Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Nummer  82

Rolenselsnen  Anzelnen

Freitag,  7.  April  1916

 

Kußland.

Polnische  Kinder  in  russischer
Gewalt.

Krakau,  5,  April.
„Naprzod“  meldet  nach  dem  Petersbur  -
„Reisch“,  daß  die  Kinder  der  polnischen  Flüchtlinge,
  die  aus  Galizien  verschleppt  wurden  und
denen  die  Kinder  in  Kiew,  unter  dem  Vorwande,
sie  zu  erziehen,  abgenommen  wurden,  unmenschlich
  behandelt  werden.  In  einer  der  Kiewer
Herbergen,  in  denen  solche  Kinder  interniert
sind,  wurde  festgestellt,  daß  die  Kinder  furchtbar
  unter  Hunger  litten,  mit  Wunden  bedett
sind  und  vor  Schmutz  starren  und  daß  man
sie  ohne  Grund  mißhandelt,  ja  sogar  soltert.
In  dieser  Herberge  nurde  auch  eine  geradezu.
raffiniert  eingerichtete  Folterkammer  entdedt.
·  e  ·
Ladllen.

Der  Rücktritt  des  italienischen
Kriegsministers.
Mailand,  5.  April.  Durch  ein  Könige-Dekret
  wurde  die  Demission  des  bisherigen  Kriegsministers
  Zupelli  angenommen.  Gencralleutnant

Paolo  Marone  wurde  zu  freinem  Nachfolger  ernannt.


Neue  Musterungen  in  Italien.

ürich,  5.  April.  Die  „Gazetta  ufficiale“
veclündigt  die  sofortige  Musterung  der  Jahresllasse
  1897  für  die  Einstellung,  womit  also-Italien
  bereits  nach  10  Kriegsmonaten  zu  einer
Mahnahme  gelang!,  die  andere  Staaten  nach
20  Monaten  noch  nickt  durchführen.  (Z.)

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Msafkgssusergedis.

Der  Vierverband  gegen  Griechenland.



Athen,  5.  April.  Die  Athener  Gesandten
der  Entente  äußern  sich  unverblümt  in  feindseliger
  Weise  über  die  überraschend  ausgeführte
Annerion  des  Nordepirus  durch  Griechenland
und  machen  Andeutungen,  daß  dieser  Schritt
Griechenland  die  Neutralität  losten  könne.  Griechenland
  habe  durch  diesen  Schritt  ein  sichtbares
  Zeichen  dafür  gegeben.  daß  es  auf  dem

Wege  der  Politik  der  Zentralmächte  zu  wan-1d

deln  gedenle.  Griechenland  fordert  durch  diesen
Schritt  die  Entente  zu  einer  entscheidenden  Al.
tion  heraus,  und  wenn  Griechenland  dafür  bewaffnete
  Rechenschaft  erteilen  muß,  dann  fällt
die  Verantworlung  dafür  allein  auf  Griechenland
  zurück.

die  Turie  X  Weiliien

Die  Kriegsbeute  auf  Gallipoli.
Konstantinopel,  5.  April.  Unter  der
Kriegsbeute  auf  Gallipoli  befanden  sich,  wie  bereits
  seinerzeit  berichtel,  außerordentlich  viel
Lebensmittel  aller  Art,  besonders  Konserven.
Der  Verkauf  dieser  Lebensmittel  wurde  in  Pera
und  Galata  organisiert.  Tron  der  vielen  Verlaufsläden,
  der  billigen  Preise  und  des  sehr
guten  Absatzes  ist  der  Vorrat  noch  lange  iuon:
erschöpft.  (Z.)  «
TieEngländcrbeschicßcnJanus-.
Konstantinopel,  5.  April.  Nach  einer
Meldung  aus  Athen  berichrete  der  Präell#dan
Samos  der  griechischen  Neierung,  der  englisce
Konful  erschien  bei  ihm  mit  dem  Kommandanlen
  der  Ententetruppen  und  lundigte  an,  die  Entente
  werde  die  von  den  Türken  bewohnten

Der  sözialdemokrate  ce

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Eeneralselkmarschall=  K.

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ingeb  um  L#nis  2

 

Stadtlteile  bombardieren,  weil  die  Türlen
deutsche  Unterseeboote  durch  Ueberlassung  von
Vannwaren  unterstützen.  Trotzdem  der  Präfekt
diese  Behauptung  als  Unwahr  bezeichnete,  erllärte
  der  englische  Kommandant,  das  Bombardement
  würde  ausgeführt  werden,  weil  er
dazu  Besehl  erhalten  habe.  Der  Präfekt  verfügte
  darauf  die  Leerung  der  von  den  Türlen
bemohnten  Stadtteile,  und  die  Engländer  begannen
  mit  dem  Bombardement,  dem  Menschenleben
  nicht  zum  Opfer  sielen.  Dagegen  wurden
  Häuser  zerstört.

