306 IV. Anhang.
der von Militärfiskus zu erstattenden Kosten der Satz des Militärtarifs mit
1 Pf. für den Kopf und das Kilometer an Fahrkosten, sowie ein Betrag von
4 Pf. an allgemeinen Kosten, zusammen also ein Satz von 5 Pf. für den Kopf
und das Kilometer zugrunde zu legen ist. Hierbei ist vorausgesetzt, daß dem
Transport ein besonderer militärischer Begleiter nicht mitgegeben wird. Im
Falle die Mitgabe eines solchen von der zuständigen Kommandobehörde angeordnet
werden sollte, würde die Militärverwaltung für Begleiter und Gefangenen
lediglich die Sätze des Militärtarifs, also je 1 Pf. für den Kopf und
das Kilometer, zu zahlen haben. Der Herr Kriegsminister hat aber mit Rücksicht
auf die bei der Einrichtung der (iefangenen-Sammeltransporte bestehenden
weitgehenden Sicherheitsmaßregeln die Kommandobehörden besonders
darauf hingewiesen, daß bei der Beförderung der Militärgefangenen in Zellenwagen
auf militärische Bedeckung im allgemeinen wird verzichtet werden
können.
Im übrigen gelten die obigen allgemeinen Bestimmungen und die nachstehend
auszugsweise angeführten, von dem Herrn Kriegsminister bezüglich
der mittels Sammeltransports zu befördernden Militärgefangenen unterm
22. Januar 1906 getroffenen Anordnungen:
I. Für die in Gefangenenwagen zu befördernden Militärgefangenen und
deren Begleiter sind fortan keine Fahrkarten mehr zu lösen und auch keine
Militärfahrscheine auszufertigen.
H. An der Fahrkartenkontrolle haben sich die Transporteure, die Militärgefangene
usw. an den Leiter des Gefangenenwagens abzuliefern oder von
diesem abzuholen haben, durch eine Bescheinigung ihres Truppenteils usw.
auszuweisen; Gefangene und die etwa mitfahrenden militärischen Begleiter
werden durch Vorzeigen des Transportzettels, der hinsichtlich der Begleiter
entsprechende Angaben enthalten muß, ausgewiesen.
IH. Im Transportzettel ist der Truppenteil usw. zu bezeichnen, bei dem
die zu erstattenden Kosten anzufordern sind, in der Regel also der Truppenteil
usw., der den Transport absendet oder den Transporteur stellt (siehe im
übrigen Ziff. III, 4 der Anlage 8 zur Fr. Bes. Vorschr.).
IV. Der Transportzettel ist von der Behörde oder Anstalt, die den Gefangenen
am Bestimmungsorte in Eınpfang nimmt, dem Regierungspräsidenten
des Bezirks einzusenden, in dem der Truppenteil usw., von dem die Beförderungskosten
zu erstatten sind, seinen Standort hat!). Für Berlin ist der
Polizeipräsident zuständig.
Der Regierungspräsident usw. läßt die Kosten. berechnen und liquidiert
sie bei diesem Truppenteil usw.
Vereinnahmung.
21. Die Vereinnahmung aller erstatteten Beträge hat — soweit sie nach
obigen Bestimmungen nicht von den (ierichtskassen eingezogen und verrechnet
1) Hat der Truppenteil seinen Standort in einem außerpreußischen Bundesstaate, so ist der
Transportzettel dem Regierungspräsidenten zu übersenden, dessen Amtssitz dem Standorte am
nächsten liegt.