Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Nummer  117

Der  Kampf  zur  See.
Die  englischen  Schifforerlusic.

Haag,  17.  Moi.  Die  Vereinigung  der  Versicherer
  in  Liverpool  gan  die  wichtigsten  Ver-4
  der  Schiffahrt  im  April  1916  auf  5  909  000
Pfund  (rund  120  Millionen  Mark]  gegen  Pfund
2  130  000  im  April  1915  und  323.000  Pfund
im  April  1914.  Bei  dieser  Summe  ist  jedoch
nicht  der  Verlust  des  wertrollen  Schiffes  „Ran
gatira“  einbegriffen,  das  an  der  Nobbeninsel
bei  Kapfladt  gestrandet  ist.  **“

·r

In  den  Anlenden
Die  Kämpfe  in  Ostafrika.

Basel,  17.  Mai.  Die  Erfolge  der  deutschen
Osfensire  in  Ostafrila  erhalten  durch  folgende
Meldung  der  „Basler  Nachrichten"“  aus  Landon
  eine  indirelte  Beistätigung:  Die  englischen
Militärkritiker  haben  bei  der  Besprechung  der
deutschen  Offensire  in  Deuts  Ostafrila  besonders
berrorgehoben,  daß  der  Feind  Beschiesungen
lon  einer  Heitigleit  rornahm,  wie  sie  nur  auf
den  europäischen  Kriegoschauplänen  rorzulommen
  pflegt.  Weder  an  Munition  noch  an  Mann
schaft  scheint  es  zu  sehlen  und  die  wenigen  #cjangenen,
  die  bis  jent  gemacht  wurden,  lassen
eine  gule  Ernährung  erlennen.  Vereinzelt  wird
zur  Vertagung  des  Feldzuges  bis  zum  Eintrefsen
lon  Veritärlungen  geraten.  (.3.1

die  ##enet  im  Welltien.

General  Towushbenduüber  die  Turlen

Konslantinopc!,  10.  Mai.  Oeneral
Townshend  äußerte  sich  ror  seiner  Abreise  von
Bagdad  gegenuber  einem  turlischen  Journalisten
sehr  lobend  über  den  Mut,  die  Energie,  die  Va-#l#erlandsliebe,
  die  Nüchternheit  und  Selbstverleugnung
  des  ürkischen  Soldaten  sowie  über
die  rilterliche  Gesinnung  der  Turlken.  Der  turlische
  Befehlshaber  Halil  Pascha  habe  sich  als
rerlliommener  Gentleman  gegen  ihn  und  sein
Gesolge  gezeigt.  Er  sei  auch  für  die  uber  alle
Erwartung  entgegenl#emmende  Behandlung  sehr
dankbar.  Wir  werden,  erklärte  Townshend,  niemals
  die  Seelengröse  der  Türken  rergessen.
Man  muß  zugeben,  die  Engländer  hatten  die
Türken  kennen  sollen;  aber  sie  dachten  gar  nicht
daran,  auf  ihrer  Seite  einen  so  wertvollen  Bun.
bdesgenossen  zu  haben.  In  ersler  Linie  seien  die
Diplomaten  für  diesen  Irmum  reramtwortlich.
knhen  erklärte,  er  besitze  eine  Menge
Schriftstü  Welt  den  türkischen
Kowaten  i#nnen  lernen  soll.  Er  betrachte  es
als  eine  Ehrenpflicht,  diese  Schriftstücke  zu  reröfsentlichen.


Bolirische  Nundschen.

der  Ausweg  für  die  Kriegessteuern.

 

ODer  Kompromiß  in  der  Kriegssteuerfrage
scheint  gefunden  zu  sein.  Zwar  teilte  der  Reichsihatzselretãt
  im  Steuerausschuß  des  Reichslages
am  Mittwoch  mit.  daß  die  Lösung  der  bisher
noch  ungelösten  Fragen  erst  gefunden  werden
musse,  eine  Reihe  von  Blättern  ist  aber  in  der
Lage,  über  den  Ausweg,  den  die  Besprechungen

 

Mase##llemen  E###n

Der  Krieg  ku  den  Dolomiten.

