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An Neuformationen sollen die 4. Bataillone, die der Feldartillerie
und die der Eisenbahntruppen, gewährt werden, die der
Kavallerie, der Fußartillerie und Pioniere dagegen nicht.
Die zweijährige Dienstzeit soll gesetzlich dahin fixirt werden,
daß dieselbe bei den Fußtruppen bestehen bliebe, so lange nicht
unter die, nach diesen Vorschlägen festgesetzte Friedensstärte heruntergegangen
wird.
Die 173 Bataillonsstämme sollen nur so lange gewährt
werden, als die zweijährige Dienstzeit bestehen bleibt.
Wenn eine Partei sich auf den Boden der Vorlage stellt, wie
die nationalliberale es thut, so müssen die Abstriche um so sorgfältiger
erwogen werden.
Die Gründe für die Abstriche sind nun folgende:
1., heißt es, sprächen die wirthschaftlichen Verhältnisse dagegen.
Es mache einen sehr großen Unterschied, ob man 12 bis
15 Millionen mehr zu bewilligen habe, insbesondere da die Verdoppelung
der Brausteuer und die Erhöhung der Branntweinverbrauchsabgabe
den gehofften Ertrag nicht bringen würden;
2. habe man die Vorlage geprüft und mehr oder weniger
gefunden, daß die zugestandene Vermehrung der Kriegsarmee
genüge; außerdem würde die Einstellung von 60 000 Mann, mit
Nachersatz rund 70 000 Mann, weit in die bedingt Tauglichen
hinübergreifen müssen; daß die 4. Bataillone und die Vermehrung
der Feldartillerie nothwendig erschienen, daß aber die anderen Formationen
entbehrt werden könnten;
3. es sei auch in Anschlag zu bringen, daß jetzt noch Lücken
in dem Offizier= und Unteroffizieretat vorhanden seien, daß die
regierungsseitig verlangte Anzahl erst nach 5 Jahren voll sein
könne, und daß daher die Rekrutenausbildung in dieser Zeit
mangelhaft sein werde.
Herr von Bennigsen fügte in eingehender Rede noch hinzu,
daß man im privaten und öffentlichen Leben sparsamer und ausgiebiger
wirthschaften könne, und daß die Regierung sich also auch
mit dem Gewährten einzurichten vermögen werde. — Hierzu
möchten wir gleich Folgendes bemerken: Nehmen wir einmal an,
daß dies für den Dienst im Frieden möglich sei, so ist doch hierbei
außer Acht gelassen, daß der Krieg ganz andere Verhältnisse
bringt. Kann man allein ohne Rücksicht auf einen Gegner handeln,
dann kann man sich wohl einrichten. Im Kriege aber heißt
es den Gegner, seine Zahl und Organisation in Betracht ziehen:
und dies kann man nicht, wenn man sich nicht schon im Frieden