Polleische  Kundschau,

Die  Zulagen  an  das  Volksschullehrpersonal.

  Die  außerordentlichen  Zulagen
  an  das  Vollsschullehrpersonal,  die  die
Kammer  der  Abgeordneten  nach  Maßgabe  des
Antrages  Held  beschlossen  hat,  sollen  alsbald

rach  Beuill=  igung  der  Nachtragsforderung  in
beiren  Kammern,  also  nach  dem  Zustandekommen
  eines  Gesamtbeschlusses  mit  Rückwirlung
vom  1.  Jannar  1916  an  nach  den  neuen  Grundlüten
  sesigesetzt  und  eingewiesen  werden.  Die
Kammer  der  Abgeordneten  hat  ihr  Einverfländnio
  mit  einem  dieskezüglichen  Beschluß  des
Finanzausschusses  erklärt.

2  22

 

Der  Reichskenzler  über  die  Kriegs-Jele

  Deutschlands.
Berlin,  5.  April.

Die  heutige  Reichstagesitzung  war  wieder  mit
großer  Spannung  erwartet  worden.  Behandelte
  doch  der  Reichskanzler  in  seiner  großen
Rede  die  Kriegsziele  Deutschlands.  Mit  jeder
Rede,  welche  der  Kanzler  über  diese  Frage  im
Reichstag  hielt,  wurde  das  Vild  unseres  Kriegszieles
  immer  deutlicher.  Auch  heute  fügte  er
wieder  manche  neue  Punkte  hinzu;  der  Gegenstand
  wurde  dadurch  deutlicher  und  bestimmter.
  Heute  hörten  wir  namentlich,  was
aus  den  dem  Feind  entrissenen  Gebieten  nicht
werden  darf.  Namentlich  wandte  sich  die  Rede
des  Reichslanzlers  hier  gegen  die  russische  Herrschaft
  über  die  von  uns  eroberten  Gebiete.  Von
diesen  Gebieien  wird  die  russische  Knute  für  die
Zukunft  verschwunden  bleiben.  Wie  indessen
alles  weiter  gestaltet  werden  on,  das  ist  noch
die  große  Frage  der  Zukunft.  Die  Zukunft
Polens  wird  indessen  nur  gemeinsam  mit  unserem
  öfterreichisch-ungarischen  Bundesgenosien
ihre  Lösung  finden.  Weiter  erfahren  wir  aus
der  Kanzlerrede  auch  etwmas  über  Belgien:  Es
darf  nicht  wieder  zum  englisch-französischen  Vasallenstaat
  mwerden,  das  Vlamenvolk  soll  vor
der  Verwelschung  bewahrt  bleiben,  es  soll  sich
seines  niederländischen  Vollstums  erfreuen.  Wie

 

Der  Sohn  des  nsscnärs.
Roman  von  Florence  Warden.

NRein“  flehte  sie.  „Er  dart  Sie

iebt  nicht  leben  —  jetzt  in  seinem  ersten  Jorn.

on  um  meineimillen  dürsen  Sie  jetzt

mein  Zimmer  nich:  verimsen.  —  Und  dann  —

o  mein  Gott!  —  Sie  bluten  ja  —  Sie  sind  verwundet!“


In  der  Tat  rann  ihm  das  Blut  nicht  nur
aus  einer  kleinen  Wunde  an  der  Schläfe,  sondern
auch  sein  Handgelenk  schien  bei  dem  Fall  verletzt
  worden  zu  sein.

„Es  ist  nichte  —.“  wollie  er  flüsternd  abwehren,
  aber  Herta  leate  zum  Zeichen,  daß  er
schweigen  solle,  den  Finger  an  ihre  Lippen.
Denn  es  war  ihr,  als  hülle  sie  unmittelbar

