163
richt: von der todten auferstehung Matth. 22, 31; dasz
man die blauen flecken bei der auferstchung der todten
noch seben soll Schiller Kab. 2, 4. — auserwachen,
verstärktes aufwachen, vom Schlase oder Tode; frei:
Lucie dagegen .. zu theilnehmender liebe wieder auferwacht
Goethe Wanderj. 3, 14. — auferwachfen, verstärktes
aufwachsen, mhd. üf erwahsen: wer einmal
auferwuchs im joch Geibel 2, 273. — anserwecken,
verstärktes aufwecken, vom Schlafe oder Tode, zusestare
uff erwecken Dief.; gemäß bibl. Spr. bis jetzt in gehobener
Rede: Lazarus der verstorbene, welchen IJhesus
auferwecket hatte von den toden Joh. 12, 1; bis ein
prinz die prinzessin, sie bei den namen rufend,
auferweckt (vom Schlaf) Platen gläs. Paut. 3; frei:
(Zufall, der mich) im gedüchtnisse des königs auferweckte
Schiller Karl. 3, 9; auch — aufstchen lassen:
mein son hat meinen knecht wider mich auferwecket
1. Sam. 22, 8, nicht mehr in neuerer Spr. — Anferweckung,
f.: die auferweckung von den toten. — anferzichen,
verstärktes aufzichen: ich habe kinder auferzogen
Jes. 1, 2; auferzogen in den worten des glaubens
1. Tim. 4, 6; eine so vortrefflich auferzogene gemahlin
Simpl. 3, 392; wo die gesellschaft Jesu, fromm geschäftig,
für Englands kirche priester auferzicht
Schiller M. Stuart 1,6. — Auferziehung, f.: leute
welche gluck und auferziehung an die niedrigste stelle
gesctzt hat Lessing 3, 129. — ausessen, gänzlich essen:
das sie das lamb aufessen mögen 2. Mos. 12, 4; wild
giebts wenig, was ich geschossen habe, habe ich aufgegessen
Freytag Soll 2, 38; bildlich: einen vor liebe
aufessen; ich möchte dich auf einen blick aufessen
Wieland Korkox 15.
Auffahren, 1) intrans. sich in die Höhe bewegen,
sich erheben; allgemein: rauch, der aufgevarn ist in die
lust Megenberg 108; autleret der ostwind auf erden
Hiob 38, 24; von Blattern, aufschwellen: da furen auf
böse schwarze blattern 2. Mos. 9, 9; daber von folchen
Leidenden: bei den gemechten fuer ains urbering auf
(schwoll dort plötzlich an, in der Pest) Aventin 2, 57;
vom Feuer: schönbeiten eines auffahrenden feuers
Lessing 3,178; von Gedanken: schon etliche male ist
mirs so aufgefahren Goethe Werther; von Lebewesen:
das sie auffaren mit fiugeln wic adeler Jef. 10, 31; fuhr
auf gen himmel Lne. 24, 51; von der plötzlichen Bewegung
eines Zornigen, Erschreckten, Erwachten (bis
jetzt gewöhnlich geblieben): da fuhr die ganze gemeine
auf und schrei 4. Mo. 14, 1; alle fahren auf Schiller
Räub. 1, 2; verdammt sei dein instinkt! fübrt in der
gröszten wuth der könig auf Wicland Pecrv. 1, 433;
sah beim eintreten Elünger von einem stuhl am fenster
anffahren Heyse Par. 1, 229; als er aus einem kurzen
schlaf.. auffuhr 3, 66; Part. auffahrend, zu hastig
zornigem Gebahren geneigt, er ist auffahrend und grob,
hat ein auffahrendes wesen. 2) in verengtem Sinne,
mit einem Gefährt aufwärts fahren: die unruhige schlaflose
göttin treibt den Ielios aufzufahren Goethe 46,
52;: die gesandten fuhren am schlosse des kaisers auf
(auf die Rampe gedacht); bis zu einem Zielpunkte fahren:
wagen fahren auf; fahrend auf etwas sfestsitzen: der
wagen fuhr auf einem steine oder auf einen stein auf;
der schiffer ist mit seinem kahne auf dem grunde ober
auf den grund aufgefahren. 3) plötzlich sich öffnen:
thuren, fenster fuhren vom heftigen windstosze auf.
4) trans. ein Gesährt zu cinem Zielpunkte bringen:
wagen, geschutze, cine batterie auffahren, auffabren
lassen; scherzhaft bildlich: es wurde eine ganze batterie
flaschen aufgefahren; die untergestelle (der Wagen) in
einer reihe aufgefabren Freytag Soll 2, 239; fand
die geschutze und wagen an einem freien platz aufgefahren
Ahnen 6, 285. Bergmännisch feld, stollen auffahren,
auf bergmännische Weise öffnen. — aufsahrisch,
gern auffahrend, nach auffahren 1: er ist heftig, autauferwachen
aufsahrisch.
