Volltext : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfzehnter Band. (15)

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und  erhalten  es  sich  in  den  neu  entstandenen,  und  die  neuere
Geschichte  zeigt,  wie  sie  nicht  nur  in  Frankreich,  sondern
auch  in  den  meisten  anderen  Staaten  die  meisten  Plätze  im
stehenden  Heere,  in  den  neu  entstandenen  Collegien  und  Tribunalien
  in  Besitz  zu  nehmen  wußten.  Außerdem  tragen  sie.
aber  auch  weniger  bei  zu  den  Lasten  der  Gesellschaft,  behaupten
  Erxemtion  von  manchen  Scteuern  und  oft  gerade  von  den
ergiebigsten.  Dazu  nennen  sie  sich  die  Freien  und  die  Nichtprivilegirten
  zum  Dank,  daß  sie  so  viel  zu  den  Staatslasten
beitragen,  —  die  Unfreien;  ein  Ausdruck,  über  dem  zum
Theil  die  bekannte  Revolution  von  1660  in  Dänmark  ausgebrochen
  ist.  Zu  Behauptung  eines  solchen  prätendirten
Rechts  ist  aber  durchaus  kein  vernünftiger  Grund  vorhanden.
Der  ganze  Auêdruck  ist  unrecht;  der  drikte  Stand  ist  in  der
Regel  so  frei  als  Prälaten  und  Ritter,  denn  auch  er,  wie
die  höheren  Stände,  ist  blos  durch  seine  Einwilligung  zu
Entrichtung  gewisser  Steuern  verpflichtet.  Aber,  wenden  jene
Privilegirten  ein,  „wir  haben  unsere  Güter  mit  der  Steuer-„Freiheit
  gekauft  und  desto  mehr  dafür  gegeben.“  Also
doch  nur  die  Befreiung  von  den  bisherigen  Steuern,  nicht
von  neuen  oder  künftigen;  von  Steuern,  die  ein  für  allemal
  verwilligt  worden  sind,  auf  die  ganze  Zukunft,  nicht
die  alle  Jahre  neu  verwilligt  werden.  „Wir  müssen  auch
„sonst  größeren  Aufwand  machen;  und  dem  dritten  Stande
„siehen  so  viele  Nahrungsqucllen  offen,  die  keiner  der  höheren
„Stände  hat  —  Handel,  Fabriken,  Manufakturen.“  Wer
heißt  dich  den  größeren  Aufwand  machen;  warum  sollen  die
Societäts-Genossen  verbunden  seyn,  dir  zu  deinem  Lurus
zu  steuern?  —  Und  das  ist  der  Fall,  wenn  du  nichts,  jene
alles  zu  den  Bedürfnissen  des  Staats  beitragen.  Wenn  auch
dem  dritten  Stande  mehr  Nahrungszweige  offen  stehen,  so