Finnen — Fischschuppenkrankheit. 619
so begann das Reißen und Klopfen sehr bald. Die Kälte reizt, führt stärkeren
Blutzufluß herbei, ist also in diesem Falle entschieden zu vermeiden.
Finnen. Dies sind die Larven des Bandwurmes, den wir unter B
besprochen haben. „Finniges Fleisch“ ist im zweiten Kapitel, I. Teil, besprochen
und in Fig. 32 abgebildet. Man nennt Hautunreinigkeiten im Gesicht,
Bläschen und Pickel auch „Finnen“, die im sechsten Kapitel über „Schönheitspflege“,
I. Teil, Besprechung fanden. (Man lese Pflege der Haut und des
Gesichtes nach.) Bei versltopften Talgdrüsen, Stuhlträgheit, geschlechtlichen
Ausschweifungen, auch nach Gebrauch von Jod und Brom oder bei Schlaflosigkeit
kommen Eiterbläschen im Gesicht, auf Rücken und Brust vor.
Warme Böder, weiche Massage ist die beste Behandlung der Hautfinnen.
Fischgift. Fische sind in manchen Gegenden ein sehr billiges Volksnahrungsmittel;
wenn sie frisch genossen werden und im Flusse sich auch keine
industriellen Gifte befinden, so sind sie durchaus ungefährlich und gesund. Durch
Aufbewahren und Einsalzen aber hat man schon oft die Entwicklung eines ganz
bestimmten Giftes beobachtet, das heftiges Unwohlsein, ja Todesfälle durch Vergiftung
herbeiführte. Beim Einkauf von Fischen lasse man daher seine Nase emsig
walten; man berieche den Fisch von allen Seiten, betrachte die Farbe seiner Eingeweide
und lasse verdächtige Ware ungekauft. Klare, helle Augen sind auch
beim Fisch ein Zeichen der Frische. Leider ist unser Riechorgan oft sehr ungeübt;
es vermag feine Gerüche nicht zu unterscheiden. Dann mache man systematische
Übungen, sauge sich mit würziger Waldluft voll und bemühe sich, alles, was
davon abweicht, festzustellen, in den Wohn= und Schlafzimmern, in der Küche
und in Läden. Vieles wird man dann entdecken. Tritt aber nach Fischgenuß
dennoch Übelkeit ein, dann führe man durch Einführen des Fingers, durch
Trinken von warmem Wasser, oder, wenn dies nicht hilft, durch Rizinusöl Erbrechen
herbei, mache Klystier und trinke nach erfolgter Entlecrung ein paar
Schluck (bei hartnäckigen Personen eine Tasse voll) „Wühlhuber“, der energisch
wirkt. Es darf nicht zur Aufsaugung der verschluckten Speisen kommen; daher
müssen Magen und Darm ausgeleert werden. Darnach Bettruhe und Rumpfpackung.
Die Schuppenfische mit blätterigem Fleisch sind leichter zu verdauen
als Fische mit glatter Haut; gesottene Fische sind ferner leichter zu verdauen
als gebratene. Junge abgesottene Fische eignen sich auch für Rekonvaleszenten.
Fischschuppenkrankbeit. Ein harter, rissiger Ausschlag, der meist
angeboren ist, manchmal aber auch später auftritt, erhielt seines Aussehens
wegen diesen Namen. Die davon Befallenen haben nie das Wohlbefinden
anderer Menschen, leiden oft an Kälte, hoher Nervosität, Verdauungsschwäche,
welche Erscheinungen nur mit der mangelhaften Hauttätigkeit zusammenhängen.
Durch anhaltende Massage mit reichlicher Einfettung hat man schon
prächtige Erfolge erzielt. Heißluftbäder, warme Vollbäder, vegetarische Ernährung,
Bergsteigen bis Schweißerzeugung usw. werden oft Heilung bringen.
Monatelange Bemühnngen sind aber notwendig.