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hört. Und Großmutter, die dann mit ihrem Spinnrade dabeisaß, hat
oft mit dem Kopf genickt und ab und an ein Wort dazwischengeworfen
und sich gefreut, daß die schreckliche Zeit vorüber war. Ja,
das waren die schönsten Stunden, die ich als Kind erlebt habe, die
Stunden, in denen der Vater aus alten Zeiten, und wie es draußen
in der Welt aussah, erzählte. Sonst bin ich auch nur einsam aufgewachsen,
und ihr wißt ja schon, daß das Haus der Großeltern
weitab von allen Menschen mitten in einer einsamen Heide lag.
Und quer durch die Heide schlängelte sich ein breiter sandiger Weg
mit tief ausgefahrenen Wagenspuren. An dem Wege hat unser
Haus gelegen, und dicht vor der Haustür hat eine dicke weiße
Birke gestanden, die das ganze Dach überragte und im Sommer
den Weg beschattete. Und selten kam ich von Hause fort. Ich war
ganz allein und hatte keine Spielgefährten. Nur in der Schule bekam
ich fremde Kinder zu sehen. Und der Schulweg war lang und
einsam, zwei Stunden brauchte ich und mußte ihn zum größten
Teil allein machen. Nur im Winter, wenn der Schnee zu hoch lag
oder der scharfe Ostwind zu eisig über die kahle Heide blies, brachte
der Vater mich im Wagen oder Schlitten hin.
Aber so einsam es auch bei uns zu Hause war, langweilig
war es nie. Unter der Birke saß ich und spielte auf der Handharmonika
oder schnitzte mir einen Vogelbauer oder schälte Kartoffeln
für die Mutter. In die Heide lief ich, um Vögel zu fangen,
die Schafe zu hüten, dem Vater Essen hinauszubringen, um Holz
oder Torf zu holen.
Aber das wurde alles anders, als ich in die Stadt sollte, um
ein Geschäft zu lernen.
Es war ein trüber, nebliger Herbstmorgen, als euer Großvater
den Ackerwagen aus unserer Scheune zog und zwei dicke
Strohsäcke und meinen schweren Holzkoffer mit dem starken Vorhängeschloß
daraufpackte. Einen dicken Wollschal um den Hals
gebunden, war ich aufgestiegen, und die Mutter stand in der Haustür
und wischte sich mit der Schürze die Augen und winkte mit der
Hand und rief einmal über das andere: „Adieul Adien, Johannes!
Bleib brav und gut!“ — Und ich saß gedrückt und traurig auf dem
Strohsack und hatte gar keine Freude an der Reise.
Endlich war alles fertig, auch der Vater stieg auf. „Adien,
Johannes!" rief die Mutter mir nach. Schwer lag der Nebel über
der weiten Heide, und die Birke, meine liebe Birke, unter der ich
so manches Mal gespielt hatte, bewegte ihre Zweige und schüttete
eine Flut kleiner trockener gelber Blätter über mich. Ja, es war die
Zeit des Blätterfalls, und der Vater rief: „Hühl“ Und der Gaul,