzuer  von
Unterholz  brac,  auf  seinem  Koklenmeiler  so
unglüdlich  durch,  daß  er  sich  beide  Füße  verbrannte.

  Er  konnte  sick  noch  selbit  Beraur
arbeiten.  Hol'ner  in  Vater  ciner  grosten  Familic.


 

Der  Tabaktsg  in  Roseaheim.
Rosenheim,  19.  Mai.

Die  Leitung  des  Tabaktages  hat:ie  in  einem
ihrer  Aufruse  den  Wunich  ausgesprochen.  die
Bevöllerung  Rosenheims  möchte  auch  bei  der
Tal  aksammlung  zeigen,  wie  sehr  sie  sich  mit  unseren
  lämrfenden  Truppen  verbunden  sühle,  wie
sehr  sie  um  das  Wohl  der  Bruder  draußen  besorgt
  sei.  Dieser  Wunsch  ist  gut  aufoenommen
worden;  auch  diesmal  hat  die  Einwohnerschaft
Rosenheims  nick  versagt.  Mit  Befriedigung
kann  seflgesielll  ##rd:#,  daß  das  Ergebnis  der
Tabalsammlung  unge#iri.  günstig  gewesen  iit.

Schon  am  Tage  seltn  war  dem  Eingeweihten
llar,  daß  auf  einen  guten  Ab'ch'uß  zu  hoffen
sei.  Das  Wetter  war  gunstig;  ri  Verkehr
herrichte  auf  den  Straßen;  es  wuro  n9  eingelauft
  und  ebenso  willig  das  Gekauste  u.irder
Hergeschenlt.  Die  Jugend  hatte  es  besonders
auf  die  Fähnchen  abgesehen:  aber  auch  alle
anderen  angegebenen  Waren  sanden-  guten  Absatz.
  In  der  Zentrale  in  der  Sedanstraße
herrschie  vom  frühen  Morgen  an  rin  immerwährendes
  Kommen  und  Gehen.  Der  Saal  im
1.  Stod  hatte  sich  in  ein  großes  Warenlager
verwandelt.  Von  hier  aus  wurden  die  zwei
Verlaufostände  und  die  vielen  Verläufer  versorgt.
  Nadsah  rer  standen  im  Hofe  bereit,  um
Aufträge  in  möoglichster  Eile  zu  erledigen.  Unermüdlich
  waren  unsere  Mittelschüler.  Man  sah
ess  ihren  leuchtenden  Augen  an,  wie  sehr  sie  sich
freuten,  auch  in  ihrer  Weise  dem  Vaterlande
diemen  zu  können.

Aut  Nachmittag  ging  das  Geschäft  besonder?
floit  und  die  Bestände  in  der  Zentrale  singen
zusehtends  an,  kleiner  zu  werden  und  nach  und
nach  m#irden  Fähnchen,  Lose  und  Postlarten
auoverlanft.  Gegen  6  Uhr  wurden  die  à.  Teil
sehr  vollen  Büchsen  eingeliesert  und  auf  die
K.  Filialbank  verbracht.  Der  Abend  verschaffte
uns  noch  die  schöne  Summe  von  über  500  D
Meister  Kämpfel  und  seine  Getreuen  lockten  Freg
piele  troß  des  schonen  Frühlingsabends  in  den
„Deutschen  Kaiser“

Am  nächsten  Tag  ge  wurde  nun  die  Arbeit
des  Geldzählens  in  Angriff  genommen.  Die

100  Bchsen  L  ielten  die  Summe  von  4231
Mark  70  Pfg.  Außerdem  wurden  in  den  beiden
  Verlaufeständen  um  669  Mk.  Waren  abbesetzt;
  in  der  Sammelstelle  wurden  51  Mark

 

Objag.

