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Sie hielten es besonders für geboten, die Fäden, die seit 1870 zwischen den
freimaurerischen „Großmächten“ in Deutschland und in Frankreich abgerissen
waren, von neuem amtlich anzuknüpfen, um noch unmittelbarer und unmerk—
licher auf Brr. in Deutschland einzuwirken, sie bespitzeln und dadurch ihre zer—
setzenden Einflüsse im Deutschen Volke steigern zu können*). Die Brr. in
Deutschland sollten an der Vernichtung ihres eigenen Vaterlandes durch Unter—
lassungen und Taten mit,arbeiten“. „Menschenveredlung“ wollten die Brr. in
Frankreich an den Brrn. in Deutschland treiben, soweit dies überhaupt noch
nötig war. Ihren Volksstolz, ihre nationale Würde galt es bis zum letzten Rest
auszumerzen, während in Frankreich unter freimaurerischem Einfluß bis in die
Schulbücher hinab die Hetze gegen die Deutschen planmäßig und ganz öffentlich
betrieben wurde. Diesem sollte auch die Anerkennung des jüdischen Weltordens
Bnei Briß von seiten der Großlogen in Deutschland dienen.
Darin liegt aber die besondere Bedeutung der Ausführung dieser Absichten,
daß sie gerade im krisenschwangeren Jahwehjahre 1906 erfolgte. Der Deutsche
Großlogenbund nahm im Mai dieses Jahres auf Antrag der Großloge in Ham—
burg und der Großen Mutterloge des Eklektischen Bundes in Frankfurt, die nach
Br. Reverchon die undurchsichtigste aller Großlogen ist und nach Gottfried van
Beek — 1921 — durch die im Jahre 1807 gegründete Tochterloge „Zur aufgehenden
Morgenröte“ stets Verbindung nach Frankreich unterhalten hats“),
den offiziellen Verkehr mit der einen freimaurerischen Großmacht Frankreichs, der
Großen Loge in Frankreich auf und gestattete, daß Großlogen in Deutschland
mit den jüdischen Weltorden Bnei Briß in offiziellen Verkehr treten durften.
Die Großlogen in Deutschland können sich über die ausschlaggebende Beteiligung
ihrer Brr. in Frankreich an der wenig erfreulichen Gestaltung der Verhältnisse
in Elsaß-Lothringen wirklich nicht im unklaren gewesen sein. Sie
mußten aber vor allem die Absichten der freimaurerischen Großmächte Frankreichs
genau kennen, die sich gegen das Bestehen Deutschlands und Oesterreich-Ungarns,
das Leben des Deutschen Volkes und auch gegen die Herrscherhäuser
beider Staaten richteten. Die Große Loge in Frankreich war nicht besser, als
der Groß-Orient daselbst. Ihre Presse hatte doch 1888 deutlich gegen Kaiser
Wilhelm und das Reich geschrieben. Die Großlogen in Deutschland mußten
auch wissen, daß die Führer der zweiten „Arbeiter“-Internationale der Loge
*) Gleich nach Beendigung des Krieges 1871 — bereits am 1. August des gleichen
Jahres berieten die Brr. Freimaurer Frankreichs über die Wiederaufnahme der Beziehungen
zu den Brrn. in Deutschland. Sie unterließen in Bruderliebe eine beabsichtigte Prüfung
des Auftretens der „Deutschen“ Maurer auf französischem Boden und des Verhaltens der
Brr. Deutschlands gegenüber den Brrn. Frankreichs während des Krieges. Die freimaurerische
Bauhütte in Frankfurt a. M. begrüßt dies „im Interesse des Bundes“, weil diese
Unterlassung „ein Sieg freimaurerischer Grundsätze und Gesinnung über nationale Empfindlichkeiten.
ist .“ Auch soll nach G. M. Pachtler, S. J. eine mit dem 1. 11. 1872 — einem
Jahwehtage 1+ 1+— 1—+ 18 47 4 2 = 30 — beginnende Versammlung von Brr. Freimaurern
aus Italien, Ungarn, Frankreich und Deutschland in Locarno stattgefunden haben.
Der Vertreter der Freimaurerei in Deutschland, General Etzel, soll später selbstverständlich
seine Teilnahme bestritten haben, aber die Tatsache, daß in Locarno von den Brr. Freimaurern
des Völkerbundes jener bekannte Vertrag abgeschlossen wurde, in dem der Reichspräsident
von Hindenburg und Br. Stresemann das Diktat von Versailles mit der Verzichtleistung
auf Elsaß--Lothringen nochmals — und diesmal freiwillig — anerkannten, zeigt
dem Profanen, daß es mit dem „Geist von Locarno“ eine ganz besondere freimaurerische
Bewandnis haben muß.
**) Nach den Denkschriften Br.s Didler aus dem Jahre 1849 gehört diese Großloge
„zum Großen Orient von Frankreich in Paris“.