anderen Kolonialstaaten. Damit muͤndet die Kritik der
Foͤrsterschen Behauptung wieder in die allgemeine Betrachtung
der kolonialen Absatzmaͤrkte ein. Frankreich hat sich, trotz
seiner geringen wirtschaftlichen Expansionskraft immerhin
50 Prozent des Anteils an seinem Kolonialhandel gesichert.
Auch unsere Ausfuhr aus den franzoͤsischen Kolonien war nicht
unbedeutend; unsere Einfuhr betrug aber nur ganz wenige
Prozent. Ahnlich liegen die Verhaͤltnisse bei Portugal und dem
belgischen Kongo, von dessen Handel go Prozent auf Belgien
kamen. Diese Ziffern illustrieren deutlich die außerordentliche
Passivität des deutschen Handels mit fremden Kolonien vor dem
Kriege. Daß die oben geschilderten Jollbevorzugungen fremder
Kolonialstaaten zu dieser ungünstigen Handelsbilanz sehr
wesentlich beigetragen haben, bedarf keines Beweises.
5. Das Kapital in den Kolonien.
Der weltwirtschaftliche Wert der Kolonialgebiete beruht aber
nicht lediglich darauf, daß sie Handelsgebiete sind; als Handelsgebiete
befruchten sie auch die Schiffahrt, die mit dem Handel
in Wechselbeziehungen steht. Und da ist doch die Bedeutung
nicht zu unterschätzen, welche nicht nur die afrikanischen, s ondern
alle kolonialen Gebiete für die Entwicklung der Schiffahrt
haben. Gerade der Verkehr ist aber die am deutlichsten sichtbare
Außerung der Weltwirtschaft. Handelskolonien mit ausreichendem
wirtschaftskräftigem Hinterland sind wichtige Stützen
des Weltverkehrs geworden.
Eigene Kolonialgebiete sind ferner von Bedeutung dadurch, daß
sie die überschüssigen Kapitalien des Mutterlandes aufnehmen.
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