 

abgegeben.
Mark,  die  Ausgaben  beliefen  sich  auf  3147  Mt.
Den  größten  Posten  in  denselben  bilden  die  anhelausten.
  Tabalwaren  im  Werte  von  2034

arl.  Sie  stammen  sämtliche  aus  hiesigen  Geschäften.
  Der  Tag  ergab  also  einen  Reinertrag
von  2567  Mk.  in  Geld.  Außerdem  wurden
noch  um  1331  Mk.  Zigarren,  Jigaretten  usw.
geschenlt,  so  das  der  Gesamtertrag  des  Tages
sich  auf  3899.48  Mi.  beläuft.  Für  eine  Stadt
von  der  Grösse  Rosenheims  fürwahr  ein  gutes
  Ergelnis.  Benötigt  wurden  47  900  Zigaretten,
  10  700  Zigarren,  131  Palete  Rauchlabak,
  700  Palete  Schnupftabal.  Gescheul  wurden
  23320  Zigaretten,  1855  Zigarren.  133
Palete  Rauchtabal,  425  Palete  Schnupftabak.
also  nahein  die  Hälfte  der  gekauften  Maren.

Ein  großerer  Teil  der  geschenlten  Waren
ist  bereils  nach  München  gesandt  worden  und
rollt  vielleicht  schon  den  Grenzen  zu.  Ein  Teil,
besonders  die  in  den  Papierdüten  eingewidelicht
Zigarren  und  Jigarelten  bleiben  hier  und  werden
  am  Bahn#os  in  den  Lazarettzügen  verleilt.
  Die  Le  eitung  des  Tabaktages  lag  in  den
Handen  der  Frau  Baronin  von  Schacky,  der
Leiterin  der  hiesigen  Ortssammeilstelle  vom  Norten
  Kreu:,  die  mit  grostem  Eiser  und  Geschi.  #
die  viele  Arbeit,  welche  die  Vorbereitung  und
Durchfülrung  des  Tages  mit  sich  brachte,  auf
si#n  nahm,  unterstützt  von  einem  lleinen  Stabe
Tron  Helsern  und  Helferinnen.

Allen,  welche  mit  beigetragen  haben,  das
Ergebnis  »dieses  den  lämpfenden  Brüdern  gewid
mmefen  TLages  so  günstig  mu  geslallen,  sei  der
lerinichsie  Dank  gesagl.

Ksrsten.

Rosenheim,  19.  Mai.
Auf,  dem  Felde  der  Ehre  gesallen:
v  Karl  .  Schidlinia-[Grer
  aus  Rosenheim;  Josei  Kerer,  Ertlbanzers
solm  von  Altstein,  Pfarrei  Prulting.  Soldat
im  I38.  Nes.-Juf.  Reg.:  Michael  Kolb,  Wag
nerbauerosohn  von  Waith  (Aibling),  Pionier  in
der  6.  Payer.  Res.  Pionier-Komp.;  Neserohst.
Porbinian  Huber  aus  Harthausen,  Kaiserjäger

Josef  Groiff  aus  Hausham.