Bzi  der  Tür  ihres  Zummers  den  Klang  eines
lachten  behutsamen  Schritnes  und  daun  ein
Geräusch  vernommen,  wie  wenn  jemand  sich
zu  dem  Schlüsselloch  niedernobeugt  hätte.  Sie
zweifelte  nicht,  daß  es  entweder  Mabel  Hermann
  selbst  oder  ihre  fran;  büsche  ZJose  Cecile
sei,  die  dort  lauschte.  Gub  doch  das  hübsche
Kammerkätzchen  ihrer  Herum  an  Geschicklichkeit
und  Eiser.  un  Spionieren  nicht  das  mindesle

nach.  em  Inftint't  eines  sirebsomen
00  kokend  hatte  die  kleine  zierliche

ranzösin
rasch  erkannt,  daß  in  diesem  Haufse  keines
Menschen  Gunst  wertvoller  war  als  die  der

mageren  Amerikanerin,  die  einen  so  großen

Einfluß  auf  ihren  Vater  bejaß.  Und  sie  war

seitdem  mit  der  größten  Hingebung  bemüht,

Ma  bel  zu  umschmeicheln  und  ihr  in  allen
siche“  dienstbar  3u  sein.

 

—  ———  —  —

Von  deltn  Augenblick  an  wurde  für  eine
geraume  Weile  kein  Wort  mehr  zwischen  Herta
und  Eberhard  gewechselt,  und  sie  verständigten
sich  nur  noch  durch  eine  Zeichensprache,  für  be

e  beide  merkwürdig  rasch  ein  erstaunlich
sicheres  Verständnis  ollunden  hatten.

Herta  hatte  ihren  nächtlichen  Besucher  bedeutet,
  sich  auf  einen  Stuhl  niederzulassen,  und
sie  war  aus  den  Fu##spitzen  zu  einem  Schränkchen

gegangen.  dem  sie  einen  zusammengerollten
Verbandstreisen,  ein  Päckchen  Watte  und  ein
Wundnyfiaster  entnahm.  Obwohl  er  sich  zuerst
mit  bittenden  Gebärden  dagegen  gesträubt  hatte,
sie  mit  solchem  Samersterdiemst  zu  bemühen,
ließ  sie  sich  doch  nicht  hindern,  den  tüchtigen
Riß  an  seinem  Unterarm,  nachdemns  sie  die  ziemlich
hestige  Blutung  gestillt  harte,  kunsigerecht  zu
verbinden  und  auch  die  kleinere  Wunde  an
seiner  Schläse  mit  einem  Pflasterstreisen  zu  verschließen.
  Er  hielt  geduldig  still,  aber  sein  Herz
klopfte  in  rascheren  Schlägen,  während  sich  das
liebliche  junge  Geschöpf  so  um  ihn  zu  schaffen
machte,  und  nie  war  sie  im  #eöner.  anmutiger
erschienen  als  in  dieser  Sin

Aber  nici  für  die  Sande  einer  Selunde
kam  er  in  Versuchung,  die  Situalion  zu  mißbrauchen
  und  das  Vertrauen  zu  täuschen,  das
sie  ihm  so  hochherzig  und  orsermung  an  den
Tag  gelegt  hatte.  Er  sah,  wie  das  Blur  unter
der  durchsichtigen  Haut  ihres  Antlitzes  kam  und
ing,  er  fühlie  das  leise  Erbeben  ihrer  schlanken

sic  ult,  wenn  sie  durch  ihre  Hamierung  genötigt.
  war,  sich  *  zu  ihm  herabzuneigen.
Manchmal  war  es  alo  ob  er  deut
den  stärmischen  Schiog  Wreas  rerzens  vernahme.
Und  er  hölte  nicht  von,  Giei  isch  und  Blut  sein
müssen,  sn  nicht  alle  diese  kleinen  verrätersichen
  Anzeichen  einer  uneingelslandenen

 

Viebe  eine  mächlige  Wirkung  auf  ihn  hervorgebracht
  hätten.  Aber  er  zwang  sich  zur  Ruhe
—  nicht  so  sehr  um  der  ohemnupeten  Lauscherin
draußen  vor  der  Türe  willen,  als  im  Bewußtsein
  der  Ehrenpflicht,  die  ihm  bei  der  Cigenart
  der  Situation  durch  die  Gebote  der  Ritterlichkeit
  auferlegt  war.

