Metadata : Deutsches Wörterbuch. Erster Band A-G. (1)

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richt:  von  der  todten  auferstehung  Matth.  22,  31;  dasz
man  die  blauen  flecken  bei  der  auferstchung  der  todten
noch  seben  soll  Schiller  Kab.  2,  4.  —  auserwachen,
verstärktes  aufwachen,  vom  Schlase  oder  Tode;  frei:
Lucie  dagegen  ..  zu  theilnehmender  liebe  wieder  auferwacht
  Goethe  Wanderj.  3,  14.  —  auferwachfen,  verstärktes
  aufwachsen,  mhd.  üf  erwahsen:  wer  einmal
auferwuchs  im  joch  Geibel  2,  273.  —  anserwecken,
verstärktes  aufwecken,  vom  Schlafe  oder  Tode,  zusestare
uff  erwecken  Dief.;  gemäß  bibl.  Spr.  bis  jetzt  in  gehobener
  Rede:  Lazarus  der  verstorbene,  welchen  IJhesus
auferwecket  hatte  von  den  toden  Joh.  12,  1;  bis  ein
prinz  die  prinzessin,  sie  bei  den  namen  rufend,
auferweckt  (vom  Schlaf)  Platen  gläs.  Paut.  3;  frei:
(Zufall,  der  mich)  im  gedüchtnisse  des  königs  auferweckte
  Schiller  Karl.  3,  9;  auch  —  aufstchen  lassen:
mein  son  hat  meinen  knecht  wider  mich  auferwecket
1.  Sam.  22,  8,  nicht  mehr  in  neuerer  Spr.  —  Anferweckung,
  f.:  die  auferweckung  von  den  toten.  —  anferzichen,
  verstärktes  aufzichen:  ich  habe  kinder  auferzogen
  Jes.  1,  2;  auferzogen  in  den  worten  des  glaubens
1.  Tim.  4,  6;  eine  so  vortrefflich  auferzogene  gemahlin
Simpl.  3,  392;  wo  die  gesellschaft  Jesu,  fromm  geschäftig,
  für  Englands  kirche  priester  auferzicht
Schiller  M.  Stuart  1,6.  —  Auferziehung,  f.:  leute
welche  gluck  und  auferziehung  an  die  niedrigste  stelle
gesctzt  hat  Lessing  3,  129.  —  ausessen,  gänzlich  essen:
das  sie  das  lamb  aufessen  mögen  2.  Mos.  12,  4;  wild
giebts  wenig,  was  ich  geschossen  habe,  habe  ich  aufgegessen
  Freytag  Soll  2,  38;  bildlich:  einen  vor  liebe
aufessen;  ich  möchte  dich  auf  einen  blick  aufessen
Wieland  Korkox  15.