Ein  seltsames  Zusammentrefsen
jügte  sich  am  Grabe  des  auf  dem  Feide  der
Clrre  gefallenen  Oelonomensohnes  Georg  Reindl
aus  Nosenlieim.  Der  Infankerist  Simon  Nieer
  aus  Nott  a.  J.,  welcher  der  Beerdigung
Eenwolnte,  schreibt  darüber  an  die  Eltern  des
lat  feren  Helden:  „Ich  hatie  leine  Ahnung,
wieim  ich  die  letzie  Ehre  erwies,  bis  der  Gcist
liche  die  Grabrede  begann,  von  der  ich  hier  die
einleitenden  Worte  mitteile:  In  weiter  Ferne,
in  unserem  schönen  Vayernlande,  dort  wo  Inn
und  Mangfall  sich  vereinigen,  liegt  die  schöne
Stadt  Nosenheim.  Dort,  wo  der  Weg  zum
Kloster  führt.  den  Kloslerweg  eine  Sitrecke  Hinaue,
  ste#t  ein  guterhaltenes  Bauernhaus.  Da
#rri  ielte  vor  ungefähr  17  Jahren  eine  muntere
Kuabenschar,  darunter  war  auch  ich  und  der.
melchem  wir  die  letzte  Ehre  erwiese  n.  Durch
Zufall  wurde  ich  heute  nacht  an  sein  Sterbe—
lager  gerufen,  um  ihm  die  letzie  Oeiung  zu
frenden.  Er  lauschte  mit  mir  manche  Iugend.
erinnerung  aus,  und  in  diesen  Crinnerungen
entannten  wir  uns  als  einstige  Spielkameraden.“
  Fürwalr,  ein  seltenes  Zusammentreifen!
Nelen  dem  Hilfspostboten  Rieder  aus  Nott
nn#  auch  Spielmann  Seb.  Holmer  aus  Oberaudorf
  an  der  Beerdigung  ihres  Kameraden
#5  ind  teil.  Der  Name  des  Geistlichen  il  in
dem  Briese  nicht  genannt.

Ein  wichtiger  Bundesratsbeschluß.
Der  Bundesrat  hat  eine  Belanntmachung  über
die  Einschränkung  der  Pfändbarleit  von  Lohn
und  Gehalt  beschlossen.  Wie  wir  mitleilen  üön-=nen,
  handelt  es  sich  dabei  um  eine  Heraufsehhung
  der  bisherigen  unpfändbaren  Grenze
non  150(1)  auf  2000  Ml.  In  Zulunft  können
also  Löhne  und  Gehälter  bis  zu  2000
jährlich  nicht  mehr  gepsändet  werden.  Der
Bundesratsbeschluß  bedeutet  ein  weiles  Entgegenlommen
  geger  die  Wünsche  des  Rcichstoges.
  Ziemlich  al'##emein  hatte  man  erwartet,
der  Bundesrat  werde  nur  auf  1800  Mk.  hinaufgelen.
  Auck  dieser  Bundesratsbeschluß  erfolgte
  auf  Grund  des  Ermächtigungsgesetzes
vom  4.  August  1914,  er  bedarj  also  nichl  der
Zustimmung  des  Neichstages,  um  gesetzliche
kraft  zu  erlangen.

Pfingstverlehr.  Anläßlich  des  bevorstenenden
  Pfingstfestes  wird  darauf  aufmertsam
gemacht,  daß  der  Eisenbahnverwaltung  infolge
der  starlen  Beanspruchung  ihres  Wagenmaterials
  für  Truppentransporte  und  Lazarettzüge
in  diesem  Jahr  nur  ein  Teil  ihres  Wagenparks
zur  Bedienung  des  an  diesen  Tagen  zu  erwarlenden
  Verkehrs  zur  Verfügung  steht.  Das
reisende  Publilum  möge  diese  Tatsache  bedenken,
  wenn  an  den  kommenden  Feiertafsen  die
Vejörderung  der  zohlreichen  Reisenden  etwa
nicht  mit  der  in  Friedenszeiten  gewohnten  Regelmäßigleit
  möglich  sein  sollte.

Diebstahl.  Einer  Hausbesitzerin  von  Nosenheim
  wurde  aus  ihrer  Filze  in  Fürstätt  ein
Torflarren  gestohlen.  Er  ist  aus  Eschenholz,  und
gezeichnet  mit  P.  A.

 

 

 

Wetterbericht  für  Donnerslag,  den.  20.  Mal:
Allmähliche  Besserung.

Die  Gesamteinnahme  betrug  5324.

 

4  lia“  schreibt:

Der  Weltkrieg.

Der  Bericht  aus  dem  Großen  Hauptquartier
war  bis  Redaktionsschluß  um  3.15  Uhr  noch
nicht  eingetroffen.

Falien.

