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Entschädigung erhielt, mußte von seinem
Sohn und Nachfolger Friedrich III. 1694
wieder dem Kaiser überlassen werden.
riedrich (1688— 1713, seit
1701 als König Friedrich I., s. Friedrich
17) erwarb die Fürstentümer Mörs
und Lingen, Neuenburg und Valengin
durch Erbschaft und die Gaasschest -
lenburg durch Kauf und erhob 18. Jan.
1701 durch die Krönung in Königsberg
das Herzogtum P. zu einem K önigreich.
Dabbrch wurde jedoch in dem Verhältnis
neiner deutschen Länder . Kaiser und
eich nichts geändert. Friedrichs eifriger
Anteil an den Kriegen gegen Frankreich,
seine Pflege der Kunst und Wissenschaft,
welche er durch Gründung der Universität
Halle und der Akademien der Künste und
der Wissenschaften zu Berlin bethätigte,
sowie die Verschwendung seines Hofhalts
zerrütteten die Finanzen des jungen
Staats. Deshalb war es für diesen
von unschätzbarem Vorteil, daß Friedrichs
Sohn und Nachfolger Friedrich Wilhelml.
(1713—40, s. Friedrich 18)ein
sparsamer und ordnungsliebender Fürst
war. Er stellte die Ordnung in der Verwaltung
und den Finanzen wieder her
und führte durch die Errichtung des Generaldirektoriums
(1723), welches alle
öffentlichen Einkünfte an sich nahm und
die Staatzausgaben so bemessen mußte,
daß stets ein Überschuß verblieb, die Einheit
in der Finanzwirtschaft herbei. Er
hob durch Förderung der Landwirtschaft,
besonders auf den Domänen, durch die
Ansiedelung der vertriebenen Satzur er
(1732) in Ostpreußen die Steuerfähigkeit
des Landes und war auch redlich bemüht,
Gewerbe und Handel zu heben. Daß ihm
dies nur bei der Wollmanufaktur gelang,
lag daran, daß er, in den Anschauungen
des damals geltenden Merkantilsystems
befangen, vornehmlich danach strebte, das
bare Geld im Land zu erhalten und zu
mehren, was zwar den Staatsfinanzen,
aber nicht dem Nationalwohlstand zu gute
kam, der auf wesentlich andern Werten
als dem Edelmetall beruht. Mit Strenge
trat er den Ausschreitungen der Beamten
entgegen und beförderte bei seinen Unterthanen
jenen Geist der Einfachheit, Spar-Preußen
(bis zur Zeit Friedrichs d. Gr.).
samkeit und Biederkeit, welcher als ein
wirksames und notwendiges Gegenmittel
gegen den überwiegenden Einfluß fran-Päscher
Art und Mode zu jener Zeit betrachtet
werden muß. Seine vornehmste
Sorge wandte er der Armee zu, die er auf
84,000 Mann brachte, und deren Kriegstüchtigkeit
er mit Hilfe des Fürsten Leopold
von Dessau durch die sorgfältigste Ausbildung
der Mannschaften erhöhte. In der
auswärtigen Politik errang er nicht die
Erfolge, welche der Macht entsprechen, die
P. schon damals zu Gebote stand. Zwar
erwarb er im Frieden von Utrecht (1713)
Geldern und Limburg und im Frieden
von Stockholm (1720) Stettin und Vorpommern
bis zur Peene; aber länger als
ein Jahrzehnt bemühte er sich vergebens,
den Kaiser zur Zusicherung der Nachfolge
im Herzogtum Berg zu bestimmen, und
doch hatte er 1728 im Vertrag von Verlin
die Aufrechterhaltung der Pragmatischen
Sanktion in Osterreich nur gegen dieses
Zugeständnie zugesichert. Am Ende seiner
egierung betrugen die Staatseinkünfte
schon 7½ Mill. Thlr., und ein Schatz von
beinahe 9 Mill. war gesammelt, der nebst
der vortresslichen Armee seinem Nachfoler
Frie rich II. oder dem Großen
-m —86, s. Friedrich 19) die Mittel
ot, bei der ersten günstigen Gelegenheit
eine Vergrößerung Preußens zuerzwingen.
Friedrich d. Gr. setzte sich durch den
ersten Schlesischen Krieg (1740— 42) in
den Besitz von Schlesien und der Grafschaft
Glatz und behauptete diese Eroberung
im zweiten Schlesischen 7"— 4—8
und im Siebenjährigen Krieg (1756—63
egen die Herre der vereinigten Mächte
ropas. Nachdem er 1744 infolge einer
Erbverbrüderung Ostfriesland erworben,
gewann er durch die erste Teilung Polens
1772 Westpreußen, mit Ausnahme der
Städte Danzig und Thorn, und den Netzedistrikt.
Dadurch vermehrte er den Umfang
des preußichen Staats auf 194,900
km mit 5,430,000 Einw. Die Dichtigeit
der Bevölkerung hatte sich in dem
Jahrhundert seit der Regierungdes Großen
rfürsten verdoppelt, und die Staatseinkünfte
stiegen auf 22 Mill. Thlr., die allerdings
zum großen Teil dazu verwandt