 

 

mit  den  einzellslaallichen  Finanzminimern  in
Berlin  gefunden  haben,  Näaheres  mitzureilen.

Darnach  haben  oie  Verllandlungen  im  Bundes

rat  und  zwischen  den  Finanzministern  der  eimt
zelnen  Staaten  über  die  Slenerrorschläge  des
Reichslags  zu  einer  Verfländigung  geführt.  An
indirekten  Steuern  werden  nach  dem  „Komto
misß  zur  Erledigung  gelangen:  die  Erbhöhung
der  Postgebühren  in  reränderter  Form,  der
Frachturlundenitempel  und  auch  die  zunächst  um
strittene  Tabat,  und  Zigarrensteuer.  Auch  die
rom  Steueraueschuß  bescklofsene  Umsatzsteuer  ist
nunmehr  gesichert,  nachdem  der  Bundesrat  seine
Zustimmung  gegeben  hat.  Weiter  soll  eine  eim
malige  Abgabe  rom  Vermögen  zur  Einführung
gelangen.  Man  geht  dabei  ron  der  Annahme
aus,  daß  10  Prozent  aller  Vermögen  dem
Kriegsgewinn  gleich  zu  crachten  sind.  Von  die
sen  10  Prozent  aller  Vermögen  von  29000
Mark  aufwärts  soll  eine  einmalige  Abgabe  ron
einem  Prozent  erhoben  werden,  welche  in  das
Kriegosteuergesetz  hinei  igearbeiiet  werden  soil.
Es  wird  also  künftig  nicht  nur  der  Zuwachs
besteuert,  sondern  bei  einer  ganz  beilimmten
Klasse  von  Vermögen,  nämlich  bei  denen,  die
gleich  geblieben  sino  oder  sich  um  nicht  mehr
als  10  Prozent  rerringert  haben,  gibt  es  eine
direlte  Befteuerung  vom  Vermögen.  Die  ge
samten  Einnahmen  aus  den  genannien  indiret
ten  Steuern  und  die  einmalige  Vermögensabgabe
  werden  auf  rund  750  Millionen  reranschlagt.
  Neben  der  Vermögensabgabe  kommt
als  zweite  dirette  Steuer  die  Kriegsgewinnstener.
Zu  dieser  Vorlage  hatte  der  Ausschuß  belanm
lich  auch  die  Besteuerung  des  Einkommenzuwacke
ses  beschlossen.  Gegen  diesen  Beschluß  hat  der
Bundesrat  Widerspruch  erhoben,  ebenfo  gegen
die  Wiederholung  des  Wehrbeitrages.  Dieser
letztere.  kommt  daher  nicht  mehr  in  Frage,  eben
so  sind  aus  der  RKriegsgewinnstener  die  Be.
schlüsse  betreffend  die  Besteuerung  des  Ein,
lommenzwincg  e  wieder  gestrichen  worden.  Die
Kriegsgewinnsteuer  soll  erhoben  werden  von  jedem
  Zuwachs  bei  Vermögen  ron  30010)0  Mart

amwarts.  Die  Steuersäne  sollen  erhöht  werden.
  liet  er  die  einmalige  Vermögensieuer  find
in  der  Presse  verschiedene  Lesarten  verbrentel.
Il#tre  endgulltige  Genaltung  bleibt  also  noch  ab.
zuwarten.  Die  Kriegsgewinnitener  u  ird  heute
Dennerstag  im  Hauptausschuß  des  Reichotags
leralen.  Die  weileren  Entschließungen  der  N
gierung  werden  ron  dieser  Beratung  abhängen,
wie  Dr.  Helsserich  am  Mittwoch  ertlärte.
Das  Reichsamt  des  Innern.