Auffahren,  1)  intrans.  sich  in  die  Höhe  bewegen,
sich  erheben;  allgemein:  rauch,  der  aufgevarn  ist  in  die
lust  Megenberg  108;  autleret  der  ostwind  auf  erden
Hiob  38,  24;  von  Blattern,  aufschwellen:  da  furen  auf
böse  schwarze  blattern  2.  Mos.  9,  9;  daber  von  folchen
Leidenden:  bei  den  gemechten  fuer  ains  urbering  auf
(schwoll  dort  plötzlich  an,  in  der  Pest)  Aventin  2,  57;
vom  Feuer:  schönbeiten  eines  auffahrenden  feuers
Lessing  3,178;  von  Gedanken:  schon  etliche  male  ist
mirs  so  aufgefahren  Goethe  Werther;  von  Lebewesen:
das  sie  auffaren  mit  fiugeln  wic  adeler  Jef.  10,  31;  fuhr
auf  gen  himmel  Lne.  24,  51;  von  der  plötzlichen  Bewegung
  eines  Zornigen,  Erschreckten,  Erwachten  (bis
jetzt  gewöhnlich  geblieben):  da  fuhr  die  ganze  gemeine
auf  und  schrei  4.  Mo.  14,  1;  alle  fahren  auf  Schiller
Räub.  1,  2;  verdammt  sei  dein  instinkt!  fübrt  in  der
gröszten  wuth  der  könig  auf  Wicland  Pecrv.  1,  433;
sah  beim  eintreten  Elünger  von  einem  stuhl  am  fenster
anffahren  Heyse  Par.  1,  229;  als  er  aus  einem  kurzen
schlaf..  auffuhr  3,  66;  Part.  auffahrend,  zu  hastig
zornigem  Gebahren  geneigt,  er  ist  auffahrend  und  grob,
hat  ein  auffahrendes  wesen.  2)  in  verengtem  Sinne,
mit  einem  Gefährt  aufwärts  fahren:  die  unruhige  schlaflose
  göttin  treibt  den  Ielios  aufzufahren  Goethe  46,
52;:  die  gesandten  fuhren  am  schlosse  des  kaisers  auf
(auf  die  Rampe  gedacht);  bis  zu  einem  Zielpunkte  fahren:
wagen  fahren  auf;  fahrend  auf  etwas  sfestsitzen:  der
wagen  fuhr  auf  einem  steine  oder  auf  einen  stein  auf;
der  schiffer  ist  mit  seinem  kahne  auf  dem  grunde  ober
auf  den  grund  aufgefahren.  3)  plötzlich  sich  öffnen:
thuren,  fenster  fuhren  vom  heftigen  windstosze  auf.
4)  trans.  ein  Gesährt  zu  cinem  Zielpunkte  bringen:
wagen,  geschutze,  cine  batterie  auffahren,  auffabren
lassen;  scherzhaft  bildlich:  es  wurde  eine  ganze  batterie
flaschen  aufgefahren;  die  untergestelle  (der  Wagen)  in
einer  reihe  aufgefabren  Freytag  Soll  2,  239;  fand
die  geschutze  und  wagen  an  einem  freien  platz  aufgefahren
  Ahnen  6,  285.  Bergmännisch  feld,  stollen  auffahren,
  auf  bergmännische  Weise  öffnen.  —  aufsahrisch,
gern  auffahrend,  nach  auffahren  1:  er  ist  heftig,  autauferwachen

  aufsahrisch.