Die  Kündigung  des  Dreibundes.
Chiasso,  19.  Mai.  Nach  einer  römischen
Meldung  der  „Stampa“  wird  die  Auflündigung

  des  Dreibundes  noch  vor  der  Kammer
erässnung  am  20.  Mai  erfolgen.  Die  Urkunde,

die  der  Wiener  Regierung  die  Kündigung  mil:

teilt,  soll  neben  anderen  Dokumenten  über  die
diplomatischen  Verhandlungen  be  bereits  im  Grünbuck,
  veröfjentlicht  werden.  (3.)
Paris,  19.  Mai.  Der  „Temps“  meldet
aus  Rom:  Die  dreibundfreundliche  Zeitung
„La  Wita“  hat  ihr  Erscheinen  eingesnellt.  (1.3.)

 

Grünbuch.

10.  Mai.  Das
70  Seiten.

Lugano,
jai!

Grünbuch  um-Es
  cnthält  auseblich  die  un

 

Vemeise  von  der  „Langmut“
Ztaliens  gegenüber  Versockiheit  Oester.
reich  Ungaris  und  soll  neigen,  daß  die  Regierung

EIII

□)

widerlegharen
—.

der
bicht  anders  handeln  lonnte,  ald  geschelen.
in  den  Krieg!
Giolilti  ill  abgereist.
Idol  Jlalien-,  der
zerschlagen.  Darüber
nicht  Litmegrtanichen,

Mit  Gewalt
Rom,  19.  Mai.

Shaße  hat  gesiegt.
Parlamenlarisinus,  ist
lann  auch  die  Talsache
rlaß  am  Donnerslag  das  Kalinelt  sich  der  Kam
mer  mil  seinem  Programm  voruellen  will.
#e  einem  Programm,  das  einfach  die  Kriegs
crrüärung  an  Sesierreich  heißt.  Man  hat
Meurheit  aus  der  Slraße  totgeschrien  und  den

—:
s  e

—
i

die

menigen,  die  rielleih  t  noch  zum  Widerspkruch
a#ut  gehabt  lätien,  durch  Dronung  für  Ledurch

  Beschimpfen  al#  Ba
lezlandsverräter  den  Mund  geschlossen.  —
la#on  das  „Giornale  d'Italia“,  dar  Blatl  Son
ninus,  schreiben:  Der  Krieg  ist  dem  lallächlichen
Stande  nach  bereits  erllär:  nach  dem  gemein
samen  Willen  der  Regierung,  des  Konigs  und
der  Volles.  (.).)

Am  Vorabend  des  Kkeieges.

Viai.  RIIIEIXxII
S

Alle
—  —

rea  und  Eigentum,

*i

Rom,  1
eru.—  Hhin,  Jtalien  am  Voralend  Brie
siehbt.  Das  Amtsblati  des  Königreichee
Vorschrifsien  über  den  Schutg  für  den

 

ges

ise  mit

 

 

Belrieb  der  Bahn  und  d#  Küftenichutz  im
n  O  —  —

Priegosall  gesülit.

—  —  —

den  ilal  eni

„Ministerprasident  Riviani  soll

scen  Botschafler  Titioni  gesragt  haden,  ob  der
Jlalien  durch  die  Ministerkrise  eine

 

 

Krieg  für

ersögerung  erleiden  würde.  Tittoni  har#e  abe  ge
ankworiet:  Cin  Vertrag  verpflichtet  und,  il-##t
  eines  bestimmten  Termines  loeiuschla-Diese

  Verpflichtung  ecjülit.

    
 

 

gen.  wird  getren
2

   

Der  Korreipondent  des  „Secolo“  jüll  #a.#
.  ossitnis  lbinzu,  daß
der-  Eniente  Jlaiien  W  innerhalb  Monatefeis
  nach  Abschlus  loseuschlagen.  (3.)

