160 Neuere oberſtrihterlihe Erkenntniſſe.
lungen ſoweit haften, als ſie ſich dadurch bereichert
M5 gefährlicher Weiſe Jemanden Schaden gethan
aben.
Dieſe Beſtimmungen ſtehen auch im Einklange
mit den in den Anm. zu den citirten Stellen in
Bezug genommenen Normen des röm. R., des alten
Ldr. v. 16146 und zu dem Commentare zu dieſem.
Das röm, R. geht zwar von der Anſicht aus,
der Verſchwender leide an Willenöſ<hwäche und
müſſe daher nach dem Beiſpiele eines Geijte8kranken
unter Kuratel geſtellt werden; fr. 1 pr. D. 27, 10,
fr. 12 6. 2 D. 26, 5, fr. 40 D. 50, 17, allein
die interdizirten Verſchwender ſind den Wahnſinnigen
nicht gleichgeſtellt, ſondern es iſt ihnen nur die Vermögen8-Verwaltung
entzogen und ſie können weder
etwas veräußern noc< ſich durc<; einen Vertrag verpflichten
; ſie ſind aber des dolus fähig und haften
de8halb nac<h röm. R. wie ein der Pubertät nahe
ſtehender Unmündiger für ihre unerlaubten Handlungen.
Savigny, Syſt, Bd. 3 S. 88, 89;
Puchta, Pand. 8. Ausg. S. 77; Holzſc<uher,
Caſ. 2. Aufl. Bd. 1 S. 262. .
Dieſe Grundſäße liegen auc dem Ldr. v. 1616
zu Grunde. Daßsſelbe hat auch im Buch I1 Tit. 5
Art. 11 die Verſchwender mit den Preßhaften der
Vernunft zuſammengeſtellt, dieſelben aber nicht unter
die Wahnſinnigen gerechnet, weßhalb Baron S <hmid
zu Tit. 13 Art, 9 LF. 5 und 15 die treffende Bemerfung
macht, daß der Verſchwender zwar nach
röm. R. dem Wahnſinnigen gleich erſcheine, allein
e8 ſei ein Unterſchied zwiſchen Gleicherſcheinen
(aequiparari) und wirflicem Sein, und trete dieſer
Unterſchied darin klar hervor, daß nach der gemeinen
Doktrin der Verſchwender aus ſeinen Deliften
obligirt werde. Urth. v. 3. Febr- HVNr.
56306.
* R. V. Nürnberg. Verl.: Palm & Enke
Rebe olpb Ett be Erlangen. Draid von Junge & Sohn.