Es  ist  anzunehmen,  daß  die  Entscheidung  über
die  Stellenreränderungen  im  Reiche  noch  einige
Tage  aui  sich  warten  laßt.  Man  recknet  in  par
wunentart  schen  Kreisen  mit  der  Ernennung  des

eichesch  apielretär?  Dr.  Hellferich  zum  Stats
fekrelär  E  Innern  wie  mit  einer  ziemlich  jeil
jiehenden  T  azssache.  Seit  einiger  Zeit  war  be
lannt,  dan  Dr.  Heliserich  das  Reichsschatzam:,
zu  verlaf  en  wunscht.  Ueber  seinen  Nachfolger
auf  dem  dornenreichen  Posten  des  Reichsschangseirclärs?
  lähl  sich  nichts  Vestimmies  milleilen.

Beischiedene  Nachrichlen.

Berlin,  17.  Mai.  Es  sieht  jsei,  daß  für
die  nachsten  *  mit  der  Einführung  der  Fleisch
larte  in  allen  Gemeinden  Groß  Berlins  gereanet
  werden  lann.  Ulebereinstimmend  wurde  oie
Notwendigkein  anerkannt,  daß  in  der  nächsten
Zeit  der  Ffleischrerbrauch  auf  das  außerste  eumn
geschranktt  werden  müsse,  um  die  Fleisck  und
Milchrersorgung  für  den  Herbit  und  Winerer
sicherzuftellen.  Der  Magistrat  will  sämtliche  Ein.
wolener  ron  Berlin  auffordern,  sich  bei  dem
Schlächter,  ron  dem  sie  Fleisch  beziehen  wollen.
in  eine  Kundenlifle  einzutragen.  Der  angemel
dele  Kunde  i#l  an  den  Fleischer,  bei  dem  er  sich
eingetragen  hat,  vorlaufig  für  einen  Monat  ge
bunden

Berlin,  17.  Mai.  In  Groß-Besten  bei
Königswutterlzausen  brach  rergangene  Nacht  in
dem  Wohnhause  des  Vesitzers  Kietz  Feuer  aus.

 

Freitag,  19.  Rak  1916

Als  Kietz  seine  unter  dem  Dachboden  schlafende
ghnsan  rige  Tochter  retlen  wollte,  wurde  ihm
Weg  durch  Flammen  und  Rauch  rersperrt.e
#eg  selbit,  sowie  seine  Tochier  sind  verbrannt.
Paris,  17.  Mai.  Auo  Neuyork  wird  der
„Agence  Haras-  gemeldet:  In  Akron  (Ohio)
lrug  sich  ein  schreckliches  Unglü  zu-  das  Kristall.
Restaurant  ist  eingestürzt.  12  Leichen  wurden
bereits  geborgen.

Petersburg,  17.  Mai.  (Meldung  der
Petereburger  Telegraphen-Agentur.)  In  Sanuanek.
  Bergen  zwischen  Sidirien  und  der  Mongolei,
  wurden  reiche  Lager  ron  Gold,  Silber
und  Kupfer  entdect.  Man  sand  dort  Kupfer
iStücke  ron  etwa  4  Kilogramm  und  Silberünde
ron  3076  Gramm.  Einige  Adern  enthafsten  gleich
zeitig  Gold,  Silber  und  Kupser.  Eine  Gruppe
ron  ameritanischen  Kapitaliften  interessiert  sich
lehhaft  fur  die  Lager.

