Full text : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1908. (35)

Nr.  17.  195

über  das  an  der  Metallhülse  des  Refraktometers  angebrachte  Schlauchstück  E  einen  Gummischlauch,
  den  man  zu  einem  tiefer  stehenden  leeren  Gefäß  oder  einem  Wasserablaufbecken
leitet.  Man  öffnet  hierauf  den  Schraubenquetschhahn  E.  und  läßt  aus  dem  Gefäße
7:  (Abbildung  2)  Wasser  in  den  Heizkessel  fließen.  Dadurch  wird  warmes  Wasser  durch
den  Rohrstutzen  Di  (Abbildung  2)  und  mittels  des  Gummischlauchs  durch  das  Schlauchstück
  D  (Abbildung  1)  in  das  Prismengehäuse  B,  von  hier  aus  durch  den  in  der  Abbildung
  1  gezeichneten  Schlauch  nach  dem  Prismengehäuse  A  gedrängt  und  fließt  durch  die
Metallhülse  des  Thermometers  M,  den  Stutzen  E  und  den  daran  angebrachten  Schlauch
ab.  Die  beiden  Glasprismen  und  das  Quecksilbergefäß  des  Thermometers  werden  durch
das  warme  Wasser  erwärmt.

Durch  geeignete  Stellung  des  Quetschhahns  regelt  man  den  Wasserzufluß  zu  dem
Heizkessel  so,  daß  das  aus  E  austretende  Wasser  nur  in  schwachem  Strahle  ausfließt  und
daß  das  Thermometer  bei  festen  Fetten  eine  Temperatur  von  nicht  unter  38°  und
nicht  über  425%  bei  Olen  nicht  unter  23°%  und  nicht  über  27°  anzeigt.  Liegen
Fette  zur  Untersuchung  vor,  welche  schon  bei  42°  erstarren,  so  darf  die  Temperatur
des  Heizwassers  nur  allmählich  gesteigert  und  nach  Beendigung  der  Messungen
nur  allmählich  wieder  vermindert  werden.  Einer  Erhöhung  der  Temperatur  über
60%  hinaus  wird  es  nicht  bedürfen.

.  Aufbringen  des  geschmolzenen  Fettes  auf  die  Prismenfläche  und  Ablesung  der  Refraktomcterzahl.

Man  öffnet  das  Prismengehäuse  des  Refraktometers,  indem  man  den  Stift  F  (Abbildung
  1)  etwa  eine  halbe  Umdrehung  nach  rechts  dreht,  bis  Auschlag  erfolgt;  dann  läßt
sich  die  eine  Hälfte  des  Gehäuses  (B)  zur  Seite  legen.  Die  Stütze  H  hält  B  in  der  in
Abbildung  1  dargestellten  Lage  fest.  Man  richtet  das  Instrument  mit  der  linken  Hand
so  weit  auf,  daß  die  freiliegende  Fläche  des  Glasprismas  B  annähernd  horizontal  liegt,
bringt  mit  Hilfe  eines  kleinen  Glasstabs  drei  Tropfen  des  filtrierten  Fettes  auf  die  Prismenfläche,
  verteilt  das  geschmolzene  Fett  mit  dem  Glasstäbchen  so,  daß  die  ganze  Glasfläche
davon  benetzt  ist,  und  schließt  dann  das  Prismengehäuse  wieder.  Man  drückt  zu  dem
Zwecke  den  Teil  B  an  A  an  und  führt  den  Stift  F  durch  Drehung  nach  links  wieder
in  seine  anfängliche  Lage  zurück;  dadurch  wird  der  Teil  B  am  Zurückfallen  verhindert  und
zugleich  ein  dichtes  Aufeinanderliegen  der  beiden  Prismenflächen  bewirkt.  Das  Instrument
stellt  man  dann  wieder  auf  seine  Bodenplatte  und  gibt  dem  Spiegel  eine  solche  Stellung,
daß  die  Grenzlinie  zwischen  dem  hellen  und  dunklen  Teile  des  Gesichtsfeldes  deutlich  zu  sehen
ist,  wobei  nötigenfalls  der  ganze  Apparat  etwas  verschoben  oder  gedreht  werden  muß.  Ferner
stellt  man  den  oberen  ausziehbaren  Teil  des  Fernrohrs  so  ein,  daß  man  die  Skala  scharf  sieht.

Nach  dem  Aufbringen  des  geschmolzenen  Fettes  auf  die  Prismenfläche  wartet  man
etwa  3  Minuten  und  liest  dann  in  dem  Fernrohr  ab,  an  welchem  Teilstriche  der  Skala