104 GHaftung der Erben in Handels= und Wechselsachen.
Feststellung von Rechtsverhältnissen, welche hier
in Frage kommen, steht der Verloffenschaftöbehorde
als solcher nicht zu.
Sache der Verlassenschaftsbehörde ist es, nach
Aufnahme der Erklärungen über die Erbschaftsannahme
und des notariellen Erbverzeichnisses den
Nachlaß, sofern überhaupt ein solcher zu Gerichtshanden
gekommen oder unter Gerichtssiegel gelegt
ist, an den legitimirten Erben auszuantworten, wobei
Vermächtnißnehmer, sowie die bei Gericht sich
meldenden Gläubiger lediglich von dem Sachverhalte
zu verständigen sind.
Weiter hat sich die Verlassenschaftsbehörde als
solche mit dem Nachlasse nicht zu befassen. Insbesondere
ist mit den Erbschaftsgläubigern oder Vermächtnißnehmern
weder eine Verhandlung über die
Richtigkeit des Inventars noch eine Auseinandersetzung
durch gerichtliche Befriedigung
derselben aus dem Nachlasse geboten.
Wird das Inventar von keinem Betbeiligten
beanstandet, so bedarf es einer Verhandlung über
dasselbe überhaupt nicht, und sofern die Beurkundung
der Anerkennung des Inventars von Seite
der Betheiligten verlangt wird, handelt es sich um
einen reinen Notariatsakt. Wird aber das Erbverzeichniß
in irgend einem Theile bestritten, so
hat die Verlassenschaftsbehörde als solche weder die
Aufgabe der gütlichen Ausgleichung, sofern
ihre gerichtliche Vermittelung angesprochen wird,
noch steht ihr eine Gerichtsbarkeit zur Entscheidung
des Streitpunktes zu.
Eine Befriedigung der Erbschaftsgläubiger oder
Vermächtnißnehmer durch die Verlassenschaftsbehörde
steht im Widerspruche mit dem Verwaltscheidung
die Thätigkeit der streitigen und der nichtstreitigen
Rechtspflege vermengt babe.