"·  F  %

Am  „Milrwoche  ack  niltag  ro-2
  Uhr  51  Mun.  bis  Uhr  3  Min.  wurde  in
der  Münchener  Sternwarie  ein  ftarles  Fer'i
beben  aufgezeichnet.  Der  Herd  liegt  elwa  1%
Kilometer  ron  München  entsernt,  wahrschein
lich  in  jüdosftlider  Richtung.  Die  Erodbeben
warte  Ingenheim  teilt  mu.  dan  die  Auizeich
nung  des  Erdbebena  um  2  Uhr  51!1  Min.  4
Sel.  begann.  Eine  zerflorende  Wirkung  #t
Auogangegebiet  in  an  unehmen.  Der  Herd  i#m
unter  I0  Kilomeler  entiernt  im  sudostiiche#
Europa.  Das  hydrograplische  Amt  in  Po##-leili
  mit:  Um  ?  Uhr  M.  22  Eel.
mitlags?  (Sommersei:  Begiun  eines
Nahdebens.  Großte  Pliase  um  :  Uhr  21  M.
17  Sek.  bei  einem  Aurichlag  ro#n  1.3:  Milen
meter,  was  einer  wirklichen  Bodenbewequng  i-Pola
  ron  00.0  Mitlimeter  entspricht.  Enmtfernunen
des  Herdes  1½%  bie  15.  Külineter.  Nach  dei-Bebenbild
  zu  urteilen,  duriie  der  Herd  ###.
gleiche  wie  beim  Beben  am  12.  Mä
gewesen  sein:  Kraatisches  Liforale.
wurde  das  Beben  ald  ein  leichte  Wellenben
gung  gespür:.

*  Aundschan.

Berlin,  Wai.  Aus  denn  Rechen  ee
beric.:  des  %  des  fur  die  Keit
rom  I1.  April  1915  dis  „1.  Marz  10  gei:
herror.  daß  jan  J2  1  rund  70000  Mt
gliedern  unter  den  Waffen  nelen.  Die  Mit
pliederzahl,  die  am  1.  Zanuar  1915  noch  46  13
betrug,  sank  auf  3.1907.  Weit  uber  5010  Minr
glieder  sind  dem  Welktkrieg  bieer  zum  Ouier
gesallen.  Ueber  fechs  Millionen  Mart  wr
den  in  einem  Jahre  sr  Unierünnungezwet:
rerausgak:.  D  5  Verdandorermogen  beziiterte
sich  trot  der  bie  Einnabmen  aus  Mitlalteder
bheurägen  gewaltig  uberfteigenden  Auegaben  am
31.  März  lold  auf  11175514  Ml.  Ju  oiese
Summe  nickt  eingerechnet  find  die  leils  erher
lichen  Vermogenobeftände  in  den  Gauen  11
Mitgliedschaiten  des  Vuchdruckerrerbandes.

Vef-  usb  Versonalnachrichten.

Müunchen.  17.  Mai.  Kronprinz  Rupn#
recht,  der  siegreidhe  Heerführer  im  Weitlriege.
rellendet  morgen  jein  #3.  Lebenejahr.  Da-Königopaar
  begluckunnchle  berein  heute  ###
Kronprinzen  telearaphisch.  König  Al
inn  XIII.  ron  Sranzen  vollendet  beute  eein
3u.  Lebensjahr.  Der  Konig  und  die  Konigin
jandten  ihrem  Nefien  telegraphiich  ihre  Gluz
wunsche.

Erdbeben.

 

  

"%

 

 

 

den  Glauben  in  ihr  erweckte,  ich  wunschte  sie
zu  heiraten.  Sicherlich  ist  auch  ihr  Vater
avon  unterrichtet  und  erwartel,  daß  ein
Verlobungsfest  das  Ende  ihres  Besuches  bilden
würde.  Wäre  es  da  nicht  demütigend  für  sie,
wenn  wir  unsere  Verheiratung  belannt  gäben,
während  sie  noch  unter  dem  Dache  dieses
Hauses  weilld“

nn  nicht  einsehen,  daß  es  eine  besondere
  Bedeutung  haben  soll,  ob  es  etwas
früher  oder  später  bekannt  wird.  Sie  liebte
nicht  dich,  sondern  nur  das  Geld  deines
Vaters;  und  nun  sie  erfahren  hat,  daß  sie  dich
nicht  heiraten  kann,  sollte  sie  keine  Zeit  verlieren,
  sich  na  Sohn  eines  anderen
reichen  Mannes  umzusehen.“

Es  war  kein  schönes  Wort  gewesen,  und
Cberhard  sah  sie  befremdet  an.  Aber  Herta
hatue  heute  so  viel  ertragen  müssen  —  und
nun  zu  finden,  daß  man  so  sorglich  auf  die
Schonung  der  Empfindungen  ihrer  Feindin
bedacht  war,  während  ihre  eigenen  Gesühle
mißhandelt  worden  waren,  regie  sie  auf  und
machte  sie  ungerecht.