Auffahrt — auffinden. 164
fahrisch Gellert 8, 62. — Auffahrt, f. das Emporfahren,-ziehen,
bergmännisch aus dem schacht; auffahrt
Christi, Himmelfahrt, noch jetzt allgemein im Süden
Bezeichnung des betr. Festtages; im engern Sinne, zu
Wagen, auffahrt eines gesandten; auch Gelegenheit, Art
und Weise des Emporfahrens Goethe Du W. 5, (. d.
Stelle unter abfahrt; Ort, wo man auffährt, Rampe:
dasz vorn an der balustrade zwei stattliche auffahrten
auf den hof mundeten Keller Sinnged. 30. — auffallen,
1) auf etwas fallen: der stein fällt auf; er ist
mit dem kopfe stark aufgefallen Steinbach; bei Jägern
auflallen von plötzlich niederschwirrenden Vögeln; dampf
fällt auf, auf die Brust Adelung: der wein fällt aut,
gewinnt Säure Weber Wö.; bildliche Anwendung dieses
auffallen im Sinne von Anstoß oder wenigstens Aufmerksamkeit
erregen erst seit Mitte des 18. Ih.: sein
benehmen füllt auf, er fol durch seine kleidung auf;
ursache, wie sie seiner eitelkeit am wenigsten auftfiel
Lessing; besonders im Part.: zweideutigkeiten, die
dem feinern theile des publikums auffallend gewesen
waren Schiller 2, 205; der die verletzung der majestüt
. auffallend zu ahnden beschlossen hat Kab. 3, 6:
(daß er) allen menschen hboöchst auffallend erschien
Goethe Du W. 14; mein auffallendes benehmen Freytag
Journ. 3. 2) fallen und sich öffnen: ich darf das
buch nur anffallen lassen, wo es auffallen will Lessing
6, 229; trans. fallend öffnen, namentlich verwundend:
ich habe mir die hand aufgefallen, durch Fallen offne
Wunde dran bekommen. — auffällig, wie auffallend
(vgl. oben): auf eine nicht aufällige weise Preußen i. B.
1, 138. — Auffälligkeit, f.: so weit es ohne auffälligkeit
möglich sein wird ebd. 52. — auffangen, fangen,
daß etwas nicht nieder geht, einen ball; fleiszig möcht
autlangen die tröpflein bluts P Gerhard 201; der
einmal den hieb aufüng, der Ihnen den kopf spalten
sollte Lessing Minna 3, 7; der stosz gieng fehl, der
mantel fieng ihn auf Schiller M. Stuart. 3, 8; oder
entschwindet: nicmand war der diese thiere aufüng
Simpl. 1, 391; bricfe auffangen Stieler, fangt mir
das pferd auf ebb., einen Hüchtling, dich auffangen;
fengen ein groszes schiff auf Schiller 4, 133; unsianiicher
krankheiten, wunden auffangen: alte mucken
Gebrechen), die er sein lebtag im krieg aufgefangen
Simpl. 1, 227; che ich den pfeil auffing (durch ihn verwundet
ward) 2, 104; reden. worte auffangen; das ohr
fieng cinzelne töne auf; die worte des gesprächs anfzulangen
Freytag Soll 2, 238; jede von mir aufgefangne
silbe Schiller 5,17; die mahlerischen ansichten. in
einer tragbaren dunkeln kammer aufzufangen Goethe
Wahlverw. 2, 10. — auffärben, färbend auffrischen, stofte,
kleider; mit scinem herzblut aufzufürben die blasse
schrift der alten freiheitsbriefe Leuthold 173. — auffassen,
fassend aufnehmen, eigentlich: er faszt Amanden
auf und fliegt mit ihr dahin Wieland Ob. 7, 40;
empfangt mich denn, ihr wellen, faszt mich auf Goethe
nat. Tocht. 5, 6; faszt alle schwerter auf! Schiller
Fiesko 4,6; das wasser klatscht herab, von einem groszen
becken aus jaspis anfgefaszt Wieland Idr. 4, 31; in
Bezug auf Geistiges: worte, reden, eine erklärung
richtig auffassen; er weisz den . . historischen stoff
deutlichst aufzufassen Goethe 46, 233; schon 16. Ih.:
euch hiemit dahin veranlassen, dasz jhrs auffassen
Garg. 41. — Auffafsung, k. Handlung des Auffassens;
gern in Bezug auf Geistiges: dieselbe auffassung, das:
ihr land zu menschenreich sci Freytag Bild. 1, 62;
schien diese auffassung nicht zu theilen Preußen i. B.
. 282.
Anffinden, durch Finden zum Vorschein bringen,
vor dem 18. Ih. nur Wort der oberdentschen Kanzleispr.
(es hat sich solcher vergleich nirgends auffinden lassen
Wollen Frisch), nachher in der allgemeinen Schriftfpr.:
den stutzer aufrufnden Zachariae; den groszen birn-—