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besseren Teiles unseres tatenüberdrüssigen Volkes hätte dabei freilich
überwunden werden müssen.
Die Frage nun, ob trotz der Siege von 1018 die Lage überhaupt
noch zu retten, und ob der hier angegebene Weg der richtige gewesen
wäre, um diesen Sweck zu erreichen, soll hier nicht näher erörtert
werden. Sunächst setzt sie eine Kenntnis der Derhältnisse voraus,
die mir nicht zu Gebote steht, und zweitens pfvchologische Sustände
und Hrobleme als gelöst, die sich heute noch einer gerechten Beurteilung
entziehen und wohl noch lange entzieben werden.
In Wirklichkeit wurde der Weg gewählt, durch fortgesetzte
taktische Siege den politischen Erfolg zu suchen. Solange man siegte,
war zu hoffen, daß die Mation als Ganzes zusammenhalten und daß
der Feind doch vielleicht unter dem Einfluß wiederholter taktischer
-iederlagen seinen DPernichtungswillen aufgeben würde. Auch der
U-Boot-UKrieg mußte zweifellos des Feindes Lage verschlimmern.
Er wirkte weiter, hauptsächlich gegen Englands Ernährung. So
war doch vielleicht noch, wenn auch kein entscheidender Sieg — ein
solcher war seit Amerikas Teilnahme ausgeschlossen —, so doch ein
ehrenvoller Krieden zu erreichen. Die Amerikaner konnten zwar noch
nicht alle an entscheidenden Angriffsfronten mitwirken, sie konnten
aber an ruhigen Fronten als Stellungsdivisionen eingesetzt werden
und entsprechende englische und französische Divisionen für den Angriff
frei machen. So stellten sie eine beträchtliche Verstärkung des
feindlichen Heeres dar und wirkten vorläufig wenigstens dahin, den
Krieg in die Länge zu ziehen. Ein baldiger entscheidender deutscher
Erfolg war daher um so mehr nötig. Ein einigermaßen ehrenvoller
Friede hätte auf alle Källe Deutschland fortbestehen lassen und wäre
die Stufe zu neuer Größe geworden. So dachton offenbar auch der
Kaiser und Hindenburg, als sie sich zu neuen Waffentaten entschlossen.
Der deutsche Soldat schien ihnen immer noch unüberwindlich.
Aber gerade diese Hoffnung sollte versagen.
Die Schlacht bei Reims.
Die Entscheidung sollte deutscherseits nach wie vor in Flandern
gesucht werden. Dort standen starke Reserven hinter der Front,
die nicht für andere Swecke in Anspruch genommen werden sollten,
und alle Dorbereitungen waren im Gange. Der Angriff sollte von
der 4. und 6. Armee ausgeführt werden, war als Fortsetzung der
Ende April zum Stehen gekommenen Schlacht von Armentidres
gedacht und sollte sich in den Besitz des Böhengeländes von HBazebrouck,
Tassel und Hoperinghe setzen. Vorher aber sollte noch ein
weiterer Ablenkungsangriff stattfinden, der womöglich Truppen aus
FKlandern abziehen sollte. Ob das zweckmäßig war, vermag ich
nicht zu beurteilen. Jedenfalls wurden dabei Kräfte verbraucht,
die man vielleicht an anderer Stelle besser verwenden konnte, be-