thumbs : Archiv für Stamm- und Wappenkunde. 8. Jahrgang. (8)

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1  5.  O  Dm:  50/Umm:;  18.  Jahrhundert.  Die  den  Doppelbogen  stützende  Cilie  ist  fortgelassen  und  durch  eine
grade  Strebe  ersetzt;  es  fällt  hier  wieder  die  schlüsselförmige  Gestalt  der  Fahne  in  der  linken  Hand  der  Figur
zur  Linken  auf.  Umnschrift

SIGILLUM  CIVIT  ATIS  FRIEDLAND!
Die  neuesten  Siegel  2c.,  nämlich:
.  O  Dm:  51/26  mm,
.  O  Stempel,  Dm:  27  mmt,  beide  mit  der  Umschrift
SIGILLUM  CIVITATIS  FRIEDLAND!

–.
NJ  #

und
8.  O  Stempel,  Dm:  55  mm,  mit  der  Umschrift
X  SIEGEL  DER  STADT  FRIEDLAND

haben  im  Wesentlichen  das  althergebrachte  Bild.  Die  mänmlichen  Figuren  erscheinen  auf  allen  dreien  im
„Theater“-Harnisch  und  desgleichen  Helm,  auf  letzterem  drei  Straußenfedern.  Die  Cilie,  in  welche  der  Doppelbogen
  auf  den  älteren  Siegeln  zusammenläuft,  ist  gleichfalls  fortgelassen  und  durch  grade  Streben  ersetzt.
Auf  dem  Siegel  ad  6  und  dem  Stempel  ad  7  findet  sich  in  der  Fahne  ein  Kreuz,  auf  dem  Stempel  ad  8
aber  im  Fahnentuch  ein  Ochsenkopf.

Richt  übergangen  darf  hier  werden  das  aus  dem  14.  Jahrhundert  stammende,  noch  vorhandene  alte
Siegel  aus  Bronze  1)  des  Schöppenstuhls  zu  Friedland,  das  einzige  dieser  Art  in  Mecklenburg.  Der  Schöppenstuhl
  selbst  soll  erst  im  50  jährigen  Kriege  zessirt  haben.?)

1  Das  runde  Siegel  hat  genau  72  min  Dm.;  es  wird  durch  zwei  schlanke  Säulen  in  drei  Abtheilungen
getheilt.  In  der  mittleren  steht  ein  im  Felde  schraffirter  Dreiecksschild  mit  dem  gekrönten  Mecklenburgischen
Stierkopf  (mit  Halsfell  und  ausgeschlagener  Sunge);  überragt  wird  der  Schild  von  drei  spitzen  Nischen,  aus
deren  jeder  ein  Brustbild  hervorsieht.  Die  Architektur  zeigt  weiter  oben  ein  gothisches  Doppelfenster,  zu
dessen  beiden  Seiten  wieder  je  ein  Brustbild  sichtbar  wird,  und  schließt  ab  mit  einem  Aufsatz  von  drei
Sinnen,  der  durch  Strebebogen  über  den  beiden  Brustbildern  mit  den  Theilungssäulen  verbunden  ist.  —
Jede  der  beiden  Seitenabtheilungen  hat  unten  ein  Mauerwerk;  auf  demselben  werden  durch  drei  Säulchen
zwei  Mischen  gebildet,  in  deren  jeder  ein  Engelsbild  unter  je  einem  Rundbogen  erscheint;  letztere  laufen  in
spitze  mit  Kreuzblumen  und  Säckchen  verzierte  Dächer  aus.  Umsschrift

SlGILLUMR  :  SGKBIROROUNR  DG:  VRGDGLKRDG

1Dieses  Siegel  ist  sodann  im  16.  Jahrhundert  im  kleineren  Maßstabe,  Dm:  57  mm,  nachgebildet,  mit  der

Umschrift

chrif  SIGILLVX.  SCKBINORVM.  DE  FREDELKNT
Der  mit  dem  Masenring  versehene  Stierkopf  steht  im  Renaissanceschilde.  Die  Siegelplatte  des  ebenfalls  aus
Bronze  gefertigten  Stempels  wird  in  Friedland  aufbewahrt.

Die  Stadt  wurde  am  6.  März  1244  durch  die  Markgrafen  Johann  und  Otto  von  Brandenburg  gestiftet.))

Ihr  ältestes  Siegelzeichen  sind  drei  auf  einen  doppelten  Rundbogen  gesetzte  Thürme,  auf  die  Stadt  als
solche  sich  beziehend.  Unter  dem  Doppelbogen  steht  der  markgräflich  brandenburgische  Schild  mit  dem  Adler,  neben
welchem  zwei  weltliche  Oersonen  erscheinen,  die  nur  die  Gründer  der  Stadt  —  die  beiden  brandenburgischen  Markgrafen
  —  vorstellen  kömen.  In  späterer  Seit  hat  man  darin  wohl,  ganz  unberechtigter  Weise,  die  Apostel  Detrus
und  Haulus  zu  sehen  geglaubt,  indem  die  Nopfbedeckungen  der  Markgrafen  für  Heiligenscheine,  die  Fahne  in  der
Hand  des  einen  für  einen  Schlüssel,  die  Lanze  in  der  Hand  des  andern  für  ein  Cilienscepter  oder  dergleichen
gehalten  sind.

Sigillum  und  secretum  der  Stadt  haben  das  nämliche  Bild,  welches  in  den  sämmtlichen  städtischen  Siegeln
bis  auf  die  neueste  Seit  sich  im  Wesentlichen  bewahrt  hat.

Simonis  (a.  a.  O.  S.  40)  beschreibt  das  Stadtwappen  folgendermaßen:

1)  Nicht  von  Blei,  wie  M.  u.  M.  2,  S.  as  sagen.  —  9  Simonis,  Wachricht  von  Friedland,  S.  468.  Das  Bild  dieses  Siegels
ist  später  in  das  Siegel  des  ehemaligen  Stadtgerichts  zu  Friedland  (vid.  a.  Anmerkung  ad  Meubrandenburg)  übergegangen.  —
qM.  U.  B.  I.  559.