Der  Horchenden  aber  mochte  auf  ihrem
Posten  doch  allgemach  die  Zeit  zu  lang  geworden
  sein.  r  just  in  dem  Augenblick,
da  Herta  ihr  Wert  beendet  hatte,  klang  hart
und  befehlend  Frau  Mabels  scharfe  Stimme
zu  ihnen  herein:

„Frönlein  Leuendorff  —  sind  Sie  wach?“

Herta  machte  Eberhard  ein  warnendes

eichen,  aber  mit  einer  scheinbaren  Ruhe,  die
9  in  Erstaunen  selte,  erwiderte  se  zugleich:
#  au  Hermann  —  ich  wach.“
afte  en  Si  e  mi  wohl“  auf  einen
’  bei  Ihnen  eintreten  ?  —  Ich  habe
mit  Ihnen  zu  Frechen

Die  Augen  des  jungen  Mädchens  hatten  mit
raschem  Blick  das  Zimmer  überflogen,  um  ein
geeignetes  Versteck  für  ihren  Besucher  ausfindig
u  machen.  Und  sie  hatte  es  schnell  gesunden.
Mit  stummer  Handbewegung  deutete  sie  auf  den
großen  Kleiderschrank  in  der  Tiefe  des  Gemaches.
  Und  dann,  mit  erhobener  Stimme,  um
das  Geräusch  zu  verdecken,  das  sein  Rückzug
in  diesen  Schlupswinkel  etwa  verursachen  konnte,
lcte  4%  gegen  die  Tür  gewen

ibt  es  denn,  Fra  Hermann?
n  Sie  tem,  um  diese  von
mir  ie
Denn  ich  habe  cũerih  ig  —
ehört,  wie  wenn  fremde  tenschen  auf  dem
alkon  oder  im  147  ären.“
Sie  war  die  Wabrp#teren  lelbst,  aber  die

 

das  praktisch  ausgestaltet  werden.  kann,  liegt
noch  im  Tunkel.  Eines  wissen  wir  sicher  aus
dieser  Rede  des  Reich-kanzlers:  Ein)nen
Europa  wird  an  die  Stelle  des  allen
trelnn.  Jetzt  schon  ist  der  alte  Erdteil  ourch
die  Kriegsereignisse  völlig  umgewandelt,  er  wird
diese  Umwandkung  auch  nach  dem  Friedensschluß
beibehalten.  Darüber  wird  es  namentlich  im
feindlichen  Ausland  noch  viel  Kopfzerbrechen
geben,  aber  abändern  läßt  es  sich  nicht  mehr.
Sie  müssen  sich  alle  mit  einem  neuen  Europa
absinden.  Im  übrigen  lassen  wir  die  Rede  des

Reichskanzlers  in  ihren  hauptsächlichsten  Punlten
  nun  hier  folgen.

Die  militärische  Lage.

Als  ich  vor  einem  Vierteljahr  vor  Ihnen
sprach,  habe  ich  mich  bestrebt,  Ihnen  auf
Grund  nüchterner  Tatsachen  ein  Bild  der  mitilärischen
  Lage  zu  geben.  Die  Ereignisse  haben
die  Zuversicht,  mit  der  ich  damals  sprechen
konnte,  gerechtfertigt.  Das  Dardanellenunternehmen
  hat  mit  einem  Fiasko  geendet.  Nach
dem  siegreichen  serbischen  Feldzug.  in  dem  un
unserer  und  Oesterreich-Ungarno  Seile  das  bul
garische  Heer  unvergeßlichen  Ruhm  geerntet  hat,
sind  nun  auch  Montenegro  und  Nordalbanien
in  der  Hand  unserer  Bundesgenossen.  (Bravo!)
Die  Engländer  bemühen  sich  nach  wie  vor  um
die  Befreiung  der  in  Kut-el.  Amara  eingeschiofsenen
  Armee.  Den  Russen  ist  es  zwar  gelungen,
sich  durch  eine  viellache  Macht  Erzerumo  zu
bemächtigen,  aber  slarle  türkische  Kräfle  verbieten
  ihnen  ein  weiteres  Vorgehen.  (Bravo!)
Wie  die  russischen  Anstürme  in  Oflgalizien,  so
sind  auch  die  erneuten  Angriffe  der  Italiener
gegen  die  Isonzo-Stellungen  an  der  zähen  T  Tapferkeit
  der  öfterreichisch-ungarischen  Truppen  immer
  wieder  abgeprallt.  (Bravo!)  Mit  unerhörten
  Anftrengungen  haben  die  Russen  ihre
Sturmlolonnen  auf  langer  Front  auch  gegen
unsere  Linien  vorgetrieben.  Vor  Hindenburg
und  seinen  Tapseren  sind  sie  unter  ungeheuren
Verlusten  zusammengebrochen.  (Lebhaftes  Vravo!)
  Von  ihren  Regierungen  war  den  seindlichen
  Völlern  eingeredet  worden,  wir  gingen
mit  unserer  militärischen  Kraft  dem  Ende  entgegen,
  u  ir  hätten  keine  Mannschaften  mehch  und
die  Moral  unserer  Truppen  sei  zermürbt.  Nun,
meine  Herren,  ich  denke,  die  Schlacht  von  Verdun
  belehrt  sie  eines  besseren.  (Sehr  richtig!)
Die  mit  genialer  Umsicht  vorbereiteten  Opera
tionen  werden  von  heldenmütigen  Truppen  ausgeführt,
  die  gegen  einen  mit  aufopfernder  Tapserkeit
  lämpfenden  Feind  Vorteil  um  Vorteil
erringen.  (Bravo!)  So  ifst  die  militärische  Lage
auf  allen  Fronten  sehr  gut  und  durchaus  den
Eruartungen  entsprechend.  Meine  Herren!
Wenn  wir  das  zu  Hause  aussprechen  lönnen,
nelchen  großen,  welchen  heißen  DTank  mussen
wir  unseren  Kriegern  und  ihren  Führern  drau  ·
hen  hinaussenden,  die  nun  schon  im  20.  Monat
draufgängerisch  und  todesmutig  wie  am  ien
Tage  mit  Leib  und  Leben  das  Vaterland  #ir.
men.  (Lebhaftes  Bravo!)

