Full text : Der Weltkrieg. I. Band. (1)

Der  Ausbruch  des  Weltkrieges

 

von  langer  Hand  getroffen  und  bekannt  waren,  ein  Aufsehen
  erregt  haben  würde,  das  die  friedliche  Entwirrung
der  Lage  hätte  erschweren  müssen;  man  nahm  ferner  an,
daß  die  von  der  Wiener  Regierung  eingeleitete  Untersuchung
  der  mit  dem  Attentat  von  Serajewo  zusammenhängenden
  Vorgänge,  auf  deren  Ergebnis  Österreich-Ungarn
  seine  Forderungen  an  Serbien  aufzubauen  gedachte,
und  ebenso  die  Vorbereitungen,  die  Österreich-Ungarn
treffen  mußte,  um  seinen  Forderungen  Nachdruck  zu  geben,
einige  Zeit  erfordern  würden;  und  schließlich  rechnete  man
bei  uns  mit  einer  Zuversicht,  die  ich  nach  meiner  Einschätzung
  der  für  die  weitere  Entwicklung  bestimmenden
Faktoren  nicht  ganz  zu  teilen  vermochte,  mit  einem  guten
Ausgang,  wie  er  durch  unser  klares  und  festes  Eintreten
für  den  Bundesgenossen  in  den  früheren  ähnlichen  Lagen
herbeigeführt  worden  war.

Meine  eigne,  weniger  zuversichtliche  Auffassung  der
Dinge  erfuhr  in  der  weiteren  Entwicklung  durch  allerlei
Anzeichen,  die  in  der  Öffentlichkeit  merkwürdig  wenig  Beachtung
  fanden,  immer  mehr  ihre  Bestätigung.  Das  große
Publikum  verharrte  noch  in  einer  für  mich  von  Tag  zu  Tag
unbegreiflicheren  Sorglosigkeit,  als  unsere  offiziös  bediente
Presse  bereits  deutliche  Warnungssignale  gab,  als  z.  B.
die  ‚Norddeutsche  Allgemeine  Zeitung‘  amıg.  Juli  in  einem
sehr  ernsten  Artikel  über  Deutschlands  Haltung  ausführte,
  nur  durch  ein  rechtzeitiges  Einlenken  Serbiens
könne  eine  Krisis  vermieden  werden,  deren  Lokalisierung

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