Inhaltsverzeichnis : Blätter für Rechtsanwendung. Ergänzungsband zu Band 60. (60e)

280  Relchsgerlchtliche  Entscheidungen.

habe  nicht  stattgefunden.  Anmeldung  der  Klage  unterbreche
  nicht  mehr  die  Verjährung,  demgemäß  könne  auch
der  Stellung  eines  Antrags  auf  Bewilligung  des  Armenrechts
  behufs  Erhebung  der  Klage  nicht  diese  Wirkung
beigelegt  werden.  Auch  der  Erhebung  der  Klage  im  Vorprocesse
  komme  dieselbe  nicht  zu.  Die  Geltendmachung
einer  Theilforderung  sei  für  die  Unterbrechung  der  Klageverjährung
  wegen  des  Restes  der  Forderung  einflußlos.
  Die  Vorschrift  des  §  603  Thl.  I  Tit.  9  Prenß.  LR.
sei  durch  §  14  des  Einf.-Gesetzes  zur  CPO.  aufgehoben.
Demgemäß  habe  auch  der  Vorbehalt  im  Vorprocesse
nicht  im  Sinne  einer  Protestation  eine  Unterbrechung  der
Verjährung  bewirkt.  Die  Revision  macht  geltend,  durch
die  Klageerhebung  im  Vorprocesse  sei  nach  §  570  Thl.  1
Tit.  9  Preuß.  LR.  die  Verjährung  unterbrochen.  Damals
habe  der  Kläger  einen  Theil  seines  Rechts  ausdrücklich
als  solchen  geltend  gemacht  und  aus  der  Eigenart  dieses
Rechts,  des  Anspruchs  auf  Entschädigung  für  erst  künftig
hervortretende  Schäden,  folge,  daß  jene  theilweise  Ausübung
  des  Rechts  sich  als  Ausfluß  der  zur  Zeit  dieser
Ausübung  fortbestehenden  Existenz  des  ganzen  Rechts
kennzeichne.  Ueberdies  habe  Kläger  am  Tage  des  Unfalls
  nicht  voraussehen  können,  daß  seine  Körperletzung
dauernd  seine  Erwerbsfähigkeit  beeinträchtigen  werde.
Es  stehe  sogar  unter  Beweis,  daß  er  hievon  erst  im  Februar
1892  Kenntniß  erlangt  habe.

Die  Revision  konnte  nicht  als  begründet  erachtet
werden.  Gemäß  854  Thl.  I  Tit.  6  Preuß.  LR.  hat,  wer  einen
außerhalb  dem  Falle  eines  Contrakts  erlittenen  Schaden
innerhalb  dreier  Jahre,  nachdem  das  Dasein  und  der
Urheber  desselben  zu  seiner  Wissenschaft  gelangt  sind,
gerichtlich  einzuklagen  vernachlässigt,  sein  Recht  verloren.
Anerkannt  ist,  daß  die  Verjährung  das  ganze  Recht  trifft,
wenn  der  aus  einer  Handlung  entstehende,  dem  Beschä
digten  bekannt  geworpene  Schaden  so  beschaffen  ist,  daß