Die  Hallung  der  Sozialislen.

der  Nertran  imil

 

 

Basel,  19.  Mai.  Die  in  Vologna  versammelten
  Vorstände  der  Sozialistenpartei,  der

 

 

Parlamentsgruppe  und  der  sozialistiscken  Arbeitlter
  haben  nach  den  „Veseler  Nachrichten“  den
Gedanlen  eines  Streiles  sallen  lassen.  In  der
angenommenen  Tagesordnung  wird  die  unersc

  Utterliche  Haltung  der  Parsorentgeuppe
’

gegen  eine  Zntervention  Jtaliens  beslimmt
uo  dr  die  Parlamentogruppe  verpflichtct,  gegen

S  Kreditforderung  für  Kriegezwecke  zu  stim-Alle
  Orgenisationen  werden  zur  Abhal-=u.

Demonstrationen  aufmen.


tung  von  neutralistischen

gesordert.  (.)

(Aus  Jurchl  vor  HDuohungen.

Lugeno,  19.  Mal.  Messagero  schreibt·
Giolistis  AVeise  ersolgte  aus  Furcht  vo#r
Attentaten.  Giolitti  erhielt  in  den  letzten
Tagen  Hunberte  von  Drohbriesen.  (3.)

Kriegsgeschrei!

 

den  wird  das  ilalienische  Voll  einen  triumphalen
  Aufstieg  haben.  Die  große  Slunde  ist
da,  gepriesen  seien  alle  Schutzgötter  Italiens.
Aber  der  Krieg,  den  wir  lämpsen  werden.  ist
nicht  allein  ein  Krieg  der  Befreiung,  sondern
auch  ein  Krieg  der  Zivilisation.  (3.)  Aehnlich
  schreiben  alle  übrigen  italienischen  Blätter.

Lede  Stimme  der  Vernunst  und  der  Warnung
  ist  verstummt.

-alleus  forderaspen  an  Oeperreis.

Berlin,  19.  Mai.  Der  frühere  italienische
Finanzminister  Luzzatti  gab  dem  römischen
Korrespondeten  der  „Nationaltitende“  die  Forderungen
  Jtaliens  an  Oesterreich  Ungern  belannt.
  Sie  werden  wie  solgt  bezeichnet:

Lofortige  Bleise  u#nng  von  ganz  Treutino,
  Istrien,  einschließlich  Trieft,  Pola,
Flume  n#d  mehreren  Adria-Juseln,  Abtrekung
  der  Marinestationen  an  der  dalmatinischen
  Küfte,  Verzicht  auf  jede  divekte
oder  indirekte  Einmischung  in  vie  Angelegenhelten
  Zerbieus,  Verzicht  auf  eine
gegen  Jtaliens  Jnteressen  gerichtete  Balkanpolitik,
  Frelheit  für  Italten  zur  Vertretung
  seiner  Juteressen  im  Mittelmeer
gegen  die  Türkei  gemeinsam  mit  den
Dreiverbands=  Mächten  und  schliehlich
Handlungsfreilheit  für  den  kommenden
Frlebenskongreß,  wozu  Italien  sich  vorbehalten
  hatte,  die  Tache  Belgiens  und
Eebi  zu  unterstützen.

Hiezu  bemerlt  die  „B.  Z.“:  Wenn  diese  Mitelliugen

  dieser  italicnischen  Finanzmannes  zukuanisna,
  dam  sind  die  Forderungen  Italiens
da:  Tolliic,  was  je  ein  Sliaat  von  einem  an
Leren  verlangle.  Aufs  ein  W[7iô  Ansinnen  kann
ern  nur  eine  Antworl  geben.  (.

 
 

kitchener  braucht  Relruten.

