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enkel, des Vaterlandes Stolz und frohe Hoffnung. Das preußische
und deutsche Volk schaute mit Freude und Begeisterung zu ihm auf
und zeigte sich bereit, mit ihm auszuhalten in Freude und Leid;
denn jeder Deutsche sah in Kaiser Wilhelm den Inbegriff aller
menschlichen Vorzüge. Daher war auch jeder Deutsche, ja die ganze
Welt schmerzlich betroffen, als der Telegraph am 9. März 1888 dem
ganzen Erdkreise die Trauerbotschaft verkündete, daß der allverehrte
Kaler und König Wilhelm morgens 8½ Uhr sanft in ein besseres
Jenseits hinübergeschlummert sei. Leider waren seine letzten Lebenstage
nicht frei von Leiden und Schmerzen, von herben Prüfungen
und Schlägen. Sein einziger Sohn, der Stolz und die Hoffnung
des Volkes, weilte fern auf italienischem Boden, um hier Heilung
von einer Krankheit zu suchen, die an seinem Lebensnerv nagte.
Auch des Kaisers edle Gemahlin hatte durch Krankheiten nicht wenig
zu leiden. Dazu kam die Wiederkehr eines Leidens, das ihn zwar
oft befallen, dem aber sein kräftiger Körper immer Widerstand geleistet
bant diesmal sollte er sich von seinem Schmerzenslager nicht wieder
erheben.
Der 9. März 1888, an dem unser deutsches Volk seinen großen
Kaiser verlor, dem es seinen Ruhm, sein Ansehen, seine Größe und
seine Macht verdankt, wird für alle Deutschen und Preußen ein
Tag der Trauer sein. Aber, der Geist des erhabenen Heldenkaisers
und Fürsten, dessen irdische Uberreste im Mausoleum zu Charlottenburg
bei seinen erlauchten Elten ihre letzte Ruhestätte gefunden
haben, wird fortleben in seinem Volke, und noch in späten Jahrhunderten
wird sein Ruhm verkündigt werden.
(Leseb. für die Oberkl. kath. Volksschulen der Rheinprovinz).
Die Wiederaufrichtung des Deutschen Kaiserreichs.
Der Deutsch-Französische Krieg war zu Ende. Nie hatte ein
Feldzug ruhmreichere Siegeszeichen gebracht als dieser siebenmonatige.
In 16 Schlachten, die das deutsche Heer gewonnen, in 26 Festungen,
die es erobert hatte, waren 11000 Offiziere und 363000 Mann
zu Gefangenen gemacht, 6700 Geschütze und 120 Adler und Fahnen
erbeutet worden. Wie Moltke mit dem Schwerte, so hatte dann
Bismarck mit der Feder über Erwarten erreicht einen Landerwerb,
an Umfang zwar mäßig, aber unendlich wertvoll durch geschichtliche
Erinnerung, und weil er die deutsche Grenze fest machte, und eine
Kriegssteuer, groß genug, um nicht bloß den Schaden, den Deutschland
in diesem Kriege an seiner Habe erlitten, sondern auch die