Auffahrt  —  auffinden.  164

fahrisch  Gellert  8,  62.  —  Auffahrt,  f.  das  Emporfahren,-ziehen,
  bergmännisch  aus  dem  schacht;  auffahrt
Christi,  Himmelfahrt,  noch  jetzt  allgemein  im  Süden
Bezeichnung  des  betr.  Festtages;  im  engern  Sinne,  zu
Wagen,  auffahrt  eines  gesandten;  auch  Gelegenheit,  Art
und  Weise  des  Emporfahrens  Goethe  Du  W.  5,  (.  d.
Stelle  unter  abfahrt;  Ort,  wo  man  auffährt,  Rampe:
dasz  vorn  an  der  balustrade  zwei  stattliche  auffahrten
auf  den  hof  mundeten  Keller  Sinnged.  30.  —  auffallen,
  1)  auf  etwas  fallen:  der  stein  fällt  auf;  er  ist
mit  dem  kopfe  stark  aufgefallen  Steinbach;  bei  Jägern
auflallen  von  plötzlich  niederschwirrenden  Vögeln;  dampf
fällt  auf,  auf  die  Brust  Adelung:  der  wein  fällt  aut,
gewinnt  Säure  Weber  Wö.;  bildliche  Anwendung  dieses
auffallen  im  Sinne  von  Anstoß  oder  wenigstens  Aufmerksamkeit
  erregen  erst  seit  Mitte  des  18.  Ih.:  sein
benehmen  füllt  auf,  er  fol  durch  seine  kleidung  auf;
ursache,  wie  sie  seiner  eitelkeit  am  wenigsten  auftfiel
Lessing;  besonders  im  Part.:  zweideutigkeiten,  die
dem  feinern  theile  des  publikums  auffallend  gewesen
waren  Schiller  2,  205;  der  die  verletzung  der  majestüt
  .  auffallend  zu  ahnden  beschlossen  hat  Kab.  3,  6:
(daß  er)  allen  menschen  hboöchst  auffallend  erschien
Goethe  Du  W.  14;  mein  auffallendes  benehmen  Freytag
  Journ.  3.  2)  fallen  und  sich  öffnen:  ich  darf  das
buch  nur  anffallen  lassen,  wo  es  auffallen  will  Lessing
6,  229;  trans.  fallend  öffnen,  namentlich  verwundend:
ich  habe  mir  die  hand  aufgefallen,  durch  Fallen  offne
Wunde  dran  bekommen.  —  auffällig,  wie  auffallend
(vgl.  oben):  auf  eine  nicht  aufällige  weise  Preußen  i.  B.
1,  138.  —  Auffälligkeit,  f.:  so  weit  es  ohne  auffälligkeit
  möglich  sein  wird  ebd.  52.  —  auffangen,  fangen,
daß  etwas  nicht  nieder  geht,  einen  ball;  fleiszig  möcht
autlangen  die  tröpflein  bluts  P  Gerhard  201;  der
einmal  den  hieb  aufüng,  der  Ihnen  den  kopf  spalten
sollte  Lessing  Minna  3,  7;  der  stosz  gieng  fehl,  der
mantel  fieng  ihn  auf  Schiller  M.  Stuart.  3,  8;  oder
entschwindet:  nicmand  war  der  diese  thiere  aufüng
Simpl.  1,  391;  bricfe  auffangen  Stieler,  fangt  mir
das  pferd  auf  ebb.,  einen  Hüchtling,  dich  auffangen;
fengen  ein  groszes  schiff  auf  Schiller  4,  133;  unsianiicher
  krankheiten,  wunden  auffangen:  alte  mucken
Gebrechen),  die  er  sein  lebtag  im  krieg  aufgefangen
Simpl.  1,  227;  che  ich  den  pfeil  auffing  (durch  ihn  verwundet
  ward)  2,  104;  reden.  worte  auffangen;  das  ohr
fieng  cinzelne  töne  auf;  die  worte  des  gesprächs  anfzulangen
  Freytag  Soll  2,  238;  jede  von  mir  aufgefangne
silbe  Schiller  5,17;  die  mahlerischen  ansichten.  in
einer  tragbaren  dunkeln  kammer  aufzufangen  Goethe
Wahlverw.  2,  10.  —  auffärben,  färbend  auffrischen,  stofte,
kleider;  mit  scinem  herzblut  aufzufürben  die  blasse
schrift  der  alten  freiheitsbriefe  Leuthold  173.  —  auffassen,
  fassend  aufnehmen,  eigentlich:  er  faszt  Amanden
auf  und  fliegt  mit  ihr  dahin  Wieland  Ob.  7,  40;
empfangt  mich  denn,  ihr  wellen,  faszt  mich  auf  Goethe
nat.  Tocht.  5,  6;  faszt  alle  schwerter  auf!  Schiller
Fiesko  4,6;  das  wasser  klatscht  herab,  von  einem  groszen
becken  aus  jaspis  anfgefaszt  Wieland  Idr.  4,  31;  in
Bezug  auf  Geistiges:  worte,  reden,  eine  erklärung
richtig  auffassen;  er  weisz  den  .  .  historischen  stoff
deutlichst  aufzufassen  Goethe  46,  233;  schon  16.  Ih.:
euch  hiemit  dahin  veranlassen,  dasz  jhrs  auffassen
Garg.  41.  —  Auffafsung,  k.  Handlung  des  Auffassens;
gern  in  Bezug  auf  Geistiges:  dieselbe  auffassung,  das:
ihr  land  zu  menschenreich  sci  Freytag  Bild.  1,  62;
schien  diese  auffassung  nicht  zu  theilen  Preußen  i.  B.

.  282.

Anffinden,  durch  Finden  zum  Vorschein  bringen,
vor  dem  18.  Ih.  nur  Wort  der  oberdentschen  Kanzleispr.
(es  hat  sich  solcher  vergleich  nirgends  auffinden  lassen
Wollen  Frisch),  nachher  in  der  allgemeinen  Schriftfpr.:
den  stutzer  aufrufnden  Zachariae;  den  groszen  birn-—