London,  13.  Mai.  Iam  Oberhaus  er
lrte  Kildener.  daß  er  300  000  Reiruten  mehr
brauche,  um  neue  Armeen  bilden  zu  lönnen.
Gerner  erllärie  er,  die  briltische  und  die  fran:
ische  Negierung  kamen  zu  der  Erkenntnis,  daß
ihre  Truppen  gegen  die  giftigen  Gase  durch
die  Anwendung  ähnlicher  Vietthoden  ausreichend
geichützt  werden  müßten.  (8.)

im  englischen
Ministerium.
London.  19.  Mai.  In  politischen  Kreisen
leiro  dar  Verhälluis  des  ersten  Lords  der
Armiralilä:,  Churchill,  zum  ersten  -  er
örtert.  Man  ein  älhlt,  de  5  wwischen  ihnen  zu
ckinem  Wortiw.  u  sel  „vy  en  sei.  Man  glaubt,
daß  Fisher  sein  Amt  be  rlegn  werde.  Die  li
Ueralen  Mitglieder  der  Umerhauses  sprachen
sic  für  die  Bildung  eines  Koalitionsministeliums
  aus.  (.3.)

Kouslikl

Londvn,  19.  Mai.  Der  Parlamentslor--leffondent
  der  „Times“  schreibt:  Man  ersaurl,
  daß  Lord  Fisher  an  den  lehten  beiden
Tagen  die  Admirelilät  nicht  besuchte.  Diese
Tatsache  in  Verbindung  mit  einer  längeren
Unterredung  CI.  urch  bills  mit  Abquith  veranlaßte
rielerlei  Gerüchte.  Iu  rolitiĩchen  Kreisen  herrscht
#oe  Bewegung.  Die  „Times“  schreiben  dazu
  in  einem  Leitartitel:  Oige  Mitteilung  bestaligl
  den  im  Volle  herrschenden  Eindruck,  daß
die  Regierung  den  ruhelosen  Uebergangszufünd
  erreicht  hat.  Die  Nation  iist  besorgt,  siett
auf  jedem  Kriegsschauplatz  den  Kampf  beftiger,
vielicicht  unentschiedener  werden  und  hört  von
gemaligen  Verlusten  sowohl  in  Frantreich  wie
an  den  Dardanellen.  Zugleich  herrsch!  tiefe
ll.  #friedenheit  über  die  Lieferung  von  Munilian,
  deren  Mangel  niemand  leugnen  lann.  Das
Vlatt  kritisiert  Churchills  eigenmächtige  Tätigleit
  in  der  Admiralmnät  und  wünscht,  daß  Lord
Gisi#er  an  seine  Sielle  trete.  (3.)

Der  russische  Sündenboc.

Peteroburg,  19.  Mai.  Nach  einem  Ulos
der  Zaren  soll  allen  Angehörigen  von  Soldalen,
  die  nachweislich  kampflos  die  Waffen
gestreckt  haben,  die  Kriegsunterstützung  entogen
  werden.  (Z.)

Die  Erfolge  der  Armee  v.  Linsingen.

Budapest,  19.  Mai.  Ueber  die  Kämpfe
der  Armee  v.  Linsingen  wird  gemeloct:  Am
12.  Mai  ist  der  allgemeine  Vormarsch  westlich
des  Uesokerpasscs  begonnen  worden,  und  die
Russen  wurden  zum  Rüczug  gezwungen.  Die
Armece  hat  bereits  einen  Kroßen  Teil  der  Karpalhen
  hinter  sich  und  befinden  sich  jetzt  auf
der  grohen  Ebene  des  Stryj.  Die  Russen  leisten
  hier  grohen  Widerstand,  Lboch  ünd  alle
ihre  Anstrengungen  vergeblich.  Seit  dem  12.
Mai  hat  die  Armee  v.  Linsingen  über  6000
Celagene  Lemacht  und  Liele-Malchinen-eme

erbeutet.  Die  aus  Trohopitsch  getluchr#et  #1  Ruf- 



Lugano,  18.  Mai.  Das  „Giornale  d'Ita-Nach
  endlosem  Harren  und  Leilen

  Laben  ihren  gauzen  Train  im  Slich  gelassen.
  (3.)