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fünf milchende Schafe eine Metze, und halb so viel für die nichtmilchenden;
auf einen Wispel Getreide zum Brauen 1½ Metze. Den Gebrauch der Gastwirthe
und Gewerbleute für die etwaige Anwendung in dem Geschäftöbetriebe
hatten die Salzinspektoren nach billigen Ueberschlägen zu bestimmen. Ostfriesland
und das Harlinger Land mußten dem Mindenschen Salzwerke jährlich 500
Lasten Salz abnehmen.
Zu derselben Zeit, wo die Consumtions-Accise unter die Regie gestellt
wurde, trat auch eine Post-Regie oder General-Post-Administration, ebenfalls
unter der Leitung von französischen Finanzmännern, ins Leben. Jaques Marie
Bernard stand als General-Intendant an der Spitze, unter ihm der Vice-Intendant
Jaques Gilbert de la Hogue und der Regisseur Nicolas Moret;
dessenungeachtet blieb das alte Generalpostamt unter dem Staatsminister und
Obermarschall Heinrich Grafen von Reuß neben dieser Regie oder General-Post-Administration
gewissermaßen in Thätigkeit. Lange iedoch währte dieselbe nicht,
denn zwei von den genannten Männern verwirkten durch grobe Pflichtwerletzung
ihre Stellung, und de la Hogue, ein Mann von untadeligem Benehmen,
wurde mit seinem ganzen Diensipersonale verabschiedet. Am 16. April des
Jahres 1769 wurde der Geheime Staats= und Finanzminister von Derschau
zum General-Postmeister und Chef des Postwesens ernannt. Erst unter ihm
und seinem Nachfolger Michaelis hob sich das preußische Postwesen einigermaßen
aus dem rohen Zustande, in welchem es seit der ersten Einrichtung des
großen Kurfürsten, dem ersten Gründer derselben in unseren Ländern, gestanden
hatte. Unter ihnen wurden auf den Hauptrouten bedeckte, doch freilich
immer noch sehr schlechte Wagen eingeführt; von größerer Bequemlichkeit für
das Publikum war weder bei der Brief-, noch bei der Personenpost die Rede.
Ganz im Widerspruche freilich mit dem Grundsatze, die Unterthanen von
schädlichem Lurus und Nachtheil bringendem Aufwande abzuhalten, steht unter
Friedrichs II. Regierung die Einführung des Lottospieles. Auf Betrieb des
Italieners Calzabigi aus Livorno wurde im Jahre 1763 eine Zahlen= und
vier Jahre später die Klassenlotterie eingeführt. Der Gründer, unter dem Titel
eines Geheimen Finanzrathes, mit einem Gehalte von 3300 Thalern, und mit
einer Tantieme vom Gewinne, trat an die Spitze der neu eingerichteten Lotterie-Direktions-Kammer.
Anfangs wurde die Lotterie auf königliche Rechnung
betrieben, später zu 60,000 Thalern und dann zu immer höheren Summen
verpachtet. Das erste Patent zur Einführung der Lotterie erschien noch
vor dem Schlusse des siebenjährigen Krieges. Weit weniger vom sittlichen
Standpunkte aus war gegen das erneuerte und bestimmte Stempel= und
Karten- Edikt zu sagen, durch welches übrigens die Einkünfte um die bedeutende
Summe von 600,000 Thalern jährlich erhöhet wurden.
Da Friedrich einsah, daß zu einer wohlthätigen Finanzverwaltung außer
der Erhöhung der Einkünfte auch wesentlich eine genaue Prüfung der Verwendung
des Staatsvermögens gehört, so sorgte er auch für eine schärfere Controle,