„Jedenfalls  habe  ich  ihr  mein  Wort  verpfändet,“
  erwiderte  Eberhard  ernst.

„Und  wie  bald  wird  sie  sortgehen?“

„Ich  weh  es  nicht.  Selbstuerstöndlich
konme  er  7*  nicht  darum  befra

*  chwieg.  Ihre  wedanen  waren  mit

m—ip  beschäftigt  alo  mit  der  Komtesse
t  und  ihrem  Aufenthalt  in  der  Villa
sie  hatte  Eberhard  von  den  Geschehnissen  des
Abends  zu  erzählen  und  sie  mußte  ihm  den
Ventel  zeigen,  der  die  Warnung  enthalten
hatte.

„Ich  habe  dir  viel  zu  ergählen,  flüsterte

 

te.  „Schrecche  meenge  anor  ou
kaum  wirst  glauben  lonnen.  Eins  zinvor:
Magdalene  will  mich  nach  Deurschland  schicken
—  ut  Erholung.  Sie  jagi,  ich  sähe  trank

Glaubit
mutet?“  —
Herta  schüttelte  den  Kopf.

mu  —  was  wirklich  ist.  vermutet  sie

Sie  will  wohl  nur,  daß  ich  aus
solange  die  Komtesse

du,  daß  sie  weiß  oder  verwohl

  nen
dem  Wege  bin  —
hier  ist.“

„Sie  tut  uns  iis  nur  einen  Gefallen
damit.  Es  wir  e  Sache  vereinsachen,  wenn
du  in  dieser  i  gel#st;  und  jedenfalls  bist
du  so  sicher  davor,  durch  die  Erptoston  verlettzt
zu  werdru,  die  es  hier  geben  wird.

„Gehst  du  nicht  mit  mir?  —  Du  mußt
mit  mir  gehen  —  deiner  Sicherheit  woeb
Man  hat  mir  wieder  einen  Zettel  umer  der
Tür  durchgeschoben,  der  eine  Warnung  enthielt
  —  den  dritten!  —  Ach.  du  weißt  ja  noch
nichts  von  dem  zweiten.  Er  warnte  mich,  heut
allein  in  den  Garten  zu  gehen.  Ich  habe  es
trogdem  getan  —  und  je  mand  hat  —  hat
Vitriol  auj  mich  gießen  wollen.“

iol  1  —  Nein,  Kind,  das  kann  es  duicht
ewesen  sein.  Bitriol  verbrennt  —  und
bist  1ech  verletzt.  Es  war  wohl  Wasser.
Sie  schmiegte  sich  feiter  an  ihn  und  erzitterse!
  rwoch  in  der  Erinn  »
ar  Vitriol.“  ardesholte  sie.
verbianmte  meinen  Seidenschal,  den  ich  neben
mich  auj  eine  Bank  gelegt  hatte.  Als  ich
zurückkom,  nahm  mir  Cerlle  gewa  allsam  die
Neste,  die  von  der  Söure  verschom  geblieben
waren.“
(Licise“

 

1rT  Ich  claube,  sie  gebört  mit  zu  den
Leuten,  die  sich  jür  die  Bewahrung  unseres
Geheimaises  be  zahlen  laisen  wollen.“

„Ich  werde  ie  bezabi#en,  daß  sie  zufrieden
sein  werden!“  sueß  Cherhard  hervor,  und  unwinkürlich
  hatte  er  die  Summe  etlwas  erhoben.
„Aucr  was  du  mir  da  erzählt  haft,  kann  sSnt
wutlich  noch  nicht  recht  glauben.  Wer  soll
denn  ein  Interesse  daran  haben,  dich  zu  *
letzen?  Damit  machen  sie  uns  doch  nicht  geneigier,
  ihnen  Geld  zu  geben!“

