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Säure abgegeben, noch findet eine Abnahme derselben infolge von Oxydation zu
Schwefelsäure statt. Eine solche erfolgt auch nicht, wenn der Luftwechsel häufiger
erfolgt und gleichzeitig die Gelatine auf einer Temperatur von 100° gehalten wird.
Unter diesen Bedingungen findet allerdings eine Verflüchtigung der schwefligen Säure
in geringen Mengen statt.
3. Verhalten geschwefelter Häandelsgelatine beim Kochen ihrer
wässerigen lösung. Zur Entscheidung der Frage, ob beim Erhitzen einer wässerigen
T,ösung von Handelsgelatine ohne Zusatz von Phosphorsäure schweflige Säure entweicht,
wurden 5 Grelatinesorten geprüft, die den größten Gehalt an schwefliger Säure aufwiesen.
Da durch einige Vorversuche ermittelt wurde, daß die Seite 250 beschriebene
Reaktion zum qualitativen Nachweis von schwefliger Säure bei weitem weniger scharf
ist, wenn der Kaliumjodatstärke-Papierstreifen gänzlich angefeuchtet ist, und die
Reaktion in dem Streifen überhaupt nicht eintritt, wenn dieser heiß wird, so wurde
das Papier nicht wie bei der oben angegebenen Arbeitsweise unmittelbar an dem
‚Stopfen des Kölbchens befestigt, sondern in diesen erst ein 20 ccm langes dünnwandiges
Rohr von ca. 1!/; cm Durchmesser befestigt, welches an seinem oberen Ende
mit einem das Reagenspapier tragenden Stopfen lose verschlossen war. Das aufgesetzte
Rohr diente als Luftkühler, indem das Erhitzen derart vorgenommen wurde, daß die
Flüssigkeit etwa '/s Minute langsam im Sieden blieb, ohne daß das Papier feucht
wurde. Auf diese Weise konnten, wie ein blinder Versuch zeigte noch 0,2 mg schweflige
Säure deutlich nachgewiesen werden.
Die Prüfung der oben bezeichneten fünf Proben ergab jedoch, daß schweflige
Säure aus der Handelsgelatine bei kurzem Kochen ihrer wässerigen Lösung nicht
entweicht.
4. Verhalten geschwefelter Handelsgelatine beim Wässern. Nachdem
durch einige vorläufige Versuche festgestellt worden war, daß bereits durch !/s-stündiges
Wässern der in trocknem Zustande geschwefelten Gelatine der Gehalt an schwefliger
Säure erheblich zurückgeht — bei den Proben mit einem durchschnittlichen Gehalte
von 0,62%, SO, sank dieser auf 0,12°/o —, wurden einige Versuche vorgenommen,
um zu entscheiden, ob eine völlige Beseitigung der in der Handelsgelatine enthaltenen
schwefligen Säure durch Wässern möglich ist. Da die Folien der geringerwertigen
Gelatinesorten beim Liegen im Wasser leicht in mehr oder weniger große Stücke zerfallen
— bei den besseren Sorten tritt selbst bei längerem Wöässern ein Zerfall nicht
ein —, so wurden die in etwa 4qcm zerschnittenen Folien in nicht zu kleine und
engmaschige Mullsäckchen eingebunden, die über Nacht in fließendes Leitungswasser
gelegt wurden. In einer nach diesem Verfahren behandelten Probe der Gelatine
Nr. 19, die 0,467 °/, schweflige Säure enthielt, war diese qualitativ noch nachweisbar;
ihr Gehalt ergab sich bei einer quantitativen Bestimmung zu 0,03°,. In derselben
Weise wurden die Sorten Nr. 6, 13, 18 und 20, die sich ebenso wie die Sorte Nr. 19
vor den übrigen Proben durch einen über 0,20°, liegenden Gehalt an schwefliger
Säure auszeichneten, geprüft. Es ergab sich, daß nach der Wässerung nur in Nr. 6
schwetlige Säure qualitativ nachweisbar war. ZBinen günstigen Einfluß übt ein vor
dem Wässern eingeschaltetes "/sstündiges Vorbad mit einer 1%, HCl enthaltenden