o 76 —
1 5. O Dm: 50/Umm:; 18. Jahrhundert. Die den Doppelbogen stützende Cilie ist fortgelassen und durch eine
grade Strebe ersetzt; es fällt hier wieder die schlüsselförmige Gestalt der Fahne in der linken Hand der Figur
zur Linken auf. Umnschrift
SIGILLUM CIVIT ATIS FRIEDLAND!
Die neuesten Siegel 2c., nämlich:
. O Dm: 51/26 mm,
. O Stempel, Dm: 27 mmt, beide mit der Umschrift
SIGILLUM CIVITATIS FRIEDLAND!
–.
NJ #
und
8. O Stempel, Dm: 55 mm, mit der Umschrift
X SIEGEL DER STADT FRIEDLAND
haben im Wesentlichen das althergebrachte Bild. Die mänmlichen Figuren erscheinen auf allen dreien im
„Theater“-Harnisch und desgleichen Helm, auf letzterem drei Straußenfedern. Die Cilie, in welche der Doppelbogen
auf den älteren Siegeln zusammenläuft, ist gleichfalls fortgelassen und durch grade Streben ersetzt.
Auf dem Siegel ad 6 und dem Stempel ad 7 findet sich in der Fahne ein Kreuz, auf dem Stempel ad 8
aber im Fahnentuch ein Ochsenkopf.
Richt übergangen darf hier werden das aus dem 14. Jahrhundert stammende, noch vorhandene alte
Siegel aus Bronze 1) des Schöppenstuhls zu Friedland, das einzige dieser Art in Mecklenburg. Der Schöppenstuhl
selbst soll erst im 50 jährigen Kriege zessirt haben.?)
1 Das runde Siegel hat genau 72 min Dm.; es wird durch zwei schlanke Säulen in drei Abtheilungen
getheilt. In der mittleren steht ein im Felde schraffirter Dreiecksschild mit dem gekrönten Mecklenburgischen
Stierkopf (mit Halsfell und ausgeschlagener Sunge); überragt wird der Schild von drei spitzen Nischen, aus
deren jeder ein Brustbild hervorsieht. Die Architektur zeigt weiter oben ein gothisches Doppelfenster, zu
dessen beiden Seiten wieder je ein Brustbild sichtbar wird, und schließt ab mit einem Aufsatz von drei
Sinnen, der durch Strebebogen über den beiden Brustbildern mit den Theilungssäulen verbunden ist. —
Jede der beiden Seitenabtheilungen hat unten ein Mauerwerk; auf demselben werden durch drei Säulchen
zwei Mischen gebildet, in deren jeder ein Engelsbild unter je einem Rundbogen erscheint; letztere laufen in
spitze mit Kreuzblumen und Säckchen verzierte Dächer aus. Umsschrift
SlGILLUMR : SGKBIROROUNR DG: VRGDGLKRDG
1Dieses Siegel ist sodann im 16. Jahrhundert im kleineren Maßstabe, Dm: 57 mm, nachgebildet, mit der
Umschrift
chrif SIGILLVX. SCKBINORVM. DE FREDELKNT
Der mit dem Masenring versehene Stierkopf steht im Renaissanceschilde. Die Siegelplatte des ebenfalls aus
Bronze gefertigten Stempels wird in Friedland aufbewahrt.
Die Stadt wurde am 6. März 1244 durch die Markgrafen Johann und Otto von Brandenburg gestiftet.))
Ihr ältestes Siegelzeichen sind drei auf einen doppelten Rundbogen gesetzte Thürme, auf die Stadt als
solche sich beziehend. Unter dem Doppelbogen steht der markgräflich brandenburgische Schild mit dem Adler, neben
welchem zwei weltliche Oersonen erscheinen, die nur die Gründer der Stadt — die beiden brandenburgischen Markgrafen
— vorstellen kömen. In späterer Seit hat man darin wohl, ganz unberechtigter Weise, die Apostel Detrus
und Haulus zu sehen geglaubt, indem die Nopfbedeckungen der Markgrafen für Heiligenscheine, die Fahne in der
Hand des einen für einen Schlüssel, die Lanze in der Hand des andern für ein Cilienscepter oder dergleichen
gehalten sind.
Sigillum und secretum der Stadt haben das nämliche Bild, welches in den sämmtlichen städtischen Siegeln
bis auf die neueste Seit sich im Wesentlichen bewahrt hat.
Simonis (a. a. O. S. 40) beschreibt das Stadtwappen folgendermaßen:
1) Nicht von Blei, wie M. u. M. 2, S. as sagen. — 9 Simonis, Wachricht von Friedland, S. 468. Das Bild dieses Siegels
ist später in das Siegel des ehemaligen Stadtgerichts zu Friedland (vid. a. Anmerkung ad Meubrandenburg) übergegangen. —
qM. U. B. I. 559.