Ich  glaube,  es  solite  eine  Warnung  sein
und  den  Veweis  liern,  die  Crpresser
vor  nichs  uruttschrecken.  ich  habe  ja
auch  seudem  eine  udere  Warnung  empfann
ine  dam  pile  ihre  Slimme  noch  mehr,  „den?
o  zum  Norlgeren  zu  veranlassen!“

Er  lachte  ein  wenin  ungeduldia.  :-„Ich

  werde  keine  Ueberredung  brauchen,
um  ortzugeben.  wenn  du  nicht  mehr  hier
bist,“  sagte  er.  „Aber  du  mußt  dich  beruhigen,
mein  Ve  Nün,  da  wir  entschlossen  sind,
unser  Schicksal  in  unsere  eigenen  Hände
nehmen,  unsere  Heirat  allen  bekanntzugeben.
ist  für  die  Erpresser  nichts  mehr  bei  uns  Zu
holen.  Sie  hatten  Chancen,  solange  wir
(hweigen  mußten;  jetzt  sind  wir  außer  ihrem

reich.“

„Auch  sicher  vor  ihrer  Rache?“

Er  schüttelte  den  Ko  opf.

„Nein,  Kind  —  diese  Sorte  von  Erpressern
sind  viel  zu  sehr  Geschäftsleute,  um  sich  der-*
  e  Passionen  zu  gestatten.  Ausßerdem  —

"  ses  es  war  ein  Mann,  der  im  Garten
din  dir  sprach:  und  nur  Frauen  sind  rachsüchtig.“


„Ja  —

aber  er  it  anderen  im

Bunde  sein  imt  einigen  von  der  Dienerschafl.
  Sonst  hätte  er  aien  alle=  in  Criahrung

sons:  wären  auch  die
nicht  moglich  gebringen

  konnen.  Un
verschiedenen  WVoren
wesen.“
„Glaubst  du.
die  dich  warnte
Ich  weiss  inich

.Nun  —  jedenialls  werden  wir  irhr  bald

daß  es  Cerile  geweien  ist,

wer  es  gewesen  sein

kann.

keiner  Warnungen  mehr  bedursen.  Du  pirit
sortgeben,  und  ich  werde  dir  iolgrn.  Dann
bat  aller  Trübe  ein  Cnde  und  wir  wollen

ein  glückliches  Leben  beginnen.  —  Mein  sußes
Lieb!  Wären  wir  doch  heum  schon  s#r#le-Aber
  #ie  hielt  ihn  ein  weng  von  sich  ab
und  ah  ihm  mil  angstvollem  Buck  in  die
ug
Weint  du  es,  ab  du  glüclich  werden  wirst"“
fragte  sie  mut  bedeckter  Summe.  „Ich  —  ich

jühle  mich  nicht  froh  —  ja)  komme  mir  10
schuldbeladen  vor  und  bin  so  elend  —  Ich
kann  nicht  vergessen,  daß  ich  dir  all  deine

glänzenden  Auesichten  genommen  habe,  daß  ich
dich  von  deiner  Famile  trenne  und  daß
ich  dir  für  all  deine  Opicr  nichts  zu  geben
habe  als  meine  Vrebe.  Wenn  diese  Liebe  ein
mal  ihren  Wert  fur  dich  verlöre  —  wenn  du
dich  zu  den  Deinen  zurücksehntest.  in  die  alten
Verhalinisse  dann  —  dann  mußkest  du  mich
auj  den  tiefften  Grond  der  See  wunschen  —  —“

achelte  leur.  unmertlich.  Und  zog

#ihren  Kopf  dicht  zu  sich,  um  sie  innig  zu
kussen.

!  !  K(Fortletzung  folgt.)