Full text : Württembergische Geschichtsquellen. Dritter Band. (3)

486  1450  März  11.

und  lausend  mess  hon  in  ir  capel),  e  dann  zü  der  pfarr  mess  angefangen
  werd,  daz  aim  lütpriester  schädlich  ist  und  die  underton  sumig
machet,  daz  si  nicht  zü  der  pfarr  gond,  als  si  schuldig  sind.  —  Item
was  gauben  oder  opffer  in  ir  capell  gevallet  an  gelt  oder  des  wert,
in  den  stock  oder  in  das  beckin  zü  der  kilchwihe,  söllend  si  aim
lütpriester  sinen  tail  geben,  daz  würt  der  halbtail.  —  Item  dehain
opfier  söllend  si  aim  lütpriester  entfüren,  daz  nit  uf  den  liechtstock
legen,  noch  ander  vortailig  fürnemen  tün,  damit  si  daz  der  pfarı
entfrömdent.  —  Item  opfier  und  selgerät  von  etlichen  lichbegrepten
hond  si  mir  entfürt  und  dabi  etliche  vieropffer  nicht  geben;  beger  10
ich  widerlegung.  —  Item  ich  fordren  gros  und  klein  zehenden  von
allen  iren  innhabenden  stucken,  äcker,  wisen  oder  von  gärten,  daruss
si  bisher  nicht  zehenden  hond  gegeben,  es  sig  höw,  opss,  krut,  imen,
und  allen  klainen  zehenden  von  irem  vich  und  all  usstendig  zehenden,
so  lang  zit  ich  die  kilchen  inngehept  hon.  —  Item  zü  den  ziten,  so  15
ain  kind  in  iren  orden  angelait  würt,  so  entfürend  si  mir  die  :opffer
und  1  guldin  von  ieglichem  kind,  daz  da  angelait  würt;  ist  der
pfarr  recht.

Auf  der  Rückseite:  Anmütung  an  die  frowen  zü  sant  Jacob.
Item  daz  die  frowen  zü  sant  Jacob  mit  irem  husgesünde  gewärtig  20
söllend  sin  der  pfarr  mit  aller  gehorsami  pfärrlicher  zügehörd  in
aller  der  mäs  als  ander  underton  derselben  pfarr.  —  Item  was  opfler
oder  gauben  gefallend  in  ir  capell,  es  si  an  gelt  oder  des  wert,  in
den  stock  oder  in  daz  becki  oder  uf  den  altar,  beger  ich  den  halbtail.
  —  Item  etliche  vieropffer  sind  si  mir  schuldig;  beger  ich  us-  25
richtung.  —  Item  ich  fordren  den  zehenden,  gros  und  klain,  von
äckern,  wisen,  gärten,  wa  si  bisher  nicht  zehenden  hond  geben,  es
sig  korn,  böw,  opss,  krut,  hanff,  imen,  lamer,  swin,  genss,  hünren
und  desselben  zehenden  all  usstendling,  in  VII  jaren  gefallen.

a

1136.  Villingen  an  N.:  bezeugt  auf  Verlangen,  dass  Heinrich  30
Jöchli,  der  am  Bulach,  dem  Wald  bei  Obereschach  und  Neuhausen,
gefangen  genommen  wurde,  der  Herrschaft  Österreich  und  Stadt
Villingen  geschworener  Hintersasse  während  des  Kriegs  gewesen  und
noch  heute  sei,  und  bittet,  ihn  auf  Grund  dieser  Urkunde  dem  Versprechen
  gemäss  frei  zu  geben.  —  1450  (mittwuch  nach  dem  sontag  25
oculi  in  der  vasten)  März  11.

II.  4,  1.  Abt,  L.  XX,  F.4,  n.  5.  Or,  mü  Spuren  des  unten  aufgedrückten
  Siegels.  Aussen,  16.  Jahrh.:  Oberüschach  und  Newenhusen.  —
Leg.  bei  Glatz  n.  287.