Gegen  Aushungerung  und  Absperrung.


Unsere  Feinde  glauben,  ihr  Jiel,  das  sie
mit  den  Waffen  nicht  verwirklichen  lönnen,
durch  Aushun  T#rung  und  Absperrung  zu  erreichen.
  Die  konate,  die  wir  jetzt  durchleben,

-  ich  spreche  es  offen  aus  sind  schwierig.
Sie  bringen  Beschränkungen  in  Manchem  Haushalt,
  Sorge  in  manche  Familie.  Um  so  voller
und  danlkbarer  ist  unsere  Bewunderung  fur  de:
Opsermut,  mit  welcher  Hingabe  an  das  Vaen
land  gerade  die  arme  Bevöllerung  sich  in  die
schwere  Zeii  schickt  und  bereit  ist,  in  diesem  Kampf
auf  Leben  und  Tod  alles  hinzugeben.  (Bravo!
So  lauten  die  Berichte  aus  dem  ganzen  Lande.
Aber  sie  besagen  zugleich,  daß  auch  die  Arbeit

Sorge  um  den  geliebten  Mann  hatte  sie  urplötzlich
  zu  der  geschicktesten  aller  Schaulpielerinnen
  gemacht.  ie  blieb  regungslos
stehen,  mit  gespannter  Aufmerksamkeit  jede  Bewegung
  Eberhards  verfolgend,  während  drausten

die  ore,  unangenehme  Frauenstimme  weitersprach


„0,  Du!  —  Sie  haben  nichts  au
fürchten.  basean  Sie  mich,  bitte,  ein!
Warum  haben  Sie  denn  überhaupt  Ihre  Tür
so  öaguttich  verschlossen?“
eichzeitig  rüttelte  Mabel  energisch  an  der
Klinke,  sichtlich  erbost,  doß  sie  ihrem  Druck  nicht
sogleich  nachgegeben  hatte.

„Ich  schließe  mich  6  Nachts  immer  ein,
wenn  ich  mich  in  einem  fremden  Hause  befinde,“
  cuwischte  Herta,  noch  immer  ohne  sich
zu  rühren.

„Nun  gut,  so  machen  Sle  mir  endlich  auf!
—  E-  wäre  doch  offenbare  Nartheit.  wenn
Sie  sich  jetzt  noch  fürchten  wollte

ebzt  war  Eberhard  glücklich  i  in  den  Schrank
gelangt,  der  groß  genug  war,  um  ein  nicht
allzu  unbequemes  Versleck  abzugeben.  Mit
einigen  rralchen,  volltommen  lautlosen  Schritten
ihm.  Eilig  drehte  sie  den
Sänn  *  Serenbn.  daß  der  Riegel  knackend
r—  ohne  Besinnen  verbarg  sie  den
Schlü#  zmunbrh  den  Kissen  des  E
selbsi  shar  sste  Späherauge  ihn  ulch
ndent  in  würde.
ug  sle  zur  Tür,  sperrte  auf  und
WMien  #eß  eten  die  mit  einem  wahren
3  das  Immer  bis  in  sein  letztes
kan  echen  durchspähte.  Sie  war  sichtlich  oie
t,  aber  unverkennbar  noch  sehr  weit
neich  entsernt,  den  Verdacht  sanen  zu  *

der  ihr  Eindringen  verurfacht  hatte.